Flexible Strompreise, die sich viertelstündlich ändern – und damit die Chance, richtig Geld zu sparen. Was nach Zukunft klingt, ist seit 2025 für alle verfügbar: Dynamische Stromtarife orientieren sich am Börsenstrompreis und machen euren Stromverbrauch zur aktiven Sparmaßnahme. Wie das funktioniert, für wen es sich lohnt und was ihr beachten solltet, erfahrt ihr hier.
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem dynamischen Stromtarif ändert sich der Preis, den ihr für Strom zahlt, mehrmals täglich – genauer gesagt viertelstündlich. Anders als bei klassischen Festpreistarifen richtet sich der Preis nach dem aktuellen Börsenstrompreis (Spotmarktpreis) an der Strombörse EPEX Spot.
Das Prinzip ist einfach: Wenn viel Strom verfügbar ist – etwa mittags bei viel Sonne oder nachts bei starkem Wind – sinkt der Preis. Ist die Nachfrage hoch und das Angebot gering, steigt er. So könnt ihr gezielt dann Strom nutzen, wenn er besonders günstig ist.
Der Unterschied zum Festpreis: Bei einem Festpreistarif zahlt ihr über die gesamte Vertragslaufzeit denselben Preis pro Kilowattstunde. Das bietet Planungssicherheit. Der dynamische Tarif hingegen bietet Flexibilität und die Möglichkeit, bei günstigen Marktphasen richtig zu sparen – erfordert aber auch, dass ihr euren Verbrauch anpasst.
Ab wann sind dynamische Stromtarife Pflicht?
Seit dem 1. Januar 2025 sind alle Energieversorger in Deutschland gesetzlich verpflichtet, dynamische Stromtarife anzubieten. Die Regelung findet sich in § 41a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Ziel ist es, Verbraucher stärker in die Energiewende einzubinden und Anreize zu schaffen, Strom dann zu nutzen, wenn viel erneuerbare Energie im Netz ist.
Die RheinEnergie bietet euch einen dynamischen Stromtarif mit 100 Prozent Ökostrom aus erneuerbaren Quellen, den ihr ganz einfach online abschließen könnt.
Brauche ich ein Smart Meter für dynamische Tarife?
Ja, für einen dynamischen Stromtarif benötigt ihr zwingend ein intelligentes Messsystem, auch Smart Meter genannt. Nur so kann euer Stromverbrauch viertelstundengenau erfasst und mit den aktuellen Börsenpreisen abgerechnet werden.
- Was ist ein Smart Meter? Ein intelligentes Messsystem besteht aus einem digitalen Stromzähler und einer Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway), die eure Verbrauchsdaten automatisch an euren Energieversorger übermittelt. Ihr könnt damit jederzeit sehen, wann ihr wie viel Strom verbraucht habt und zu welchem Preis.
Die RheinNetz arbeitet täglich daran, Smart Meter in die Keller Kölns zu bringen.
- Kosten für Smart Meter: Für Einbau und Betrieb eines Smart Meters entstehen zusätzliche Kosten, die gesetzlich durch Preisobergrenzen gedeckelt sind. Die Höhe richtet sich nach eurem Jahresverbrauch und eurer Ausstattung: Für normale Haushalte mit weniger als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch liegen die Kosten bei maximal 30 Euro pro Jahr. Verbraucht ihr zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden, sind es bis zu 40 Euro jährlich. Haushalte mit Wärmepumpe oder einer PV-Anlage bis 15 kW zahlen maximal 50 Euro pro Jahr. Wer auf eigenen Wunsch ein Smart Meter einbauen lassen möchte, zahlt einmalig in der Regel bis zu 100 Euro für den Einbau – die laufenden Kosten unterliegen dann ebenfalls den genannten Preisobergrenzen.
- So kommt ihr zum Smart Meter: Wenn ihr noch keins habt, beantragt den Einbau bei eurem örtlichen Messstellenbetreiber. Im Kölner Stadtgebiet ist das die RheinNetz GmbH. Hier findet ihr das Bestellformular.
Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Nicht für jeden macht ein dynamischer Tarif Sinn. Besonders profitieren Haushalte mit hohem und flexiblem Stromverbrauch.
- Elektroauto-Besitzer: Mit 2.500 bis 4.000 Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr könnt ihr mehrere hundert Euro sparen, wenn ihr nachts oder mittags ladet – also dann, wenn Strom besonders günstig ist. Die RheinEnergie bietet mit ChargeFlex einen speziellen Tarif für E-Auto-Fahrer mit Optimierungsbonus.
