Die Gasrechnung verstehen: Kein Buch mit sieben Siegeln

Jennifer
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Gasverbrauch von Kubikmeter in Kilowattstunden umrechnen – hier erfahrt ihr mehr (Quelle: Adobestock).

Warum zeigt mein Gaszähler Kubikmeter (m3) an, wenn auf der Abrechnung die verbrauchten Kilowattstunden (kWh) ausgewiesen werden? Wie kann ich m3 in kWh umrechnen, damit ich weiß, wie hoch meine Gasrechnung sein wird? Hier erfahrt ihr, wie es geht.

Die Gasrechnung ist eine für Kundinnen und Kunden sehr faire Energierechnung, denn man zahlt wirklich genau das, was man erhält. Und zwar nicht das verbrauchte Gasvolumen, sondern die Energie, die im gelieferten Erdgas steckt. Das ist deshalb fair, weil das Gasvolumen nur wenig über die enthaltene Brennenergie aussagt. Als physikalische Größe wirken sich auf das Gasvolumen nämlich auch der Luftdruck und die Umgebungstemperatur aus. Würde man das Volumen in Rechnung stellen, fiele der Verbrauch wegen dieser Faktoren an verschiedenen Wohnorten unterschiedlich aus.

Umrechnung von Kubikmetern in Kilowattstunden

Die Umrechnung von Kubikmetern in Kilowattstunden ist also eine sehr gute Möglichkeit, den tatsächlichen Brennwert des Gases und den eigenen Verbrauch zu ermitteln. Mit folgender Formel kann man das einfach selbst tun:

Verbrauch in m3 x Brennwert x Zustandszahl = Verbrauch in kWh

Was ist die Zustandszahl?
Die Zustandszahl beschreibt das Verhältnis des Gasvolumens im Normzustand zu dem im Betriebszustand zu Hause (Normzustand: Temperatur von 0 °C und Druck von 1 bar). Die Zustandszahl für Kunden im Niederdrucknetz liegt in Köln zwischen 0,95 und 0,98. Sie ist unabhängig davon, ob L- oder H-Gas bezogen wird und hängt vom Wohnort (Höhenzone) und einigen weiteren Parametern ab.

Was ist der Brennwert?
Er gibt an, wieviel Energie in einem Kubikmeter Gas enthalten ist. Der Brennwert im Versorgungsgebiet der RheinNetz GmbH liegt für L-Gas bei ca. 10,1-10,4 kWh/m³, für H-Gas bei ca. 11,3-11,8 kWh/m³. Der Brennwert muss von den Netzbetreibern, also auch von der RheinNetz, veröffentlicht werden. Die Tabellen können auf der Seite der RheinNetz eingesehen werden.

Beispielrechnung ganz einfach erklärt

Wir verdeutlichen die Rechnung anhand eines Beispiels: Der durchschnittliche jährliche Gasverbrauch für ein Einfamilienhaus im Versorgungsgebiet der RheinEnergie, in dem Erdgas zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt wird, liegt bei etwa 13,4 m3 Gas pro Quadratmeter (m2). In unserem Beispiel gehen wir von einer Fläche von 150 m2 aus. Damit liegt der Verbrauch in Kubikmetern bei insgesamt 2013 m3. Die Zustandszahl für Gas beträgt in unserem Beispiel 0,9655 und der Brennwert des Gases 10,289 kWh/m3.

2013 m3 x 10,289 kWh/m3 x 0,9655 = 19.997 kWh

Um den eigenen Gasverbrauch zu errechnen genügt es, den Zählerstand abzulesen und eine einfache Formel anzuwenden (Quelle: AdobeStock).

Der Verbrauch in Kubikmetern lässt sich in der Regel leicht anhand einer Zählerablesung ermitteln. Dazu genügt es, die Differenz zwischen altem und aktuellem Zählerstand auszurechnen. Der so ermittelte Wert wird mit dem Brennwert und der Zustandszahl multipliziert. Beide Werte stehen auf der letzten Gasrechnung. Wer keine Rechnung hat – fragt einfach beim Energieversorger nach.

Das Ergebnis muss man nun mit dem Preis pro Kilowattstunde multiplizieren und erhält so die jährlichen Verbrauchskosten.

Auf diese Weise behaltet ihr den Überblick und errechnet leicht den jährlichen Verbrauch oder, bei häufigerem Ablesen des Zählerstands, eben auch den monatlichen Verbrauch. Seid ihr neugierig, wieviel Gas ihr in einer Heizungsperiode, beispielsweise im Winter, verbraucht habt, könnt ihr auch dies ausrechnen und müsst nicht die Jahresabrechnung abwarten.

Weitere Informationen und Antworten auf die häufigsten Fragen findet ihr auf unserer Website:

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