11.09.2015 Andreas

IFA 2015: Das sind die Top-Trends von der Internationalen Funkausstellung

Noch ist es nicht soweit, dass wir auf dem TV-Gerät eine Nachricht vom Backofen erhalten. Aber lange müssen wir wohl darauf nicht mehr warten. Dafür können wir heute schon per Tablet oder Smartphone einen Blick in den Kühlschrank werfen, das persönliche Kaffeegetränk zubereiten und abspeichern, sowie Waschmittel mit wenigen Klicks nachbestellen.

Die Waschmaschine von Beko ist Effizienzchampion 2015

Hohe Energieeffizienz von Haushaltsgeräten kommt auf dem Markt an

Energiesparend sind mittlerweile alle neuen Geräte, vom Kühlschrank bis zum Wäschetrockner. Nach Jahren der stetigen Verbesserung ändert sich in diesem Bereich jetzt nicht mehr viel. Dafür wird immer mehr Technologie aus den Geräten mit höchster Effizienz in Geräten der günstigeren Preisklassen verbaut. 

 

Bei Waschmaschinen ist die Klasse A+++ mittlerweile Standard. Mehr als die Hälfte der im ersten Halbjahr 2015 verkauften Geräte erfüllt die Anforderungen der höchsten Effizienzklasse. Viele Hersteller bieten heute aber auch Geräte an, die nur noch die Hälfte des Strombedarfs dieser Klasse aufweisen, also A+++ minus 50%.

 

Bei einer Waschtrommel für 8 kg Wäsche sinkt damit der Stromverbrauch im Jahr auf unter 100 kWh. Den Rekordwert für die sparsamste Waschmaschine erreicht auf der IFA 2015  der türkische Hersteller Beko  mit einem Jahresstromverbrauch von 58 kWh für eine 8-kg-Waschmaschine. Dies entspricht einer Energieeffizienzklasse A+++ minus 70%.

Betrieb der Haushaltsgeräten durch Solarstrom vom Dach

Bei weiteren Steigerungen der Energieeffizienz werden die Preise für die Kunden deutlich ansteigen. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit die Stromkosten für Haushaltsgeräte zu senken. Wer eine Photovoltaik-Anlage besitzt, kann künftig noch einfacher den Strom selbst nutzen.

 

Auf der Messe haben mittlerweile einige Hersteller ihre Geräte mit eingebautem WLAN und zeitvariablem Start vorgestellt. Waschmaschine, Wäschetrockner und Geschirrspüler können dann befüllt und für den Start vorbereitet werden. Wenn dann die Photovoltaik-Anlage ausreichend Strom liefert, wie am Stand der Bosch Hausgeräte GmbH gezeigt wurde, werden die einzelnen Geräte gestartet.

 

In Zusammenarbeit mit dem SMA Sunny Home Manager, der die Wettervorhersage kennt, werden die einzelnen Geräte gestartet, wenn zuvor der zeitvariable Beginn mit der App „Home Connect“ eingestellt wurde und ausreichend Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Reicht der Strom vom Dach nicht aus, um den Spül- oder Waschgang bis zum Abend zu beenden, werden die Geräte automatisch mit Strom aus dem Netz betrieben.

Innovation: Trockner übernimmt Daten der Waschmaschine.

Vernetzung soll unseren Alltag vereinfachen

Neben der Energieeinsparung soll die Vernetzung der Haushaltsgeräte vor allem auch Arbeit einsparen und den Verbrauchern das Leben erleichtern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Waschmaschine. Damit man weiß welches Programm für die Wäsche am besten ist, können über die App des Herstellers die Art der Wäsche ausgewählt und weitere Wünsche wie besonders schonende, zeitoptimierte oder energiesparende Wäsche angegeben werden. Interessant wird es vor allem dann, wenn die eingestellten Daten nicht auch noch für den Trockner extra ausgewählt werden müssen, sondern direkt von der Waschmaschine übernommen werden können. Diese Funktion wurde bei Bauknecht gezeigt und ist ab Oktober 2015 mit den neuen Geräten verfügbar.

Weitere Funktionen vernetzter Geräte

Die weiteren möglichen Funktionen, die demnächst mit neuen Geräten genutzt werden können, sind vielfältig. So zeigten mehrere Aussteller, wie man ganz bequem das persönliche Lieblings-Kaffeegetränk auf dem Tablet zusammenstellen und für die Zukunft auf dem Kaffee-Vollautomaten speichern kann. Bei Siemens konnte man sogar mehrere Getränke in einer Liste speichern und diese dann nacheinander „abarbeiten“.

Eine andere innovative Neuheit dieses Herstellers ist ein Kühlschrank, in den zwei Kameras eingebaut sind, mit denen man unterwegs über eine App checken kann, was noch eingekauft werden muss.

Weitere Haushaltsgeräte-Highlights sind die Miele App „Conn@ct“, über die sich die Waschmaschine meldet, wenn sie neues Waschmittel benötigt oder die Backofen-Cam von AEG. Mit dieser kann man  demnächst vom Tablet aus einen Blick in den Ofen werfen, um zu sehen, ob das Gericht bereits fertig ist. Wer möchte, kann das Bild auch direkt in den sozialen Netzwerken teilen und den Freunden zeigen.

Fazit

Begonnen habe ich mit der Nachricht des Backofens an den Fernseher. Offene Standards machen es möglich, dass dies in wenigen Jahren tatsächlich zur Realität wird – und zwar sogar herstellerübergreifend.

Dieser Beitrag stammt von Gastblogger Andreas Kühl. Mit energynet.de betreibt er eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Energie-Blogs. Bei Fragen und Anregungen könnt ihr ihn unter kontakt@energynet.de erreichen oder das Kommentarfeld unter diesem Beitrag nutzen.

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