08.10.2018 Claudia

„Faire Woche“ in Nippes: mit Wassertheke und Vortrag zur Aktionswoche

Dr. Carsten Schmidt, Leiter unseres Wasserlabors, während seines Vortrags in der Buchhandlung St. Marien in Nippes (Bild: RheinEnergie).

Das Recht auf Wasser – ein Privileg, das jeder Mensch weltweit haben sollte, aber längst nicht hat. Auf dieses Ungleichgewicht und auf die Wichtigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit unserem kostbarsten Lebensmittel machte im September die „Faire Woche“in Nippes aufmerksam. Die Woche stand unter dem Motto„Wasser, unser Überlebensmittel, ein Menschenrecht“ und wurde vom Arbeitskreis „Eine Welt im Veedel“ sowie der Bücherei St. Marien organisiert.

Vom Agnesviertel bis nach Zündorf – das Wasser, das aus unseren Hähnen kommt, ist nicht nur bekanntermaßen besonders joot, sondern auch besonders hochwertig und kann damit bedenkenlos getrunken werden. In vielen Teilen der Erde ist dies undenkbar. Während hunderte Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, gebrauchen wir bei uns durchschnittlich 120 Liter pro Tag zum Duschen, Kochen und Blumen gießen. Noch viel höher ist die Menge an Wasser, die wir indirekt – also durch die Herstellung von Lebensmitteln, Textilien oder Papier – gebrauchen. Rund 5.000 Liter dieses so genannten „virtuellen Wassers“ entfallen auf jeden von uns. Und zwar jeden Tag.

Arbeitskreis organisiert Workshop

Gratis Trinkwasser: Unsere Wassertheke stand die Aktionswoche über auf dem Marktplatz (Bild: RheinEnergie).

Das Problem: Von diesen Unmengen sind die Wasservorräte Deutschlands am wenigsten betroffen. „Der größte Teil des virtuellen Wassers wird im Ausland gebraucht, oft dort, wo es ohnehin schon knapp ist“, so Hans Georg Lülsdorf vom Arbeitskreis „Eine Welt im Veedel“. Um darauf aufmerksam zu machen organisierte der Arbeitskreis zusammen mit der Bücherei St. Marien einen Workshop, in dem die Teilnehmer ihre Beziehung zum Wasser in Kunstwerken festhielten. Diese wurden während der Fairen Woche – zusammen mit den Bildern zweier Nippeser KiTas – in einer (Wander-)Ausstellung präsentiert.

Vortrag zum fairen Umgang mit Wasser

Neben der Ausstellung und verschiedenen Infoveranstaltungen gab es auch einen Vortrag mit Dr. Carsten Schmidt, dem Leiter unseres Wasserlabors, in dem das Kölner Trinkwasser ständig untersucht und damit die gleichbleibend hohe Qualität garantiert wird. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde fand in der Bücherei St. Marien in der Wilhelmstraße 43 statt. Thema des Abends war der faire Umgang mit Wasser – hier bei uns in Köln und in der ganzen Welt, denn der ist „… für uns oft ganz selbstverständlich, für viele Länder aber ein Luxus, den man sich hier nicht vorstellen kann“, erzählt ein Teilnehmer, der früher in der Entwicklungszusammenarbeit tätig war. Unser Kollege Dr. Schmidt sprach über Plastik in den Meeren, virtuelles Wasser in T-Shirts aus Bangladesh und Kaffee aus Brasilien, aber auch über eine Zeit, in der es in Köln erbärmlich stank – schuld war der umgekippte Rhein.

Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Dazu tragen auch wir in unserem Wasserlabor am Parkgürtel bei (Bild: RheinEnergie).

Neben Dr. Carsten Schmidt und unserer Wassertheke, die die ganze Woche über auf dem Marktplatz unser leckeres Trinkwasser ausgeschenkt hat, war auch die Wasserschule Köln einen Tag lang vor Ort in Nippes. Diese betreiben wir zusammen mit dem Wasserforum Köln e.V. und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln. Ziel der Einrichtung, in der Schülerinnen und Schüler in die wunderbare Welt des Wassers eintauchen können, ist es, einen nachhaltigen Umgang mit unserem wertvollsten Lebensmittel zu fördern. Dies geschieht spielerisch durch spannende Experimente und interessante Führungen.

Ausgezeichnete Agenten

Ausgezeichnet: die AQUA-AGENTEN-Koffer (Bild: RheinEnergie).

Apropos spannend: Grundschulen aus unserem Wasserversorgungsgebiet (Köln, Pulheim und Frechen) stellen wir gerne unseren AQUA-AGENTEN-Koffer zur Verfügung - vollgepackt mit 34 Agentenaufträgen rund ums Thema Wasser. Weitere Informationen zu unserem mehrfach von der UNESCO ausgezeichnetem AQUA-AGENTEN-Koffer und der nächsten Fortbildung am 21. November gibt es hier.

 

ZAHLEN UND FAKTEN*

  • über 783 Millionen Menschenhaben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • 2,6 Milliarden Menschenleben ohne jegliche sanitäre Grundversorgung
  • rund 8 Millionen Todesfällejährlich infolge von unsauberem Trinkwasser und schlechten hygienischen Bedingungen (Schätzung der WHO)
  • davon1,5 Millionen Kinderunter fünf Jahren
  • 2030 wird die Hälfte der Weltbevölkerung unter extremer Wasserknappheit leiden (Prognose der OECD)
  • 13.000 Stückchen Plastikmüllpro Quadratkilometer Meer (Angabe des UN-Umweltprogrammes)

  • mindestens 270.000 Tonnen Müll schwimmen als riesige Plastikinseln auf den Weltmeeren

    *Quelle: Resolutionstext Vereinte Nationen

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





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