Unsere Grundwasser-Beobachter: (K)ein exotischer Beruf

Lutz
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Unsere Grundwasser-Beobachter sind täglich im Einsatz, um das Kölner Grundwasser zu untersuchen (Bild: RheinEnergie).

Jedes Kind weiß, was ein Lehrer macht, eine Postbotin, ein Polizist. Ärztin, Anwalt? Alles bekannt. Was aber macht ein Grundwasser-Beobachter? Da geraten selbst Kolleginnen und Kollegen aus dem eigenen Unternehmen bisweilen in Erklärungsnot. Dabei sind diese Wasserexperten für eine sichere Versorgung unerlässlich. Zum Weltwassertag am 22. März stellen wir euch ihre Aufgaben einmal vor.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, Trinkwasser eines unserer Kernprodukte. In Köln gewinnen wir es aus Grundwasser, das in einer etwa zehn Meter tiefen und gut fünfzehn Meter dicken Schicht durch den Untergrund fließt. Unsichtbar für fast alle – ein paar Leute jedoch wissen etwas mehr über dieses wertvolle Naturprodukt: unsere Grundwasser-Beobachter. Jeden Tag sind sie in der Kölner Bucht unterwegs, um sicherzustellen, dass wir unseren Kunden jederzeit bestes Trinkwasser liefern können.

Dazu haben wir in der Kölner Bucht rund 1.200 Messstellen eingerichtet, an denen zu sehen ist, was sonst keiner sieht; das Grundwasser. Oder besser: dessen Pegel. Den dokumentieren unsere Fachleute mit Lichtloten bereits seit 1916. Daher wissen wir, dass der Pegel zwar Schwankungen unterliegt, sich im Mittel jedoch in den vergangenen rund hundert Jahren nicht verändert hat. Das ist eine wichtige Information, denn selbstverständlich dürfen wir nicht mehr Wasser fördern, als über Niederschläge nachfließt.

Video: Grundwasser-Beobachter bei der Arbeit

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Verunreinigungen frühzeitig erkennen

Und wir wollen sauberes Wasser fördern. Darum messen und dokumentieren unsere Fachleute nicht nur den Grundwasser-Pegel, sondern nehmen regelmäßig auch Proben, die wir anschließend in unserem Labor auf verschiedene chemische, physikalische und biologische Parameter untersuchen. Dabei machen wir uns eine bestimmte Eigenschaft des Grundwassers zunutze: es ist extrem langsam. In der Kölner Bucht fließt es gerade einmal einen Meter pro Tag.

So haben wir genügend Zeit, etwaige Verunreinigungen frühzeitig zu erkennen und zu reagieren, lange bevor das Wasser unsere Brunnenanlagen erreicht. Eine einfache Rechnung: Von einer Messstelle, die 365 Meter entfernt ist, braucht das Wasser bis zum betreffenden Brunnen ein ganzes Jahr. Wir haben für unsere Anlagen einen Zwei-Jahres-Radius festgelegt. Zudem gibt es sicherheitshalber weitere Messstellen innerhalb dieser Zonen.

Die lange und langsame Bodenpassage unseres Grundwassers hat übrigens einen unschätzbaren Nebeneffekt: Das Wasser wird dank der Filterwirkung von Kiesen und Sanden mechanisch gesäubert und von Bodenorganismen biologisch gereinigt. So hat das Wasser meist schon Trinkwasserqualität, bevor wir es zusätzlich in unseren Wasserwerken mittels Aktivkohle aufbereiten und/oder entsäuern.

Fließrichtung des Grundwassers ablesen

Und woher wissen wir, von wo es kommt und in welche Richtung das Wasser im Untergrund fließt? Auch diese Erkenntnis verdanken wir unseren Grundwasser-Beobachtern: Aus den Pegelhöhen von mindestens drei Messstationen lassen sich sogenannte Gleichenpläne erstellen, also Grundwasserprofile, anhand derer sich – ähnlich wie bei den Höhenlinien auf einer Landkarte – das Gefälle und damit die Fließrichtung des Wassers ablesen lässt.

Unsere Grundwasser-Beobachter beschaffen Tag für Tag einen Gutteil jener Daten, die wir für eine sichere und zuverlässige Trinkwasserversorgung dringend benötigen. Dank ihrer Arbeit sehen wir tatsächlich, was andere nicht sehen.

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