28.12.2020 Anna

22+14+14: Unsere RheinEnergieStiftungen feiern 50-jähriges Bestehen

Unsere drei RheinEnergieStiftungen blicken in diesem Jahr gemeinsam auf 50 Jahre Fördertätigkeit zurück. Vor 22 Jahren haben wir mit „Jugend/Beruf, Wissenschaft“ die erste der drei Stiftungen ins Leben gerufen, vor 14 Jahren folgten die Familien- und die Kulturstiftung – macht zusammen 50 Jahre soziales, wissenschaftliches und kulturelles Wirken in Köln und der Region. Unser Vorstandsvorsitzender Dr. Dieter Steinkamp und Stiftungsvorständin Prof. Dr. Susanne Hilger blicken im Interview zurück auf die Anfänge der Stiftungen und in ihre Zukunft.

Warum leistet sich die RheinEnergie überhaupt Stiftungen?

Dr. Dieter Steinkamp: Wenn man wie wir in einem regionalen und kommunalen Umfeld sein Geld verdient, ist es durchaus auch eine Verpflichtung, vom Unternehmenserfolg etwas an die Menschen und Unternehmen zurückzugeben. Die Stiftungsarbeit trägt auch auf jeden Fall dazu bei, dass mit der RheinEnergie – letztlich sogar mit dem ganzen Stadtwerke-Konzern – ein positives Image verbunden wird. Viele große Konzerne haben sich leider in den vergangenen Jahren immer mehr aus regionalen Engagements im Bereich CSR (Corporate Social Responsibility) zurückgezogen. Insofern fallen wir an dieser Stelle positiv auf. 

Werfen wir einen Blick zurück: Wie wurden die Stiftungen ins Leben gerufen?

Prof. Dr. Susanne Hilger: Es fing mit der Bereitstellung des Stiftungskapitals an. Das ist ja das A und O einer Stiftung. Unser Kapital stammt nicht aus Zahlungen, die wir von der RheinEnergie erhalten, oder steigenden Energiepreisen. Im Jahr 1998 wurde von der GEW ein Kapitalstock aus einem Aktienverkauf von 57 Millionen Euro bereitgestellt. Dieses Geld konnte das Unternehmen damals beiseitelegen. Aber dazu mussten erst einmal viele Leute in ein Boot geholt und überzeugt werden. Helmut Haumann, der damalige Vorstandvorsitzende der GEW, und Gesche Gehrmann, die damalige Leiterin des Vorstandsbüros und spätere Geschäftsführerin der Stiftungen, haben das Projekt auf die Bahn gebracht und die entscheidenden Leute dafür gewinnen können. Das erste Förderprojekt war dann im Jahr 1999 die Einrichtung eines Internetcafés, die wir mit einem Betrag von 16.000 Euro unterstützt haben. Eine Kölner Jugendeinrichtung hatte das Projekt beantragt, damit sich Kinder und Jugendliche mit dem Internet als neuem Medium auseinandersetzen können.

Erinnern Sie sich an ein Highlight, das Sie mit den Stiftungen erlebt haben?

Steinkamp: Ich kann mich gut an das Projekt „Mädchen machen Karriere“ erinnern. Dabei wurden junge Frauen an Berufe herangeführt, die nicht typische Frauenberufe waren. Am Ende entstand ein Projektfilm, in dem eine junge Frau stolz erzählte, dass sie im Bereich Elektronik etwas zusammengelötet hat, das funktionierte. Das war sehr begeisternd. Man konnte fühlen, dass das Projekt etwas gebracht hat, was ich wirklich klasse fand.

 

Hilger: Für mich ist es sehr berührend und bereichernd, wenn es um kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche geht. Kulturelle Bildung ist ein ganz wesentliches Vehikel für Bildungschancen. Ein schönes Beispiel ist die „Singpause“, die wir seit ein paar Jahren fördern. Dabei wird Kindern an Schulen Singen beigebracht und es finden kleine Konzerte statt. Ich habe eine solche Veranstaltung in einer Brennpunkt-Schule in Dormagen-Horrem besucht. Da waren nicht nur die Kinder musikalisch im Einsatz, sondern auch die Familien dabei. Das ist wunderbar, wenn solche Projekte über die Kinder hinaus auch in die Familien hinein integrierend wirken.  

Die drei RheinEnergieStiftungen kooperieren im Jubiläumsjahr und fördern erstmals mit der Initiative „Gemeinsam im Quartier“ zusammen ein Projekt. Worum geht es da?

Hilger: Es geht um die Stärkung des Zusammenhalts in einem Wohnquartier. Im Projekt „Du bist Bocklemünd – Werk Stadt 829“ kommen die Fördergebiete aller drei Stiftungen zusammen und sollen eine gemeinsame Wirkung entfalten. Ziel ist es, die Menschen vor Ort stärker in ihren Lebensraum einzubinden, sie für ihr Lebensumfeld zu interessieren und sie zu motivieren und zu befähigen, ihre eigenen Geschicke zu lenken.

Lassen Sie uns in die Zukunft blicken: Welche Ziele verfolgen die Stiftungen in den kommenden Jahren?

Steinkamp: Einer unserer Schwerpunkte ist und bleibt definitiv, dass wir versuchen mit unseren Mitteln bei Kindern und Jugendlichen anzusetzen. Das ist die Generation, der die Zukunft offensteht und über die wir auch in Teilen in die Familien hinein eine mittelbare Wirkung erzielen können.

 

Hilger: Wir engagieren uns natürlich auch in Zukunft an unserem Standort Köln und in der Region. Wir treiben das Thema Inklusion voran und haben vor allem die sozial Benachteiligten im Blick. Außerdem werden Partizipation und Teilhabe eine immer größere Rolle spielen, auch vor dem Hintergrund der Demokratiestärkung und um Rassismus und Antisemitismus entgegenzuwirken. Vernetzung und Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern, den Kooperationspartnern auf städtischer Seite und innerhalb der Stiftungslandschaft sind künftig ebenso ein großes Thema. Ich habe den Wunsch, dass in Zukunft viele an einem Strang ziehen und wir so möglichst viele Menschen mitnehmen und unterstützen können. So sind die Stiftungen weiterhin auf der Höhe der Zeit und gestalten aktiv die Gesellschaft mit. 

Einen Einblick in die Fördertätigkeiten der RheinEnergieStiftungen gibt auch der Jahresbericht der RheinEnergieStiftungen. Sie können ihn hier als E-Paper abrufen.

 

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen der Stiftungen sind zu finden unter: www.rheinenergiestiftung.de

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