22.07.2016 Adrian

Grüner grillen - so schonst du beim Brutzeln das Klima

Bei den sommerlichen Temperaturen genießen wir unsere Freizeit wieder massenhaft an Badeseen, Flussufern oder im Stadtpark. Häufig mit dabei: ein Grill und lecker Grillgut. Was die wenigsten dabei beachten: Grillen erzeugt reichlich Klimagas. Der Rauch ist dabei aber das geringste Problem. 

 

Sommer! Endlich. Die Sonne scheint und die Temperaturen knacken wieder die 30-Grad-Marke. Was liegt da näher, als am Baggersee, am Rhein oder im Stadtpark das schöne Wetter zu genießen? Zahlreiche Rauchsäulen zeugen davon, dass für viele von euch Sonnenbaden und Grillen zusammengehören. 

Nur die wenigsten denken dabei an die Umwelt. Am ehesten noch, wenn der Wind den Rauch zum eigenem Liegeplatz herüberweht. Dabei sind die Grills für die Umwelt noch das kleinste Problem, wie der TÜV in einer Studie herausgefunden hat. "Ob Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill ist für die Umwelt längst nicht so wichtig wie die Auswahl des Grillguts“, so TÜV-Experte Ralf Martin Müller, denn 95 Prozent der klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. 

Kühe erzeugen viel klimaschädliches Methangas.
Kühe erzeugen viel klimaschädliches Methangas

Zu diesem Ergebnis kamen die TÜV-Experten, als sie die Emissionen eines Grillabends von zwei Familien untersucht haben. Auf den Rost der je acht Personen starken Gruppen kamen in beiden Fällen 200 Gramm Rind-, Schweine- und Hähnchenfleisch, Würstchen von Rind und Schwein sowie Feta und Mais.

 

Abhängig von der Grillart (Kohle, Gas und Elektro) entstanden an dem Abend zwischen 17,5 und 18 Kilogramm CO2-Äquivalent. Das entspricht in etwa einer Autofahrt von 120 Kilometern in einem Mittelklasseauto. Für die Berechnung wurde der ganze Lebensweg des Grillguts mit einbezogen: von der Herstellung oder Erzeugung über Transport und Verkauf bis zur Verwendung und Verwertung.

So viel Co2 erzeugt unser Grillgut

  • 200 Gramm Rindfleisch entsprechen 2,9 Kilogramm Co2

  • 200 Gramm Grillkäse entsprechen 1,9 Kilogramm Co2

  • 200 Gramm gegrillter Mais entsprechen 50 Gramm Co2

Klimasünder Nummer eins auf dem Grill ist demzufolge das Rindfleisch. 200 Gramm gegrilltes Fleisch erzeugen 2,9 Kilogramm CO2-Äquivalent. Der Grund: Rinder „rülpsen“, verursacht durch ihre Verdauung, große Mengen Methan aus. Das Gas ist für das Klima weitaus schädlicher als CO2. Auf Platz zwei der Öko-Bilanz landete der Grillkäse mit 1,92 Kilogramm CO2-Äquivalent je 200 Gramm, gefolgt – mit deutlichem Abstand – von Schweinefleisch und Würstchen. Am günstigsten schneidet mit nur 52 Gramm CO2-Emission der gegrillte Mais ab. 

Einweggrills: praktisch, aber schädlich

"Bewusstes Einkaufen nützt der Umwelt. Wer also einmal auch auf Grillkäse und Rindfleisch verzichtet, kann leicht Gutes für die Umwelt tun", so Müller. In ihrem Versuch konnten die Tester die Emissionen so um stattliche 18 Prozent senken.

 

Unter Umweltgesichtspunkten schneidet der praktische Einweggrill übrigens besonders schlecht ab. Wenn ihr auch an dieser Stelle etwas Gutes tun wollt, schleppt ihr am besten den sperrigen Holzkohleofen mit auf die Wiese.    

 

Wir wünschen euch viel Spaß beim Grillen!

 

Kennt ihr weitere leckere Alternativen zu Rindfleisch und Grillkäse? 





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