21.05.2019 Claudia

Erst denken, dann spülen – Abwasserschutz ist Umweltschutz

Medikamente sollten, ebenso wie Essensreste, Hygieneartikel und giftige Substanzen, nicht in der Toilette entsorgt werden (Bild: AdobeStock).

Dass Wasser ein kostbares Gut ist und deshalb sparsam verwendet werden sollte, ist nicht neu. Dass wir alle über unser Wegwerfverhalten dazu beitragen können, unsere wichtigste Trinkwasserressource – das Grundwasser – zu schützen, ist vielen nicht bewusst. Dabei geht das ganz einfach. Indem wir uns bewusst machen, welche Stoffe weder in die Toilette noch in den Abfluss gehören.

Giftige Substanzen, Essensreste & Co. können die Abwasserleitungen verstopfen und angreifen, was zu undichten Stellen im Rohr führen kann. Durch diese könnten wassergefährdende Stoffe dann auch direkt ins Grundwasser gelangen. Dass das nicht passiert und das rund 2.400 Kilometer lange Abwassersystem in Köln intakt und sauber bleibt, dafür sorgen unsere Kollegen der „Kölner Stadtentwässerungsbetriebe“ (StEB).

Fremdstoffe im Abwasser schaden der Umwelt

Um ihnen ihre Arbeit ein wenig zu erleichtern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen, sollten wir zweimal darüber nachdenken, was wir die Toilette oder den Abfluss runterspülen. Denn alles, was wir in die Toilette werfen oder in den Abfluss spülen, landet letztendlich auch im Wasserkreislauf. Außerdem belasten die Fremdkörper und -stoffe nicht nur das Kanalnetz, sondern können auch den biologischen Reinigungsprozess der Kläranlage stören. Dies führt zu einem erhöhten Aufwand beim Herausfiltern der Fremdstoffe, der durch eine Anpassung der Abwassergebühren kompensiert wird – was wiederum uns alle betrifft. Zudem können nicht alle Stoffe vollständig herausgefiltert werden und schädigen eventuell sogar die Gewässer.

Was im Abfluss landet, findet sich im ungünstigsten Fall in den Gewässern und schließlich im Grund- und Trinkwasser wieder (Bild: AdobeStock).

Die Toilette ist kein Mülleimer

Daher gilt in Bezug auf die Toilette folgende ganz einfach zu merkende Regel: Heruntergespült werden darf nur Toilettenpapier und das, wozu es gebraucht wird – ihr wisst schon, was wir meinen. Also bitte zukünftig keine Hygieneartikel, Essensreste, Feuchttücher, Wattepads oder ähnliches mehr im WC entsorgen – das alles gehört in den Mülleimer. Wer sich daran hält, macht die Kollegen der StEB ziemlich glücklich und verhilft den Kölner Installateuren zu mehr Freizeit durch weniger verstopfte Toiletten. Kommt es dennoch einmal so weit, greift lieber zur Rohrzange als zu aggressiven chemischen Abflussreinigern. Diese Mittel belasten ebenfalls unnötig die Gewässer. Und auch fürs tägliche Putzen reicht umweltfreundlicher Essigreiniger vollkommen aus.

Video: Woher kommt unser Trinkwasser?

Noch mehr Tipps zum Thema haben die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe in einem Flyer zusammengestellt. 
Dort erfahrt ihr unter anderem, welche Stoffe auf keinen Fall im Waschbecken heruntergespült werden dürfen und wo bestimmte Abfälle entsorgt werden. So könnt ihr abgelaufene Medikamente in die Apotheke und Altöl zur Tankstelle bringen und Lacke, Holzschutzmittel und Co. nehmen die Schadstoffsammelstellen der AWB kostenlos entgegen. Über die Reste eures Mittagsessen sollten sich zukünftig lieber euer Mitbewohner oder die nette Nachbarin von gegenüber freuen als die Ratten im Kölner Untergrund, denn die können Essensreste bis zu ihrem Ursprung verfolgen – keine angenehme Vorstellung …

Und der einfachste und zugleich effektivste Tipp: Erst denken, dann spülen. Denn: Abwasserschutz ist Umweltschutz und der geht uns alle an!

 

Eintauchen erlaubt – Wasserschule Köln

Die Wasserschule Köln informiert Kinder und Jugendliche praxisnah und erlebnisorientiert über Wasser und alle Aspekte des Wasserkreislaufs. In verschiedenen Unterrichtseinheiten von der Trinkwassergewinnung bis zur Abwasserreinigung wird ein verantwortungsbewussten Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser vermittelt.

Träger der Einrichtung sind das Wasserforum, die RheinEnergie AG und die StEB Köln.

Weitere Infos unter: www.wasserschule-koeln.de

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





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