21.04.2015 Adrian

Dreharbeiten für TV-Serie „Gomorrha“: Für die Mafia bleibt es in der Kölner Altstadt länger hell

Für Dreharbeiten knipsen wir das Licht in der Altstadt erst in den Morgenstunden aus.

Die Mafia ist zu Besuch in Köln. Offiziell zum Glück nur für Dreharbeiten zur italienischen Erfolgsserie „Gomorrha“. Wir sind als Beleuchter mit dabei und sorgen dafür, dass das Altstadt-Panorama länger als sonst in hellem Glanz erstrahlt.

Geld, Macht, Drogen und Mord – die Fühler der italienischen Mafia reichen bis nach Köln. Genauer, bis in die Kölner Altstadt. Die dient der italienischen Erfolgsserie „Gomorrha nämlich als Kulisse und verlangt auch unseren Einsatz: Normalerweise wird es in der Kölner Altstadt um Punkt Mitternacht dunkel. Dann schalten wir die Beleuchtung für das Altstadt-Panorama mit Groß St. Martin, dem Historischen Rathaus und anderen Gebäuden aus. Der Dom ist von dieser Regel ausgenommen. Als Kölner Wahrzeichen strahlen wir ihn immer bis 6.00 Uhr morgens an. Ehrensache.

In der Woche vom 20. bis zum 26. April machen wir in den Nächten auf Dienstag und Freitag eine Ausnahme. Auf Bitte der Produktionsfirma Dreamtool knipsen wir das Licht in der Altstadt erst in den Morgenstunden aus. Ein internationales Filmteam dreht dort in diesem Zeitraum Szenen für die italienische Mafiaserie, deren erste Staffel in Deutschland 2014 beim Bezahlsender Sky und auf Arte zu sehen war und als erfolgreiche europäische Antwort auf die dominierenden US-Produktionen gilt. Anfragen dieser Art sind übrigens keine Seltenheit, weiß Gerhard Kleiker, bei uns verantwortlich für die öffentliche Beleuchtung. „In der Regel werden wir gebeten die Beleuchtung von Gebäuden oder Straßen auszusetzen oder wie im Fall der Mafia-Serie länger als gewöhnlich aufrecht zu erhalten. Das sprechen wir dann mit der Stadtverwaltung ab. Meistens können wir den Wünschen entsprechen. Überhand darf es natürlich nicht nehmen.“

Öffentliche Auftritte ohne Personenschutz sind für Roberto Saviano undenkbar (Foto: Flickr).

Der Stoff für die Serie „Gomorrha“ basiert auf dem gleichnamigen Besteller von Roberto Saviano. Saviano hatte jahrelang in Kreisen der Mafia recherchiert und in seinem Buch die Machenschaften und wirtschaftlichen Verstrickungen der Clans offengelegt. Nach mehreren Morddrohungen lebt er heute an ständig wechselnden Orten und tritt öffentlich nur unter Personenschutz auf. Auch das Konzept zur Serie stammt aus Savianos Feder und ist ähnlich erfolgreich wie der Besteller. In Italien bringt es eine Folge auf stolze 1,2 Millionen Zuschauer. Verkauft wurde „Gomorrha“ bereits in 50 Länder. Vergleiche mit der amerikanischen Erfolgsserie „The Wire“ kommen da nicht von ungefähr. In beiden Fällen dominiert die realistische Darstellung des kriminellen Millieus.

Alles top secret

Welche Szenen genau bei uns gedreht werden, erfahren wir erst, wenn die dazugehörigen Folgen Anfang 2016 in Deutschland ausgestrahlt werden. Alle am Dreh Beteiligten haben mit ihrem Vertrag eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben. Alles top secret – passend zum Thema.


Wir freuen uns, als inoffizielle „Beleuchter“ Teil des Filmteams zu sein und sind gespannt auf das Ergebnis.

Köln als Kulisse

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