01.07.2014 Adrian

Stromnutzertypologien – von Sparfuchs bis Stromschleuder

Der eine geizt, der andere aast – beim Stromverbrauch folgen viele ihrer ganz eigenen, zuweilen schrulligen Philosophie. Wir haben vier Nutzertypen – ironisch überzeichnet – für euch abgebildet. Findet ihr euch wieder?

Horst – der Sparfuchs

Stromverbrauch: 3500 kWh im Jahr 
Unterkunft: Einfamilienhaus in Köln-Buchforst, 160 qm
Alter: 60+
Beruf:  Steuerbeamter a.D.
Energieeffizienzklasse: D

 

Der Sparfuchs ist im eigenen Zuhause nur schwer zu erkennen. Denn dort schaltet er die Beleuchtung – unabhängig von der Tageszeit – möglichst gar nicht an. Schließlich verbrauchen die Glühlampen um die 100 Watt. Und das ist schlecht. Hat er gelesen. Auf dieses neumodische Zeug, diese LED, hat er aber auch keine Lust. Denn LED sind teuer in der Anschaffung – und teuer ist auch schlecht.

 

Sein Kühlschrank ist schon zwanzig Jahre alt, die Waschmaschine auch. Aber solange die Geräte noch funktionieren, werden sie nicht ersetzt. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir immer alles gleich wegschmeißen würden? Außerdem erzeugt der Kühlschrank eine ganze Menge heißer Luft. Das spart im Winter dann Heizkosten. Und sparen ist clever oder etwa nicht?

Familie Grünefeld

Stromverbrauch: 9.900 kWh im Jahr 
Unterkunft: Architektenhaus in Köln-Lindenthal, 210 qm (Passivhaus)
Alter: 44, 43, 9 und 5
Beruf: Anlageberater, Rechtsanwältin
Energieeffizienzklasse: A+++ (ohne SUV)

 

Familie Grünefeld macht einfach alles richtig. Das glauben sie zumindest. Und weil sie es glauben, erzählen sie es auch jedem. Ihr Passivhaus in Köln-Lindenthal verbraucht nämlich extrem wenig Energie. Ob die technische Ausstattung teuer war? Klar, aber dafür gehen Herr und Frau Grünefeld schließlich arbeiten.

 

Zwar ist der Stromverbrauch der vierköpfigen Familie mit 9.900 kWh im Jahr recht hoch. Das liegt aber vor allem an der strombetriebenen Wärmepumpe. Dank ihr fallen für das Haus keine zusätzlichen Heizkosten an. Einen Großteil des Stroms beziehen Grünefelds außerdem über die Solarmodule auf dem Hausdach. Und die winzige Menge Strom, die sie außerdem noch brauchen, kaufen sie beim Energieversorger – und der hat ihn selbstverständlich nachhaltig produziert. Stand zumindest in der Tarifbeschreibung.

 

Bei so viel Sparsamkeit haben sich Grünefelds das neue SUV als Zweitwagen redlich verdient. Das verbraucht zwar 15 Liter auf 100 Kilometer, aber immer alles richtig zu machen, finden Grünefelds dann doch ziemlich spießig.

Pitt – die Stromschleuder

Stromverbrauch: 5.900 kWh im Jahr
Unterkunft:  Zweizimmerwohnung in Köln-Mülheim, 65 qm
Alter: 33
Beruf: DJ und Produzent
Energieeffizienzklasse: E

 

Im Fünfparteienmietshaus in Köln-Mülheim kennt jeder Pitt, die Stromschleuder – auch dessen 240-Watt-Verstärker und die Standboxen. Die wummernden Bässe aus der Anlage hört man nämlich täglich, vom Keller bis zum Dachgeschoss. Die Klingel hört Pitt hingegen kaum. Beschwerde zwecklos.

 

Besonders sauer ist aber der unmittelbare Wohnungsnachbar, Jörg. Der teilt sich mit dem Musikfreund nämlich einen Sicherungskasten und der ist häufig überlastet. Vor allem dann, wenn der Elektropop mit dem Plasmafernseher konkurriert. Auch bei der Auswahl der übrigen Elektrogeräte achtet der Junggeselle vor allem auf eines: Leistung! Energieeffizienz? Egal!

Esther – die Ökologische

Stromverbrauch: 900 kWh im Jahr
Unterkunft:  WG-Zimmer in Köln-Ehrenfeld, 12 qm
Alter: 20
Beruf: Lehramtsstudentin
Energieeffizienzklasse: A+

 

Esther macht nun aber wirklich alles richtig. Der Strom in ihrer Wohngemeinschaft ist grün. Darauf hat Esther seinerzeit in der wöchentlichen WG-Sitzung gegen den Widerstand der vier Mitbewohner vehement bestanden. Dafür war sie sogar bereit, monatlich fünf Euro mehr auf das gemeinsame Konto einzuzahlen.

 

Im Gegenzug zahlt sie aber zehn Euro weniger für die Heizkostenrechnung ein. Da die Wohnung in der zweiten Etage liegt, findet Esther die Abwärme der daruntergelegenen Wohnung mehr als ausreichend und dreht die Heizung nur im Notfall auf (Außentemperatur < 0°C). Und gegen das bisschen Restkälte schützt sich Esther mit einem bequemen Wohnmantel. In dem sieht sie zwar wunderlich aus, aber das stört sie nicht weiter. Schließlich schützt sie so die Umwelt. Und die ist wichtiger als gutes Aussehen.

 

Ihre elektronischen Gerätschaften hat Esther übrigens auf ein Minimum beschränkt. Neben einem alten Handy besitzt sie lediglich ein extrem sparsames Notebook und einen Radiowecker. Mehr braucht sie nicht. Chapeau!

KölnFan

Hmmmm.... welche Energieeffizienklasse bekommt man denn bei 900 kWh und 82 qm? Vielleicht A+n-tupel oder so ;-)

Adrian

A ++++ ;-)

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