07.05.2018 Claudia

Von Kies und Kokosnüssen: So kommt unser Wasser in die Leitung

Immer in bester Qualität verfügbar: unser Trinkwasser (Bild: Adobe Stock).

126 Liter Trinkwasser fließen durchschnittlich bei jedem von uns täglich aus dem Hahn. Doch wie kommt es da eigentlich hin? Wir begleiten unser Wasser auf seinem langen Weg von der Kölner Bucht ins Kölner Badezimmer.

Das Wasser, das uns täglich erfrischt und mit dem wir unsere Blumen gießen oder leckere Pasta kochen, stammt aus der Kölner Bucht, deren Untergrund von einem stetigen Grundwasserstrom langsam durchzogen wird. In diesem riesigen unterirdischen Grundwasserreservoir mischen sich versickertes Oberflächen- und Niederschlagswasser. Bevor das Wasser in den Brunnengalerien unserer acht Wasserwerke gefördert werden kann, hat es eine lange Reise durch die ausgedehnten Kies- und Sandschichten des Rheintals vor sich. Dabei wird es auf natürliche Weise gefiltert und effektiv von störenden Stoffen gereinigt.

Der Wasserkreislauf (Grafik: RheinEnergie).

Viele Wege führen zum Wasserwerk

In Köln angekommen führen mehrere Wege zu unseren Wasserwerken. Im Wasserwerk Weiler, das im linksrheinischen Kölner Norden liegt, wird es beispielsweise in fünf Kilometer entfernten Brunnen als so genanntes Rohwasser gefördert. Durch eine mehrere Kilometer lange Leitung pumpen wir dieses Wasser zur Versickerungsanlage in Esch, wo es in große Becken versprüht und dabei mit Sauerstoff angereichert wird. Dies verbessert die Lebensbedingungen bestimmter Mikroorganismen, die das Wasser in einem natürlichen Prozess reinigen. Die Versickerung senkt zudem die Wasserhärte und den Nitratgehalt des natürlichen Grundwassers. Von den Versickerungsbecken aus fließt das Wasser zum Wasserwerk Weiler, wo es in Brunnen gefördert wird.

Kohle, Kokosnuss & Co.

Da das Wasser auf dem Weg zu unseren Wasserwerken bereits biologisch vorgereinigt wurde, können sich unsere Experten bei der Aufbereitung des Trinkwassers auf ein nötiges Mindestmaß beschränken, zum Beispiel die Filterung über Aktivkohle. Diese wird aus organischen Materialien wie Steinkohle oder Kokosnuss-Schalen hergestellt und in millimetergroße poröse Körnchen oder Stäbchen gebrochen. Diese stark zerklüfteten Aktivkohleteilchen haben eine riesige Oberfläche. Sechs Gramm – das entspricht circa der Menge auf einem Teelöffel – hätten ausgebreitet etwa die Oberfläche eines Fußballfeldes. Die Aktivkohle befindet sich in Behältern mit einem Fassungsvermögen von 100 bis 200 Kubikmetern. Das Wasser aus den Brunnen wird in diese Behälter geleitet, wo es langsam durch eine meterhohe Aktivkohleschicht sickert. In den feinen Kapillaren und Mikroporen lagern sich selbst geringste Konzentrationen von gelösten organischen Wasserinhaltsstoffen, Schweb-, Geruchs- und Geschmacksstoffen an. Die Filter halten auch organische Verunreinigungen, chlorierte Kohlewasserstoffe und Spuren von Pflanzenschutzmitteln zurück.

Aktivkohle filtert letzte Verunreinigungen aus dem Wasser (Bild: Adobe Stock).

So richtig Druck machen

Damit dieses gereinigte, hochwertige Wasser nun in eure Wohnungen kommt und euch jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung steht, ist eine umfangreiche Technik nötig. So muss beispielsweise der Druck auch dann ausreichen, wenn die Feuerwehr kurzfristig größere Mengen Löschwasser aus einem Hydranten entnimmt. Hierfür müssen unzählige Pumpen, Filter, Schieber und Rohre gesteuert, geregelt und überwacht werden. Unser riesiges Trinkwassernetz, das alle acht Wasserwerke mit den Kunden verbindet, sorgt dafür, dass die Versorgung auch dann gesichert ist, wenn mal eines der Wasserwerke ausfällt. Außerdem kontrollieren und erneuern unsere Techniker ständig das Rohrnetz, um undichten Stellen und somit Wasserverlust vorzubeugen.

Auf dem Weg vom Wasserwerk zu den Häusern verzweigt sich das Trinkwasserverteilnetz immer weiter. Dabei nimmt der Rohrdurchmesser kontinuierlich ab. Die Hausanschlussleitung verbindet schließlich das in der Straße verlegte Transportrohr mit dem jeweiligen Gebäude, in dem jetzt nur noch der Hahn aufgedreht werden muss, um das wirklich jote Wasser vun Kölle zu genießen - oder zu gießen.





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