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Arbeitsplatz Windrad: Am Anfang war die Höhenangst

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Wenn Nicole Kopp auf einem Windrad die oberste Luke öffnet und anschließend über die Landschaft blickt, stockt ihr jedes Mal aufs Neue der Atem. „Diese Aussicht ist immer wieder etwas ganz Besonders“, sagt die 35-Jährige sichtlich begeistert. Glücklicherweise kommt Nicole Kopp ziemlich häufig in den Genuss, Luken auf Windrädern zu öffnen. Denn die Servicetechnikerin betreut seit September 2014 unsere Windkraftanlagen, deren Zahl ständig steigt.

Im Unternehmen arbeitet Nicole Kopp bereits seit 1996. Damals hatte sie eine Ausbildung zur Anlagenelektronikerin begonnen und nach deren Abschluss in unseren Kraftwerken und schließlich im technischen Außendienst gearbeitet. Dann suchte sie eine neue Herausforderung.

„Das Thema Erneuerbare Energie hat mich schon immer begeistert und mir war schnell klar, dass ich den Job als Servicetechnikerin für Windkraftanlagen unbedingt machen möchte.“ Sie hatte Glück und konnte die Stelle als eine der wenigen Frauen in Deutschland antreten.

Kopfüber die Wand hinunter

Zuvor gab es aber eine Hürde zu überwinden: Nicole Kopp hatte Höhenangst. Bei Arbeiten auf einem bis zu 110 Meter hohen Windrad ist das eher schlecht. Doch sie nahm es sportlich. Als Triathletin ist sie es gewohnt, bis an ihre Grenzen zu gehen und diese manchmal zu überschreiten.

„Ich habe mich meiner Höhenagst im Vorfeld ganz bewusst ausgesetzt. Mit meinen Freunden bin ich beispielsweise oft in den Kletterpark gefahren.“ Außerdem wagte sie sich beim House-Running kopfüber eine 50-Meter hohe Wand hinunter. Die Methoden hatten Erfolg. „Während der Arbeit verspüre ich nur noch den nötigen Respekt vor der Höhe. Angst habe ich aber keine.“

Als problematisch erwies sich etwas ganz anderes: Die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung, Gurte, Helme, Schuhe und Spezialhandschuhe, war nicht in Frauengrößen lieferbar. Dank zahlreicher Sonderanfertigungen ist Nicole Kopp mittlerweile aber bestens ausgestattet.

Oft mehrere Tage am Stück unterwegs

Und das muss sie auch. Denn sie ist fast täglich auf unseren Windrädern unterwegs. Dort betreut sie die Wartungsarbeiten durch Fremdfirmen und kontrolliert anhand einer Checkliste den Zustand der Anlagen. Nicht selten muss sie dafür eine weite Anreise in Kauf nehmen. Denn ein großer Teil unserer Windkraftanlagen steht nicht bei uns in der Region, sondern im Osten Deutschlands. Wenn sie dorthin muss, ist sie auch mal einige Tage am Stück unterwegs.

Und die Männer? Wie reagieren die auf eine Kollegin? „Da gab es noch keine Probleme. Im Gegenteil. Ich genieße einen durchweg angenehmen Frauenbonus.“

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