In den Kellern von Köln: Smart Meter ziehen ein

Oliver
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Sascha Lörken (l.) und Jannik Schmitz sind im Auftrag der Energiewende unterwegs.

Jannik Schmitz und Sascha Lörken gehören zu den zentralen Fachkräften der Energiewende. Die beiden Systemmonteure der RheinNetz installieren täglich intelligente Messsysteme in den Kellern Kölner Wohnhäuser. Wir haben sie bei einem Einsatz begleitet und erfahren, welche Funktionen die digitalen Stromzähler bieten.

Es ist ein grauer Dezembermorgen in Köln-Longerich. Jannik Schmitz und Sascha Lörken parken ihren RheinNetz-Transporter vor einem Reihenhaus aus den 1960er Jahren. Im Laderaum: Werkzeugkoffer, Messgeräte und ein unscheinbarer, aber technisch anspruchsvoller Kasten. Es sind die Komponenten für ein intelligentes Messsystem (iMSys), landläufig auch Smart Meter genannt, das in wenigen Minuten den bisherigen Zweirichtungszähler von Georg Krings ersetzen wird. Da auf dem Dach des Kunden eine Photovoltaikanlage installiert ist, handelt es sich bei der Montage des iMSys um einen gesetzlich vorgeschriebenen Pflichteinbau.

Warum überhaupt ein Smart Meter?

Georg Krings öffnet die Tür und führt die beiden Monteure direkt in den Keller. Der 48-Jährige hat vor einem Jahr eine 8,2-Kilowatt-Photovoltaikanlage installieren lassen, um eigenen Strom zu erzeugen. Kürzlich hat er einen Batteriespeicher nachgerüstet. „Ich freue mich auf den Einbau des Smart Meters, dann kann ich mein System bald mit einem dynamischen Stromtarif komplettieren“, sagt der informierte Eigenheimbesitzer.

Ein iMSys misst alle 15 Minuten den Stromverbrauch und meldet die Werte verschlüsselt an den Netzbetreiber. Das ermöglicht flexible Tarife, bei denen Kundinnen und Kunden von günstigen Marktphasen profitieren – etwa nachts oder mittags, wenn viel Wind- bzw. Solarstrom im Netz ist. „Außerdem erhalten wir als Netzbetreiber genauere Daten über den Zustand des Netzes und können die Digitalisierung vorantreiben, Lastspitzen im Netz erkennen und wenn nötig ausgleichen. Das ist wichtig für die Stabilität und die Integration erneuerbarer Energien“, erklärt Sascha. „Und die bisherige jährliche Ablesung ist auch hinfällig, da die Daten über Mobilfunk sicher und direkt an die RheinNetz gesendet werden.“

Vor dem Zählerschrank angekommen, holt Jannik kurz das Messgerät heraus und prüft den Mobilfunkempfang. Die Empfangspegel liegen alle im grünen Bereich – perfekte Bedingungen. Georg Krings erinnert sich, dass sein Nachbar zwei Straßen weiter Probleme mit dem Empfang im Keller hatte: „Wie löst die RheinNetz solche Fälle?“, fragt er die RheinNetz-Experten.

Sascha testet den Mobilfunkempfang am Zählerschrank des Kunden. 

Wenn der Empfang schwierig ist

„Bei manchen Gebäuden ist der Mobilfunkempfang tatsächlich eine Herausforderung, besonders in abgeschotteten Kellern oder bei sehr dicken Wänden“, sagt Jannik. „Doch bei über 80 Prozent der Einbauten klappt es auf Anhieb.“ Bei Georg Krings ist alles bestens: Köln hat generell ein sehr gutes Mobilfunknetz.

Für die schwierigen Fälle testet die RheinNetz derzeit das LTE 450 MHz Mobilfunknetz, das exklusiv für Netzbetreiber reserviert ist und deutlich besser in Gebäude eindringt. Damit steht eine zusätzliche alternative Kommunikationslösung mit hohem Potenzial zur Verfügung.

Smart Meter Rollout

Bis 2032 müssen laut Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) alle analogen Stromzähler in Deutschland durch digitale Geräte ersetzt sein. Der gesetzliche Pflichtrollout für intelligente Messsysteme betrifft vor allem Haushalte mit einem Jahresverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden oder Erzeugungsanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt. Hinzu kommen Anlagen mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (z. B. Wärmepumpen). Wer als Messstellenbetreiber dieses Ziel verfehlt, dem drohen Sanktionen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) – bis hin zum Entzug der Grundzuständigkeit. Die RheinNetz konnte schon bis Mitte 2025 eine Quote von 25 Prozent im Pflichtrollout vermelden – und liegt damit weit über dem Durchschnitt der Messtellenbetreiber.

So sicher ist das System

Während Sascha den bisherigen Zweirichtungszähler ausbaut, erklärt Jannik, was eingebaut wird: eine moderne Messeinrichtung – der digitale Zähler – und das Smart-Meter-Gateway, das die verschlüsselte Datenkommunikation per Mobilfunk übernimmt. Zusammen ergeben diese beiden Komponenten das intelligente Messsystem. Der Vorgang ist Routine für die beiden Monteure. Kontinuierlich installieren sie seit Jahren intelligente Messsysteme im RheinNetz-Gebiet – eine Mammutaufgabe, bei der bis Ende 2025 über 40.000 Smart Meter in Köln und der Region verbaut werden konnten.

