Nicht nur gut fürs Klima: So heizt ihr richtig

Jennifer
Jennifer
blog

In den Herbst- und Wintermonaten erwischt es viele: Schimmel in den eigenen vier Wänden! Tatsache ist, Schimmelbildung tritt in aller Regel als Folge von zu kaltem Wohnraum auf. Erfahrt hier, wie ihr das vermeiden könnt.

Wann besteht Schimmelgefahr?

Schimmel in Wohnräumen bildet sich immer dort, wo zu viel Feuchtigkeit ist. Die Ursachen können auf der einen Seite bauliche Mängel sein, z.B. undichte Stellen oder falsche Isolierung.

Auf der anderen Seite kann Schimmelbildung aber auch auf falsches Heizen und Lüften zurückzuführen sein. Denn je kälter ein Raum ist, desto größer ist die Gefahr, dass in der Luft enthaltenes Wasser kondensiert und sich an den kühlsten Stellen im Raum absetzt. In der Regel sind das die Außenwände. Hier kann rasch Schimmel entstehen.

Um das zu vermeiden, sollte die Mindesttemperatur in der Wohnung dauerhaft nicht unter 18 Grad liegen. Auch die relative Luftfeuchtigkeit sollte man im Auge behalten (am besten mit einem Hygrometer). Jahreszeitabhängig und je nach Dämmung und Lage des Raumes sollte sie zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Ungedämmter Altbau oder Passivhaus?

Bei Außentemperaturen, die dauerhaft um 15 bis 17 Grad liegen, sollten ungedämmte Altbauten geheizt werden. Bei einem Passivhaus reicht es in der Regel, wenn erst bei neun bis elf Grad Außentemperatur mit dem Heizen begonnen wird.

Wohnen zur Miete

Eine gesetzliche Mindesttemperatur für Mietwohnungen gibt es in Deutschland nicht. Aus einer Reihe von Gerichtsurteilen ergibt sich aber, dass es möglich sein muss, Wohnräume tagsüber auf 20 bis 22 Grad Celsius aufzuheizen.

Nach Ansicht der meisten Gerichte sollte die nächtliche Mindesttemperatur 18 Grad nicht unterschreiten. Innerhalb der Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 1. Mai muss die Heizungsanlage angestellt sein.

So heizt ihr richtig

1. Mal richtig Druck machen
Vor der ersten Inbetriebnahme nach den Sommermonaten solltet ihr den Wasserdruck in eurer Heizungsanlage checken. Wenn der Druck zu niedrig ist, kann nicht genug Wärme transportiert werden und die Heizung bleibt kalt. Den richtigen Druck könnt ihr am Druckmessgerät an eurer Heizungsanlage ablesen. Ist er zu niedrig, muss am Einlassventil über einen Schlauch Wasser nachgefüllt werden. Aber Vorsicht! Der Füllstandsanzeiger sollte maximal bis zum roten Bereich reichen.

2. Gluckern verboten
Wenn die Heizung gluckert, oder auch im voll aufgedrehten Zustand im oberen Bereich nicht richtig warm wird, befindet sich wahrscheinlich Luft in den Heizkörpern. Dies hat zur Folge, dass das Heizwasser nicht gleichmäßig verteilt werden kann. Abhilfe schafft ihr, indem ihr die Heizkörper entlüftet.

3. Freie Bahn für warme Heizungsluft
Damit die warme Luft sich optimal im Raum verteilen kann, sollte die Heizung nicht mit Möbeln zugestellt, oder durch Vorhänge verdeckt sein. Also lieber alles ein paar Zentimeter abrücken und am besten auch auf dekorative Heizkörperverkleidungen verzichten.

4. Kühler ist cooler
In allen Zimmern die Heizung voll aufzudrehen ist Geldverschwendung und belastet unnötig das Klima. Damit ungenutzte Räume nicht auskühlen, sollten diese zwar beheizt werden, jedoch sind hier 12 Grad völlig ausreichend. Für Wohnräume empfehlen Experten 20 bis 21 Grad. In Küche, Schlafzimmer und Diele können es ruhig 2 Grad weniger sein. Grundsätzlich gilt: Es ist kostengünstiger, die Raumtemperatur konstant zu halten, anstatt die Heizung nachts herunterzudrehen.