- Wärmepumpen-Nutzer: Wärmepumpen laufen oft viele Stunden am Tag. Mit intelligenter Steuerung könnt ihr den Betrieb in günstige Preiszeiten verschieben und die Heizkosten deutlich senken.
- Haushalte mit Solaranlage und Batteriespeicher: Eine aktuelle wissenschaftliche Studie der Universitäten Bamberg, Würzburg, Zürich und Chemnitz mit Daten von 448 Haushalten zeigt: Dynamische Tarife bringen bei einem 10-Kilowattstunden-Speicher durchschnittlich 12,7 Prozent mehr Ersparnis als feste Tarife. Der Speicher lädt sich bei niedrigen Preisen und versorgt euer Zuhause bei Preisspitzen.
- Flexible Haushalte: Auch ohne diese Geräte könnt ihr sparen, wenn ihr große Verbraucher wie Waschmaschine, Trockner oder Geschirrspüler zeitlich flexibel nutzen könnt.
An diesem Beispieltag könntet ihr um die Mittagszeit am meisten von einem dynamischen Tarif profitieren.
Was sind die Vor- und Nachteile eines dynamischen Stromtarifs?
Wie bei jedem Tarifmodell gibt es Licht und Schatten. Hier die wichtigsten Punkte im Überblick.
Vorteile:
- Sparpotenzial bei flexiblem Verbrauch: Wer seinen Stromverbrauch in günstige Zeiten verlagert, kann erheblich sparen – besonders mit Elektroauto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher.
- Transparenz: Ihr seht jederzeit, wie viel ihr wann für Strom zahlt. Das schafft Bewusstsein für euren Energieverbrauch.
- Keine Vertragslaufzeit: Der dynamische Tarif der RheinEnergie ist monatlich kündbar. Ihr seid also maximal flexibel.
- 100 Prozent Ökostrom: Bei der RheinEnergie erhaltet ihr auch im dynamischen Tarif zertifizierten Ökostrom aus erneuerbaren Quellen.
- Unterstützung der Energiewende: Ihr helft mit, das Stromnetz zu stabilisieren, indem ihr Strom dann nutzt, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist.
Nachteile:
- Preisschwankungen: Die Strompreise können stark variieren. In Krisenzeiten oder bei Engpässen können die Kosten deutlich steigen.
- Planungsunsicherheit: Anders als beim Festpreis wisst ihr nicht im Voraus, was die monatliche Stromrechnung kosten wird.
- Erfordert aktives Management: Um wirklich zu sparen, müsst ihr euren Verbrauch anpassen – entweder manuell oder über intelligente Steuersysteme.
- Zusatzkosten für Smart Meter: Die Installation und der Betrieb des intelligenten Messsystems kosten ein wenig extra – die jährlichen Kosten sind jedoch gesetzlich gedeckelt.
- Risiko höherer Kosten: Wenn ihr euren Verbrauch nicht kontinuierlich anpasst, besteht das Risiko, dass eure Rechnung höher ausfällt als mit einem Festpreisvertrag.
Der dynamische Stromtarif der RheinEnergie
Die RheinEnergie bietet auch einen dynamischen Stromtarif an, der sich direkt am Börsenstrompreis orientiert. Die Preise ändern sich viertelstündlich und ihr erhaltet volle Transparenz über eure Energiekosten.
Wo seht ihr die aktuellen Preise? Die tagesaktuellen Strompreise könnt ihr auf der Webseite der EPEX Spot einsehen. Eine Übersicht über eure individuellen Verbrauchspreise erhaltet ihr nachträglich mit der monatlichen Rechnung im OnlineService. Als Orientierung: Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead-Börsenstrompreis lag 2025 bei 8,65 Cent pro Kilowattstunde (Quelle: Fraunhofer ISE).
Gut zu wissen: Laut einer Analyse der Bundesnetzagentur lagen dynamische Strompreise seit April 2025 modellhaft durchgehend unter den Festpreistarifen. Gleichzeitig gab es 2025 mit 573 Stunden einen neuen Rekord an negativen Strompreisen an der Börse – in diesen Zeiten ist Strom besonders günstig oder sogar kostenlos.
Wichtig: Die RheinEnergie kann als seriöser Anbieter im dynamischen Stromtarif keinen festen Preis oder eine Preisspanne garantieren, da die Preise an der Strombörse schwanken. Wer größeren Wert auf Planungssicherheit legt, findet bei uns auch Ökostrom-Tarife mit Festpreisgarantie.
