Haus dämmen, Teil 2 | Fassadendämmung ­– zwei Fliegen mit einer Klappe

Jennifer
Jennifer
blog

Mit einer Fassadendämmung lassen sich gleich zwei Ziele erreichen: Zum einen bleiben in der kalten Jahreszeit die Wände – richtig gedämmt – schön warm. Und zum anderen geben sie nach außen möglichst wenig Wärme ab. Und warme Wände haben gleich mehrere Vorteile:

  • sie senken das Schimmelrisiko im Inneren,

  • sie schützen das Gebäude vor Witterungsschäden und

  • sie erhöhen das wohlige Wohngefühl. Denn aufgrund des sogenannten Strahlungsaustauschs hängt die Behaglichkeit in einem Raum nicht ausschließlich von der Lufttemperatur, sondern auch von der Temperatur der Oberflächen ab. Raumluft- und Oberflächentemperatur zusammen bilden die gefühlte Temperatur.

So wird gedämmt

Um warme Wände zu gewährleisten, wird bei der Fassadendämmung außen eine Schicht Dämmstoff angebracht. Dieser zeichnet sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit aus. So kann die Wärme, die von innen an die Hauswand trifft, nur langsam nach außen gelangen.

Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die am weitesten verbreitete Möglichkeit der Fassadendämmung von außen und kann mit unterschiedlichsten Materialien erfolgen. Die gebräuchlichsten sind Polystyrol und Mineralwolle. Da die Nachhaltigkeit der Dämmstoffe eine immer größere Rolle spielt, steigt die Nachfrage an Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen zunehmend. Beim Wärmedämmverbundsystem werden Dämmplatten von außen auf das Mauerwerk geklebt oder verdübelt und anschließend verputzt.

Beim zweischaligen Mauerwerk besteht die Möglichkeit der Kerndämmung. Diese erfolgt, wenn Gebäude verklinkert werden. Bei Bestandsgebäuden eignet sich sehr gut ein Verfahren, bei dem in den Hohlraum zwischen den Mauerschalen ein Dämmstoffgranulat eingeblasen wird.

Übersicht geeigneter Dämmstoffe zur Fassadendämmung:

  • Synthetische Dämmstoffe: Polystyrol-Hartschaum (ESP), Extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS), Polyurethan (PUR), Vakuum Dämmplatten
  • Mineralische Dämmstoffe: Mineralwolle als Glas- oder Steinwolle, Schaumglas, Perlite, Calciumsilikat
  • Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen: Holzfaser, Flachs, Kork, Hanf, Zellulose.
  • Tierische Dämmstoffe: Schafwolle

Energieberater, Architekten sowie qualifizierte Fachbetriebe beraten darüber, welcher Dämmstoff sich bauphysikalisch und individuell auf die Maßnahme abgestimmt am besten eignet.

Achtung, Rebound-Effekt

Auch die tollste Fassadendämmung und die neusten Wärmeschutzfenster nützen nichts, wenn der sogenannte Rebound-Effekt eintritt. Häufig verhalten sich Hausbewohner nach einer Sanierung (bzw. Dämmung) nämlich anders als zuvor. Mit dem hohen Einsparpotential im Hinterkopf heizen sie nun nicht mehr sparsam, sondern munter drauflos. Ein Fehler.

Denn eine Sanierung spart nur dann entsprechend Energie und Geld ein, wenn anschließend genauso bewusst geheizt und Strom verbraucht wird wie vorher.

Selbst Anpacken

Vieles, was die energetische Sanierung der eigenen Wohnung oder des Eigenheims betrifft, kann man auch selber machen.

Dazu genügt es sogar schon, wenn man die Innendekoration ein wenig ändert. Teppiche beispielsweise lassen uns die Raumtemperatur zwei Grad wärmer empfinden. Dagegen kommt selbst ein Dielenboden nicht an. Die Wahl der „richtigen“ Wandfarbe kann ebenfalls bewirken, dass man weniger heizt. Denn warme Farbtöne wie orange oder rot lassen uns Räume tatsächlich als wärmer wahrnehmen. Wer es lieber klassisch weiß an den Wänden mag, kann immerhin über Thermovorhänge an Fenstern und Türen nachdenken.


Weitere Tipps zum Energiesparen bekommt ihr auf unserer Website:

Haus dämmen | Unsere Serie beantwortet die wichtigsten Fragen

Kommentare

Keine Kommentare gefunden

Schreib uns deinen Kommentar!

Weitere Beiträge

Photovoltaik-Förderung: Stadt Köln unterstützt auch Vereine

Der Fördertopf der Stadt Köln für Photovoltaik ist 2026 acht Millionen Euro groß. Gefördert werden sowohl PV-Anlagen als auch Batteriespeicher. Besonders lohnenswert ist die Förderung für gemeinnützige Vereine. 

weiterlesen
Bild
05Jan

Wärmepumpe in Köln: Dein Weg zur klimafreundlichen Heizung – einfach erklärt

Du denkst über eine Wärmepumpe in Köln nach, weißt aber nicht so recht, wo du anfangen sollst? Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Viele Kölnerinnen und Kölner stehen gerade vor genau dieser Entscheidung. Wir zeigen dir, worauf es ankommt. 

weiterlesen
Bild
02Mär

Gasfüllstand Deutschland: Wie sicher sind wir mit Gas versorgt?

Zu Jahresbeginn sorgen niedrige Speicherstände regelmäßig für Schlagzeilen. Doch ein Blick auf die Fakten zeigt: Saisonale Schwankungen sind normal, und die Versorgungssicherheit in Deutschland bleibt weiterhin gegeben. 

weiterlesen
Bild
25Feb

Dynamische Stromtarife: Wie sie funktionieren und wie ihr damit sparen könnt

Flexible Strompreise, die sich viertelstündlich ändern – und damit die Chance, richtig Geld zu sparen. Was nach Zukunft klingt, ist seit 2025 für alle verfügbar. Wie das funktioniert, für wen es sich lohnt und was ihr beachten solltet, erfahrt ihr hier. 

weiterlesen
Bild
20Feb

PV-Serie, Teil 2 | Alles auf Solar in Köln

Der Ausbau von Solaranlagen in Köln schreitet voran: Überall im Stadtgebiet liefern Photovoltaikanlagen klimaneutral Strom – egal ob auf privaten Häusern, öffentlichen Gebäuden oder industriellen Hallen. Auch auf unserem Verwaltungsgebäude am Parkgürtel gehen wir die Energiewende an und installieren eine der größten Aufdachanlagen in Köln. Erfahrt mehr über die spannenden PV-Projekte in der Stadt!

weiterlesen
Bild
13Sep