20.05.2019 Claudia

Von Blumen und Bienen – Naturprojekt am Heizwerk Südstadt

Gerrit Klosterhuis bereitet die Fläche für die Aussaat auf. Im nächsten Frühjahr werden im kreisrunden Beet tausende Wildblumen blühen (Bild: RheinEnergie).

Auf dem Gelände unseres Heizwerks Südstadt geht es schon bald wild zu: Auf einer bisher ungenutzten Fläche wurden tausende Wildblumen gesät, die nicht nur die dort lebenden Bienen glücklich machen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Wildblumen auf einer Industriefläche? Klingt komisch, ist es aber gar nicht. Erst recht nicht, wenn es sich dabei um das Gelände unseres Heizwerks Südstadt handelt, auf dem im vergangenen Sommer bereits 90.000 Bienen ein neues Zuhause gefunden haben. Das über 125 Jahre alte Gebäude ähnelt eher einem verwunschenen Schloss als einer Industrieanlage und gilt daher als eines der schönsten Kraftwerke Deutschlands. Und zu einem verwunschenen Schloss gehört natürlich auch ein Park, oder wenigstens eine Wiese. 

Das Gelände unseres Heizwerks Südstadt aus der Vogelperspektive (Bild: RheinEnergie).

Das dachten sich auch die beiden Imkerinnen Lisa Löffler und Birgit Helberg, deren Bienenvölker am Heizkraftwerk Südstadt leben und dort fleißig Honig produzieren. Ihr Vorschlag, die große Rasenfläche auf dem Wasserspeicher in ein Wildblumenparadies für Bienen – und andere Insekten – zu verwandeln, kam bei unseren verantwortlichen Kollegen direkt gut an: „Wir waren sofort von der Idee begeistert, aus der bisher ungenutzte Fläche eine Wildblumenwiese zu machen und damit etwas für den Erhalt so wichtiger Tiere zu tun. Deshalb haben wir die beiden Imkerinnen gerne bei ihrem Vorhaben unterstützt“, sagt Rainer Pelchmann von der Abteilung Wasserwirtschaft. „Wenn alles wie erwartet läuft, können wir uns sogar vorstellen, die Idee auf weitere Betriebsgelände wie zum Beispiel unsere Wasserwerke auszuweiten“, so Pelchmann, der für verschiedene Umweltschutzprojekte wie beispielsweise unsere Amphibientunnel verantwortlich ist. 

Mit Sand vermischt kommen die Samen auf den Acker. Neben bekannte Arten wie Margeriten und Löwenzahn sind auch unbekannte Blumen wie die Weiße Lichtnelke oder die Wilde Möhre dabei (Bild: RheinEnergie).

Doch nicht nur die Bienen profitieren von der neuen Wildblumenvielfalt: „Die Wiese bietet unseren Tieren optimale Lebensbedingungen und ist zudem auch eine tolle Maßnahme, um im Rahmen unserer Möglichkeiten dem Insektensterben und dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken“, freuen sich die beiden Imkerinnen. 

In Zusammenarbeit mit der „Biologischen Station Bonn-Rhein-Sieg e.V.“ wurden rund 1,5 Kilogramm Samen auf der riesigen kreisrunden Freifläche ausgestreut, die bisher mit Gras bewachsen war. Dort werden auf 750 Quadratmetern schon bald tausende immer seltener werdende Wildblumen blühen. Darunter bekannte Arten wie Margeriten und Löwenzahn, aber auch unbekannte Blumen wie die Weiße Lichtnelke oder die Wilde Möhre, zwischen denen sich Bienen und andere, teils vom Aussterben bedrohte Insekten, erwiesenermaßen sehr wohl fühlen. 

Rund 1,5 Kilogramm Samen haben wir auf der 750 Quadratmeter großen Fläche verteilt (Bild: RheinEnergie).

Gerrit Klosterhuis von der „Biologischen Station“, die das Monitoring und die Bewirtschaftung der Wiese übernimmt, weiß: „Je mehr wilde Wiesen landwirtschaftlichen Flächen und Monokulturen weichen müssen oder Pestiziden zum Opfer fallen, desto mehr Insekten sterben leider auch aus.“ 

Dem wollen wir mit unserer neuen Wiese zumindest ein wenig entgegenwirken und – getreu dem Motto „Wer Blumen sät, wird Honig ernten“ – auch unsere Heizwerkbienen glücklich machen, auf dass sie zukünftig noch mehr leckeren Südstadt-Honig produzieren.

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





Wir sind kontaktfreudig. Schreibt uns!