24.02.2015 Adrian

Kochen wird billiger: EU deckelt Energieverbrauch von neuen Küchengeräten

Auch für Backöfen und Kochfelder gelten seit dem 20.01.2015 neue Verbrauchsvorgaben (Foto: iStock).

Nach Glühbirnen und Staubsaugern hat sich die EU-Kommission jetzt Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben vorgenommen: Neue Modelle sollen künftig deutlich weniger Energie verbrauchen. Nicht nur die Umwelt profitiert. Auch Verbraucher können deutlich sparen.

Sonntags halb zehn in Deutschland: Die Aufbackbrötchen dampfen im Ofen, Spiegeleier und Speck brutzeln auf dem Herd und darüber surrt klärend die Dunstabzugshaube. All das soll ab sofort günstiger und vor allem umweltschonender werden. Denn seit vergangenem Freitag (20.02.2015)  gelten für neue Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben strengere Energievorgaben. Diese sind Ergebnis einer Ökodesign-Richtlinie, mit der sich die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet hatten, energiehungrige Geräte schrittweise hinsichtlich ihres Verbrauchs zu überprüfen. Hersteller und Handel wurden frühzeitig in den Prozess einbezogen und stehen weitestgehend hinter der Umstellung. Zudem dürfen sie Geräte, die bereits im Handel sind, noch verkaufen.

Bis zu 230 Euro Ersparnis

Ab sofort auch bei neuen Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben Pflicht: das Energielabel.

Neue Modelle sind – wie bereits Waschmaschinen, Kühlschränke und Fernseher – mit dem bunten Label gekennzeichnet, das die jeweilige Energieeffizienzklasse angibt. Für Verbraucher kann sich ein prüfender Blick auf das Label und die Umrüstung durchaus lohnen. Bis zu 180 Euro lassen sich laut EU-Kommission etwa mit einem energiesparenden Gasbackofen über dessen durchschnittliche Lebensdauer hinweg beim Energieverbrauch einsparen. Ein effizienter Elektroherd kommt sogar auf eine Ersparnis von 230 Euro. Noch stärker wiegt aber der Umweltaspekt: Durch die neuen Vorgaben für die drei Gerätegruppen soll der Ausstoß von Kohlendioxid ab 2020 jedes Jahr um eine Million Tonnen gemindert werden. Das ist in etwa soviel, wie 140.000 Menschen im Jahr verbrauchen.

Energiefresser oft in einkommensschwachen Familien

Energiehungrige Geräte stehen oft in Haushalten einkommensschwacher Familien.

„Der Stromverbrauch im Haushalt macht bei einer vierköfpgen Familie rund zehn Prozent am gesamten Energiebedarf aus“, sagt Helmut Raffloer, Energieberater der RheinEnergie. An anderer Stelle, etwa beim Auto (35 Prozent) oder der Heizung (45 Prozent) sei das Einsparpotential wesentlich höher. „Die ältesten und damit energiehungrigsten Küchengeräte stehen zudem häufig in Haushalten von einkommensschwachen Familien. Für eine Neuanschaffung fehlt ihnen oft das Geld“, so Raffloer weiter. Die Stadt Köln denkt aus diesem Grund bereits darüber nach, betroffenen Familien mindestens A+-Geräte zu finanzieren, wenn eine Neuanschaffung ansteht. „Langfristig betrachtet macht die neue Richtlinie aber durchaus Sinn, um Schadstoffe zu reduzieren.“ 

Neu sind die Energiesparregeln für Haushaltsgeräte nicht. Seit vergangenem September gilt etwa für Staubsauger eine Leistungsbeschränkung: bei 1600 Watt ist Schluss. Kaffeemaschinen müssen seit Jahresbeginn im Normalbetrieb automatisiert in einen energiesparenden Bereitschaftsmodus wechseln oder die Warmhalteplatte abschalten. Für Geschirrspüler und Kühlschränke gelten Energiesparauflagen schon lange. Wir finden: Gut ist, was Umwelt und Verbrauchern nutzt.

Was denkt ihr?

Übertreibt es die EU-Kommission mit der Regulierung? Oder braucht es manchmal eben Druck, zumal bei Umweltthemen, damit etwas in Gang kommt? 

B. Bayer

Hallo, es ist ja schön, dass die EU immer mehr fürs Stromsparen im Haushalt sorgt und uns Bürger noch mehr gängelt. Nach der Glühbirne dann halt jetzt der Elektroherd.

Was ich nur nicht verstehe: Gerade beim Kochen benötigt man ja auch mal intensive Hitze und nicht irgendeine lauwarme Platte. Wie will ich ein größeres Stück Fleisch scharf anbraten, wenn die EU mir die Herdplatte runterregelt? Irgendwo muss es auch mal genug sein.

Ihr Energieberater erklärt es doch genau richtig: Strom macht zehn Prozent im Haushaltsenergieverbrauch aus. Da nehme ich mir doch lieber andere und lohnendere Bereiche vor. Und die EU könnte uns mit so einem Quatsch mal in Ruhe lassen.

Adrian

Zum Glück merken wir von der neuen Richtlinie erst mal nicht viel. Die alten Geräte dürfen wir ja behalten. Und wenn es der Umwelt nutzt...

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