Die Reise unseres Wassers aus der Tiefe bis zu dir nach Hause

Martin
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Das Kölner Wasser ist ein regionales Naturprodukt aus der Kölner Bucht, das in bester Qualität bei dir zu Hause ankommt (Bild: iStock).

„Dat Wasser vun Kölle – ist gut!“ heißt es zurecht in einem Song der Bläck Fööss. Doch wo kommt unser Trinkwasser eigentlich her? Und wie findet es den Weg zu dir nach Hause? Wir nehmen dich mit auf den Weg des Kölner Trinkwassers.

Trinkwasser ist der wichtigste Rohstoff unser Lebens – und wir benötigen viel davon. Bei jedem von uns fließen täglich durchschnittlich 128 Liter Trinkwasser aus den Hähnen. Sei es zum Trinken, Kochen oder Waschen. Jeder Tropfen des Kölner Trinkwassers beginnt seine Reise etwa 15 Meter unter der Kölner Bucht. Hier durchzieht ein stetiger, langsamer Wasserstrom den Grund. In ihm mischen sich versickertes Oberflächenwasser und Niederschläge. Die Reise durch die von Organismen belebte Bodenzone und die darunter liegenden Kies- und Sandschichten des Rheintals reinigt das Wasser bereits auf natürliche Weise von vielen störenden Stoffen.

Ständig in Bewegung

Insgesamt 111 Brunnen beiderseits des Rheins fördern das Wasser dann zu Tage, bevor es zu unseren fünf Wasserwerken für das Kölner Stadtgebiet gelangt. Beispielsweise zu unserem Wasserwerk Weiler, nahe Köln-Chorweiler. Zunächst wird das am Deich zwischen den Kölner Stadtteilen Langel und Worringen geförderte Wasser über eine etwa fünf Kilometer lange Leitung zur Versickerungsanlage in Köln-Esch gepumpt, wo es in großen Freiluftbecken versprüht wird. So reichert sich das Wasser mit Sauerstoff an, was Mikroorganismen fördert, die bei der natürlichen Wasserreinigung helfen. Dann sickert das Wasser wieder in die Erde. So wird es abermals gefiltert, die Wasserhärte und der Nitratgehalt sinken. Als Grundwasser strömt es dann nach Weiler.

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Kokos-Kohle filtert fein

Im dortigen Wasserwerk fördern wir es hoch und lassen es abschließend nur noch durch mehrere Filterkessel laufen. Die sind jeweils mit etwa 50 Kubikmetern Aktivkohle-Granulat gefüllt. Die Stückchen aus verkohlten Kokosnussschalen sind nur wenige Millimeter klein, aber sehr porös: Sechs Gramm – das entspricht ungefähr der Menge auf einem Teelöffel – haben etwa die Fläche eines Fußballfelds. In den feinen Kapillaren und Mikroporen lagern sich selbst geringste Konzentrationen von gelösten organischen Wasserinhaltsstoffen, Schweb-, Geruchs- und Geschmacksstoffen an. Auch organische Verunreinigungen, chlorierte Kohlewasserstoffe und Spuren von Pflanzenschutzmitteln werden aufgefangen.

Frisch durch die lange Leitung

Nun kann das Trinkwasser die letzte Etappe antreten. Als hygienisch einwandfreies Lebensmittel fließt es durch unser weit verzweigtes Leitungsnetz, das alle Wasserwerke und die Verbraucher miteinander verbindet. Auf dem Weg zu dir nach Hause nimmt der Rohrdurchmesser immer weiter ab. Die Hausanschlussleitung verbindet schließlich das in der Straße verlegte Transportrohr mit dem Gebäude, in dem du jetzt nur noch den Hahn aufdrehen musst, um das wirklich jote Wasser vun Kölle zu genießen.

Unser Trinkwasser in Zahlen

Mit 111 Brunnen fördern unsere Wasserwerke rund 90 Millionen Kubikmeter Grundwasser jährlich und bereiten es naturnah zu Trinkwasser auf. Über unser mehr 3.000 Kilometer langes Leitungsnetz versorgen wir damit über 170.000 Verbrauchsstellen rund 1,4 Millionen Menschen.

Karte Wasserwerke und Brunnen in Köln
Vernetzte Versorgung: Unser System aus Brunnengalerien und Wasserwerken ist so ausgelegt, dass der Ausfall einzelner Anlagen die Versorgung insgesamt nicht gefährden kann (Grafik: RheinEnergie).

Deine Wasserversorgung – einfach nachhaltig

Damit das Wasser in deine Wohnung kommt und dir jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung steht, braucht es viel Planung und Technik. So muss beispielsweise der Druck auch dann ausreichen, wenn die Feuerwehr kurzfristig größere Mengen Löschwasser aus einem Hydranten entnimmt. Hierzu müssen unzählige Pumpen, Filter, Schieber und Rohre gesteuert, geregelt und überwacht werden. Ab 2025 erfolgt all dies mittels Ökostroms klimaneutral. Zudem investieren wir laufend in energieeffiziente Anlagen. Übrigens: Dank unseres riesigen, vernetzten Trinkwassersystems ist die Versorgung auch dann gesichert, wenn mal eines der Wasserwerke ausfallen sollte. Außerdem kontrollieren und erneuern unsere Techniker ständig das Rohrnetz, um undichten Stellen und somit Wasserverlust vorzubeugen.

Das Innere einer Industrieanlage mit großen Rohren und Ventilen auf der rechten Seite
Blick in das historische Wasserwerk am Zugweg in der Kölner Südstadt.

Übrigens: Wie in allen Geschäftsbereichen arbeiten wir auch in der Wasserproduktion intensiv daran, unsere Klimaziele zu erreichen. Wo es geht, vermeiden wir den Ausstoß von CO2 und gleichen verbleibende Emissionen zum Beispiel durch Zertifikate aus.

Trinkwasser-Serie
Unser Kölner Trinkwasser ist ein echtes Naturprodukt. In unserer neuen Serie erfahrt ihr unter anderem, wie das Wasser zu euch nach Hause gelangt, warum es so gesund und qualitativ hochwertig ist und was wir als Wasserversorger sonst noch machen.

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