27.04.2015 Adrian

Fit mit Strom – So will das Startup Thync unsere Stimmung beeinflussen

Das Startup Thync verspricht mit seiner Erfindung Vibe Entspannung und Energie auf Knopfdruck. Die Zutaten: ein Smartphone, Gleichstrom und zehn Minuten Zeit. Die Investoren stehen Schlange und erste Studien klingen vielversprechend.

14 Uhr: Das Mittagessen liegt schwer im Magen, der Chef und die geschätzte Kollegin erscheinen in Dauerschleife mit immer neuen Aufgaben am Schreibtisch, das Telefon steht nicht still und die Kaffeemaschine streikt. Wie schön wäre es jetzt, sich auf Knopfdruck mit frischer Energie und guter Laune zu versorgen? Nicht weniger als das verspricht das amerikanische Startup Thync mit seiner Erfindung Vibe. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Wearable. Wearables sind intelligente Gadgets, die uns etwa in Form von Smartwatches und Fitnessbändern neue Kommunikationsmöglichkeiten bieten oder uns bei der Selbstoptimierung unterstützen. Zu letzterer soll auch Vibe beitragen. 

Mehr Wellness-Tool denn medizinisches Gerät

Mit offiziellen Bildern von Vibe geizt das Unternehmen noch. Auch über den Preis ist noch nichts bekannt. (Bild: Thync)

Mittels externer kranialer Neurostimulation (schwacher Strom dämpft oder verstärkt die Erregbarkeit von Nervenzellen) oder einfacher: Mit Gleichstrom soll das unscheinbare Gerät, dass an einen Kopfhörer erinnert, unmittelbar auf unsere Hirnfunktion einwirken. Wer Ruhe braucht, klemmt sich Vibe hinter die Ohren, wer einen Energieschub braucht, befestigt die Elektroden an Schläfe und Nacken. Über eine Smartphone-App können Anwender die Intensität der Frequenz und elektrischen Impulse steuern. 

Jamie Tyler, Mitbegründer des Startups Thync. (Foto: Thync)

„Nach jahrelanger Forschung haben wir eine Möglichkeit gefunden, auf Areale im Gehirn einzuwirken, die für die Stressverarbeitung verantwortlich sind“, sagt Jamie Tyler, Mitbegründer von Thync. Die elektrischen Impulse, die Vibe über seine Elektroden absondert, sollen Areale im Gehirn stimulieren, auf die man bisher nur mit Chemikalien oder über eine OP einwirken konnte. Thync versteht seine Erfindung aber nicht als medizinisches Gerät, sondern als Wellness-Tool

Zehnminütige Anwendung wirkt wie ein paar Drinks

Eine zehnminütige Anwendung habe einen ähnlichen Effekt wie eine Mediation oder ein paar Drinks und könne bis zu einer Stunde anhalten. Ohne Nebenwirkungen, versteht sich. Nur in seltenen Fällen kommt es an den Stellen, wo die Elektroden aufliegen, zu leichten Rötungen auf der Haut. „Unser Gehirn verfügt über die Mittel Stress zu bekämpfen und sich zu beruhigen. Wir haben einen Weg gefunden, diese Mechanismen auf Abruf zu aktivieren“, so Tyler weiter. Von dem Versprechen, dass durch eine auf bioRxiv veröffentlichte Studie mit 82 Probanden gestützt wird, sind auch Investoren angetan. Zuletzt konnte die junge Firma 13 Millionen Dollar Risikokapital einwerben. 

Über den Preis für ihre Erfindung schweigt sich Thync noch aus. Sicher scheint aber, dass Vibe noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Wir sind gespannt und werden das Gerät natürlich testen.

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