Cool bleiben: RheinEnergie macht Kölner nass - warum Köln auf Wassernebel setzt

Lutz
Lutz
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Abkühlung tut gut. Bei fast 30 Grad setzen wir Köln unter Wasser und sorgen so für Abkühlung.

Die Sommer in Köln werden heißer – laut Stadtklimasimulationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) drohen künftig bis zu 70 heiße Tage und 30 Tropennächte pro Jahr. Besonders betroffen ist die dicht bebaute, Innenstadt, in der es vergleichsweise wenig Grün gibt. Dort entstehen sogenannte Hitzeinseln – Orte die sich besonders stark aufheizen.

Um dem entgegenzuwirken, haben die Stadt Köln und wir das Projekt „Cooling Cologne“ gestartet. Ziel ist es, mit feinem Wassernebel für spürbare Abkühlung in der City zu sorgen – und das genau dort, wo es am nötigsten ist.

Wie funktioniert das Wassernebel-System?

Das System basiert auf modularen, 20 Meter langen Schläuchen mit jeweils 75 Düsen. Diese werden an Unterflurhydranten angeschlossen und versprühen einen feinen, erfrischenden Wassernebel – ähnlich wie bei einer Sprinkleranlage oder einem Wasserzerstäuber.
Der Wassergebrauch liegt bei rund 16 Kubikmetern pro Stunde – eine geringe Menge im Vergleich zu den mehr als 300.000 Kubikmetern, die an heißen Tagen in Köln insgesamt genutzt werden.

Wo kommt Wassernebel in Köln zum Einsatz?

Die Wassernebel-Anlagen werden gezielt an besonders hitzebelasteten Orten installiert – je nach Bedarf und Wetterlage. Momentan können wir vier Anlagen gleichzeitig betreiben.

Frau mit Hund kühlt sich am Wassernebel ab und geht spazieren.

Wie effektiv ist Wassernebel zur Abkühlung?

Bereits 2022 wurde das System unterhalb des Heinrich-Böll-Platzes getestet – mit großem Erfolg. Die Technik hat sich als zuverlässig und wirkungsvoll funktioniert: Im Nahbereich sank die Temperatur um 14 Grad. Selbst einige Meter vom Sprühschlauch entfernt ist es noch rund zehn Grad kälter als im Rest der Stadt. Passanten waren begeistert von der spürbaren Abkühlung.

Ein Ort zum Aufatmen – und Spielen

An einem besonders heißen Julitag versammeln sich Kinder lachend rund um die Wassernebel-Anlage am Severinsklosterplatz. Die feinen Tropfen glitzern in der Sonne, während kleine Füße über den nassen Asphalt patschen. „Das ist wie ein Zauberregen!“, ruft die achtjährige Lina, während sie mit ausgestreckten Armen durch den Nebel tanzt. Ihr kleiner Bruder Ben quietscht vor Vergnügen: „Mama, das kitzelt im Gesicht!“
Auch Erwachsene bleiben stehen, lächeln und genießen die kühle Brise. Eine ältere Dame setzt sich auf eine nahegelegene Bank und sagt: „Solche Sprühschläuche sollte es überall geben. Ida kann ich auch bei Hitze durchatmen.“ Derlei Szenen zeigen: Der Wassernebel ist mehr als nur Technik – er schafft Lebensqualität und Begegnung.

Wassernebel gegen Sommerhitze. Pärchen kühlt sich ab und steht auf dem Wasserschlauch. Sommer. Hitze. Abkühlung.

Nachhaltigkeit und Hygiene des Systems

Das eingesetzte Trinkwasser stammt aus den großen Grundwasservorkommen der Kölner Bucht. „Wir sind in der glücklichen Lage, in Köln über sehr große Grundwasservorkommen zu verfügen“, sagt unser Wasserchef Dr. Carsten Schmidt. Es ist hygienisch einwandfrei und kehrt vollständig in den natürlichen Wasserkreislauf zurück. Ein umfassendes Sicherheits- und Hygienekonzept gewährleistet den einwandfreien Betrieb.

Fazit: Wassernebel als Teil des Hitzeaktionsplans

„Cooling Cologne“ ist Teil des Hitzeaktionsplans der Stadt Köln und ein Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln flexible Lösungen für den Klimawandel geschaffen werden können. Das Projekt zeigt, wie Hitzeschutz in Köln konkret aussehen kann – bürgernah, nachhaltig und wirksam.

Weitere Informationen

• Hitzeportal der Stadt Köln
• Trinkwasserversorgung der RheinEnergie 

Kommentare
User
Solarfreak

Eine tolle Idee um kurzfristig Abkühlung zu schaffen, aber keine langfristige Problemlösung für Hitze in der Stadt. Man müsste die Innenstädte mehr begrünen und Gebäude sowie Straßen, Wege etc. in helleren Farben streichen/umgestalten, um die Hitze zu lindern. Auch müsste es mehr Schatten geben, einerseits durch Bäume aber auch durch Sonnenschutzdächer auf Gehwegen, Plätzen usw. Auch um Klimaanlagen wird man langfristig nicht rumkommen, denn irgendwie müssen ja die Wohnungen kühl gehalten werden. Bei den Klimaanlagen wären PV-Anlagen (z.B. auch Balkonkraftwerke ggf. mit Speicher) sinnvoll, um den benötigten Strom selbst zu erzeugen und nicht auf teuren und Klimaschädlichen Strom aus fossilen Energien angewiesen zu sein.

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