23.05.2016 Adrian

Bulk shopping – Einkaufen ganz ohne Müll

Plastiktüte? Fehlanzeige! Die gekaufte Ware landet bei „Original unverpackt“ in nachhaltigen Transportmitteln (Foto: Katharina Massmann).

Äpfel sind in Plastikfolien eingeschweißt, Milch kommt aus dem Tetrapack und Joghurts löffeln wir aus Kunststoffbechern. Unglaublich, wie viel Müll wir mit nur einem einzigen Einkauf produzieren. Aber es geht auch anders, wie die neuesten Null-Müll-Supermärkte zeigen. Auch in Köln steht der erste Laden in den Startlöchern.

Jahr für Jahr wandern allein hier in Deutschland mehr als 17 Millionen Tonnen Verpackungen in den Müll, Tendenz steigend. Lässt sich gegen diese Abfallflut denn gar nichts unternehmen? Das fragten sich Milena Glimbovski und Sara Wolf und gründeten den Supermarkt „Original unverpackt“. Hier und in allen anderen Läden, welche die „Null Müll“-Bewegung unterstützen, ist alles anders. Denn alle dort angebotenen Waren gibt es nur lose, also ganz ohne Verpackung.

Regional und ökologisch

Von A wie Algen-Tofu bis Z wie Zahnbürste: Bei „Original unverpackt“ und ähnlichen Supermärkten bekommen Kunden so ziemlich alles, was auch ein klassischer Supermarkt anbietet. Neben Lebensmitteln, frischem Obst und Gemüse sind das auch jede Menge Produkte aus dem Non-Food-Bereich, darunter zum Beispiel Reinigungsmittel oder Kosmetik.

An den Zapfhahn, fertig, los. Der Laden wirkt gut sortiert und lässt kaum Wünsche offen (Foto: Jendrik Schröder).

„Unsere Kunden bringen ihre Verpackungen – Gläser, Dosen oder Kisten – einfach von zu Hause mit. Und dabei sind sie unglaublich einfallsreich“, erzählt Glimbovski. So gibt es zum Beispiel Käufer, die ihre Pasta in einer alten Glasvase nach Hause tragen. Wer keinen Behälter dabei hat, kann im Laden einen kaufen. Alle Verpackungen werden erst leer und dann gefüllt gewogen. So wird Einkaufen zu einem echten Erlebnis und jeder bekommt genau so viel Duschmousse, wie er wirklich braucht. Das sogenannte „Bulk shopping“ (bulk: unverpackt) erinnert entfernt ans Einkaufen im guten, alten Tante-Emma- Laden und hat sich in vielen Ländern bereits durchgesetzt. In Deutschland geht es erst jetzt so richtig los. Vielleicht auch wegen der vielen Workshops, welche die Bulk-Läden anbieten. Bei denen können Interessierte zum Beispiel lernen, wie sie sich aus nur ein paar Zutaten ein wirksames und gleichzeitig völlig unbedenkliches Reinigungsmittel zubereiten können. Oder wie man selbst zum Null-Müll-Supermarktler wird.

Der Inhalt: süß und lecker. Die Verpackung: wiederverwertbar (Foto: Katharina Massmann).

Kölns erster verpackungsfreier Laden soll Mitte 2016 eröffnen. Ihren Zero Waste Laden wollen die Initiatoren an der Berrenratherstraße 406 in Köln-Sülz eröffnen. Los geht es mit einer Einkaufsgemeinschaft. Gegen eine monatliche Gebühr können die Mitglieder aus einem großen Sortiment unverpackter Waren wählen. Mithilfe der Erlöse soll dann Stück für Stück das Ladenlokal auf- bzw. ausgebaut werden. Das bietet dann ein Vollsortiment müllfrei und für jedermann an.





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