5. Kippverbot: keine Energie zum Fenster rauswerfen
In den Heizungsmonaten herrscht „Kippverbot“! Denn durch dauerhaft gekippte Fenster kühlen nicht nur die Innenwände aus, sondern die warme Heizungsluft kann auch entweichen. Ihr heizt also die Straße und den Garten eurer Nachbarn, anstatt eure eigenen vier Wände. Daher lieber mehrmals täglich die Fenster komplett aufmachen (Stoßlüften) und dabei natürlich die Heizung abdrehen!

6. Ein Fall für die Profis
Einmal im Jahr solltet ihr eure Heizung von einem Fachbetrieb warten und reinigen lassen. Das lohnt sich gleich mehrfach: Es verlängert die Lebensdauer der Heizungsanlage und spart jede Menge Energie – und somit Geld.

7. Die Alte muss weg
Ist eure Heizung älter als 15 Jahre? Dann nichts wie raus mit ihr! Alte Anlagen haben nicht nur einen schlechten Wirkungsgrad, sondern sind meist auch noch völlig überdimensioniert. Moderne Heizgeräte hingegen verbrauchen bis zu 30 Prozent weniger Energie.

Stoßlüften ist immer die bessere Alternative zumdauerhaftem Lüften mit Fenstern in Kippstellung. Quelle: AdobeStock.

Welche Temperatur in welchem Raum?

  • Wohnzimmer: 20-22 °C
  • Schlafzimmer: 15-18 °C
  • Kinderzimmer: 20 °C (nachts eher 16-18 °C)
  • Küche: 16-18 °C
  • Badezimmer: 23 °C
  • Flur/Diele: 15 °C
  • Keller/Dachboden: 12 °C
Kommentare

Keine Kommentare gefunden

Schreib uns deinen Kommentar!

Weitere Beiträge

„Wir gestalten die Energiewende mit“

Wir gehen die Energie- und Wärmewende aktiv an. Daher haben wir eine Reihe neuer Projekte angestoßen – allen voran die Großwärmepumpe am Standort Niehl. Um diese Projekte umzusetzen, brauchen wir gut ausgebildete und motivierte Kolleginnen und Kollegen. Christian Suchak (40) und Alexander Felk (37) erzählen euch hier, welchen Beitrag sie zur Energieversorgung der Zukunft leisten.

weiterlesen
Bild
08Jul

Wärmepumpe in Köln: Dein Weg zur klimafreundlichen Heizung – einfach erklärt

Du denkst über eine Wärmepumpe in Köln nach, weißt aber nicht so recht, wo du anfangen sollst? Keine Sorge, damit bist du nicht allein. Viele Kölnerinnen und Kölner stehen gerade vor genau dieser Entscheidung. Wir zeigen dir, worauf es ankommt. 

weiterlesen
Bild
02Mär

So funktioniert Europas größte Flusswasserwärmepumpe

Mit einer Leistung von 150 Megawatt entsteht an unserem Standort in Köln-Niehl Europas größte Flusswasserwärmepumpe. Für eine klimaneutrale, zuverlässige und bezahlbare Wärmeversorgung in unserer Stadt ist diese Anlage von zentraler Bedeutung. Wie sie genau funktioniert und wann der Bau startet, erfahrt ihr hier.

weiterlesen
Bild
09Jan

Luft, Erde, Wasser: Funktionsweisen von Wärmepumpen

Eine Wärmepumpe heizt euer Zuhause mit Strom – aber wie funktioniert das eigentlich? Wir erklären euch das Prinzip Schritt für Schritt, stellen die verschiedenen Arten vor und vergleichen Luft- und Erdwärmepumpen. So könnt ihr herausfinden, welche Lösung am besten zu euch passt.

weiterlesen
Bild
16Mär

Mit Sparduschkopf und Thermostat gegen Gas-Lieferstopp

Es ist ein Appell an uns alle: Wir sollen so viel Energie wie möglich einsparen, sagt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Denn Deutschland bereitet sich auf möglicherweise eintretende Versorgungsengpässe mit Gas aus Russland vor. Das betrifft das Heizen und den Stromverbrauch. Denn Gas wird in Deutschland auch zu dessen Produktion genutzt.

weiterlesen
Bild
01Apr