Georg beobachtet interessiert, wie die beiden Kollegen Kabel verlegen, Komponenten verschrauben und Verbindungen prüfen. Die Frage nach der Sicherheit liegt ihm auf der Zunge: Können Dritte die Daten abfangen, wenn sie per Funk übertragen werden? Jannik kann beruhigen: „Das Smart-Meter-Gateway gehört zu den am strengsten gesicherten digitalen Infrastrukturen in Deutschland. Es ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert.“

Die Geräte kommen vom Hersteller in speziellen Sicherheitsboxen, die ganze Lieferkette ist streng kontrolliert. Alle Daten werden verschlüsselt übertragen, und es werden auch nur jene Informationen übermittelt, die gesetzlich vorgeschrieben sind – keine personenbezogenen Daten.

Zum Abschluss der Installation wird das Smart Meter verplombt. 

Mehr als nur ein Zähler

Aus Netzbetreiber-Perspektive helfen die intelligenten Messsysteme, das Netz stabil zu halten – gerade jetzt, wo immer mehr PV-Anlagen und Speicher dazukommen. Jedes intelligente Messsystem ist ein kleiner Baustein für die Energiewende.

Nach etwa 40 Minuten ist alles montiert. Jannik schaltet das System scharf. Auf dem Display der modernen Messeinrichtung erscheinen Zahlen, das Gateway meldet sich automatisch bei den Systemen der RheinNetz. „Bei Fragen oder Problemen können Sie sich jederzeit bei der RheinNetz melden. Aber hier sollte alles reibungslos laufen“, versichert Sascha.

Georg Krings bedankt sich bei den Technikern, schließt die Kellertür und schaut noch einmal auf die kleine grüne LED am neuen Zähler, die jetzt leuchtet. Ein unauffälliges Blinken. Aber dahinter steckt eine Menge Technik – und die Aussicht auf deutlich mehr Unabhängigkeit bei der eigenen Stromversorgung.

Wann brauche ich ein intelligentes Messsystem?

Ein intelligentes Messsystem ist gesetzlich vorgeschrieben für:

  • Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden
  • Erzeugungsanlagen (z. B. Photovoltaik) über 7 Kilowatt Leistung
  • Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen

Man kann auch freiwillig ein intelligentes Messsystem beantragen!

Kosten: Einmalig 100 Euro, danach jährlich 20 bis 120 Euro (abhängig vom Verbrauch).
Mehr Informationen und ein Formular zu Beantragung gibt es auf rheinnetz.de/smart-meter.

Kommentare
User
Martin

Guten Tag, wir betreiben seit 2020 eine PV und eine Wärmepumpe. Wie komme ich als Privatperson an einen Smart Meter, damit ich einen dynamischen Stromtarife nutzen kann? Vor einigen Monaten war einmal jemand deswegen da und sagte mir, dass ginge technisch nicht bei uns. Das scheint mir mit der Umstellungspflicht nicht so ganz vereinbar 😉 An wen kann ich mich da wenden?

RheinEnergie
RheinEnergie

Hallo Martin, vielen Dank für dein Anfrage. Ich gebe dir mal die Kontaktdaten zur Beratung: Tel. 0221 2220-9996 Mo-Fr: 8:00 bis 18:00 Uhr Viele Grüße vom Social-Team und einen guten Wochenstart! Nicki 🌻

User
Christian K

Hallo RheinEnergie, wir bekamen im Oktober 2025 die Genehmigung der RheinEnergie für den Anschluss und Betrieb einer 10 KWp PV-Anlage mit Ankündigung für Inbetriebnahme Januar 2026. Der Installateur hat pünktlich installiert und unverzüglich RheinEnergie die Inbetriebnahme gemeldet, mit Bitte um Zählerwechsel und imSys-Installation. Wann gedenkt die RheinEnergie einen Installationstermin zu vereinbaren? Die gesetzliche Installationsfrist für den Messtellenbetrieber von 8 Wochen ist zu meinen Ungunsten bereits heute deutlich überschritten.

RheinEnergie
RheinEnergie

Guten Morgen Christian! Danke für deine Rückinfo. Ich würde dein Anliegen gerne an die entsprechende Abteilung weiterleiten. Dafür bräuchte ich bitte deine Kundendaten, sprich Kunden- oder Zählernummer, Name & Adresse etc. Schick uns die doch gerne an unser Postfach: SocialMedia@rheinenergie.com🙏 Vielen Dank und besten Gruß vom Social-Team Nicki ⚡🔌🟢

User
Anna Seifarth

Guten Tag, wir bekommen im Februar eine Photovoltaik Anlage. Wie erhalten wir den Smart Meter? Mit freundlichen Grüßen Anna Seifarth

RheinEnergie
RheinEnergie

Hallo liebe Anna, alle Infos zu SmartMeter findest Du hier: https://www.rheinnetz.de/smart-meter Viele Grüße Gesine

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