Energiemanagement: So spart ihr automatisch
Der Schlüssel zum Erfolg mit dynamischen Tarifen liegt in der Automatisierung. Niemand möchte nachts um drei Uhr aufstehen, um Geräte anzuschalten. Moderne Home Energy Management Systeme (HEMS) übernehmen diese Arbeit für euch.
Wie funktioniert ein HEMS? Ein Energiemanager wie RheinSmart analysiert die Strompreise für die nächsten 24 Stunden und steuert eure Verbraucher automatisch. Ihr gebt nur vor, wann euer Auto vollgeladen sein soll oder wann die Wärmepumpe laufen muss – die Technik erledigt den Rest zum günstigsten Zeitpunkt.
„Besonders effektiv wird das System mit einem Batteriespeicher“, erklärt Alexander Schwab, Senior Produktmanager bei der RheinEnergie. „Er dient als intelligenter Puffer, lädt sich automatisch, wenn der Strom günstig ist, und versorgt das Haus bei Preisspitzen.“ Die oben erwähnte Studie zeigt: Speicher bis 15 Kilowattstunden Kapazität profitieren am stärksten von intelligenter Steuerung.
Auch smarte Haushaltsgeräte lassen sich einbinden. Moderne Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler starten automatisch, wenn der Strompreis niedrig ist. Ihr programmiert nur, bis wann sie fertig sein sollen.
Mit einem HEMS wie RheinSmart habt ihr die Energieflüsse in eurem Haus immer im Blick.
Fazit: Die Zukunft der Stromversorgung hat begonnen
Dynamische Stromtarife sind mehr als nur ein neues Tarifmodell – sie sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Wer seinen Verbrauch flexibel gestalten kann, profitiert von niedrigeren Kosten und trägt gleichzeitig dazu bei, das Stromnetz zu stabilisieren und mehr erneuerbare Energien zu nutzen.
Unser Tipp: Prüft ehrlich, ob ihr euren Stromverbrauch anpassen könnt oder wollt. Mit Elektroauto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher habt ihr die besten Voraussetzungen. Aber auch flexible Haushalte ohne diese Geräte können sparen, wenn sie bereit sind, ihren Alltag etwas anzupassen.
Die RheinEnergie unterstützt euch mit 100 Prozent Ökostrom, transparenten Preisen und intelligenten Energielösungen auf diesem Weg. Probiert es aus – die Zukunft der Stromversorgung hat begonnen.
Glossar – Die wichtigsten Begriffe erklärt
Gerät, das elektrische Energie speichert und bei Bedarf wieder abgibt. In Privathaushalten typischerweise zwischen 5 und 15 Kilowattstunden Kapazität.
Tarif, bei dem der Preis pro Kilowattstunde je nach Tageszeit und Marktlage schwankt, meist viertelstündlich.
Europäische Strombörse, an der Strom für den nächsten Tag gehandelt wird. Die dort entstehenden Preise bilden die Grundlage für dynamische Tarife.
Home Energy Management System (HEMS), das den Energiefluss im Haushalt intelligent steuert und optimiert – zwischen Solaranlage, Speicher, Verbrauchern und Stromnetz.
Digitaler Stromzähler mit Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway), der den Stromverbrauch viertelstundengenau erfasst und automatisch an den Energieversorger übermittelt.
Maßeinheit für elektrische Energie. Ein durchschnittlicher drei bis vier Personen Haushalt verbraucht etwa 3.000 bis 4.000 Kilowattstunden pro Jahr.
Aktueller Preis für Strom an der Börse, der durch Angebot und Nachfrage entsteht und sich viertelstündlich ändert.
Marktplatz, an dem Strom gehandelt wird. In Deutschland ist die EPEX Spot die wichtigste Strombörse für kurzfristigen Stromhandel.
Heizsystem, das Wärme aus der Umwelt (Luft, Erde, Wasser) nutzt und mit Strom auf eine höhere Temperatur bringt.
Wandladestation für Elektroautos, die eine sichere und schnelle Aufladung zu Hause ermöglicht.
Seit April 2025 bieten alle deutschen Netzbetreiber zeitvariable Netzentgelte an. Das bedeutet, dass auch die Netzgebühren je nach Tageszeit schwanken können – eine zusätzliche Sparmöglichkeit für Haushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen und Smart Meter.