19.05.2020 Janine

So wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Kölner Wasserverbrauch aus

Die Kölner haben ihr Nutzungsverhalten während des Lockdowns verändert (Bild: Adobe Stock).

Viele Pendler haben in den vergangenen Wochen morgens zusätzlich Zeit gewonnen. Denn wer im Homeoffice arbeitet, spart sich logischerweise den Fahrtweg zur Arbeit. Doch stehen viele Menschen aufgrund der Corona-Krise morgens tatsächlich später auf? Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Wasserversorgung haben die Zahlen zur täglichen Wasserabgabe ausgewertet und dabei spannende Antworten gefunden.

Nun wissen wir es mit Sicherheit: Die Kölner duschen aktuell etwa 120 Minuten später als in den Monaten vor Corona. Statt in der Zeit zwischen 7:30 und 8:30 Uhr wird nun zwischen 9:30 und 10:30 Uhr am meisten Wasser verbraucht. Die morgendliche Abgabespitze verschiebt sich nach unseren Erkenntnissen demnach um fast zwei Stunden. Das zeigt die Auswertung unserer Einspeisungen ins Kölner Wassernetz in den vergangenen Wochen. Zähneputzen, waschen, Toilettenspülung, das Duschen oder Baden, Kaffee oder Tee kochen sowie das Anstellen von Waschmaschinen oder Geschirrspülern ist jetzt nicht mehr an den frühen Start in den Arbeits- und Schultag gekoppelt.

Was sich daraus außerdem ablesen lässt: Die Stundenspitze am Morgen ist jetzt kleiner und entspricht mit einem Minus von rund sieben Prozent in etwa der Höhe eines Wochenendtages. Das bedeutet: Es duschen weniger Menschen - zumindest in den frühen Morgenstunden.

Die Einspeisemenge des Kölner Trinkwassers

Auf Bild klicken für Großansicht (Quelle: RheinEnergie).

Insgesamt ist der Wasserverbrauch im vergangenen Monat aber gestiegen: Wir hatten im April 2020 einen um 485.000 m3 höheren Wasserverbrauch als im fünfjährigen Mittel davor. Das entspricht einem Anstieg von rund 6,5 Prozent und ist zum Großteil auf die Trockenheit zurückzuführen. Ob es auch an der Corona-Krise – zum Beispiel wegen häufigeren Händewaschens – liegt, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Denn beispielsweise fehlen zurzeit Verbräuche, die unter normalen Umständen durch Touristen und Berufspendler entstehen. Im März lagen die Abgaben mehr oder weniger auf dem Niveau der Vorjahre.

Wie sich das Stromnutzungsverhalten in den letzten Wochen verändert hat, könnt ihr in diesem Blog-Artikel nachlesen.





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