23.03.2015 Adrian

Wohin mit überschüssigem Strom? Gaskraftwerke könnten als Speicher dienen

Dienen Gaskraftwerke schon bald als Speicher für Energie aus Solar- und Windkraftanlagen?

Wenn die Sonne scheint und der Wind kräftig bläst, gibt es Strom aus Wind- und Solaranlagen im Überfluss. Den wollen Berliner Forscher nun in Gaskraftwerken konservieren. Die Technik klingt vielversprechend.

An besonders windigen Tagen und bei starkem Sonnenschein übersteigt die Stromproduktion aus regenerativen Quellen den tatsächlichen Bedarf. Noch ist geeignete Speichertechnologie für den überschüssigen Strom Mangelware. Wissenschaftler um Prof. Dr.-Ing. Christian Oliver Paschereit von der Technischen Universität Berlin (TUB) wollen nun eine Lösung für das Problem gefunden haben.

Effiziente und schadstofffreie Umwandlung

Dabei soll überschüssiger Strom mittels Elektrolyse Wasser in Sauer- und Wasserstoff aufspalten. Im Gegensatz zu Strom lassen sich die beiden Gase gut in Tanks speichern – auch in großen Mengen. Bei Bedarf ließen sich die beiden Gase effizient und schadstofffrei wieder in Strom umwandeln. Der Wasserstoff wird dabei mit reinem Sauerstoff vermischt und in einem Gaskraftwerk verbrannt. Bislang waren die Temperaturen bei diesem Prozess, annähernd 3.000 Grad Celsuis, kaum zu handhaben. Um die Temperatur auf ein für Gasturbine und Brennkammer erträgliches Maß zu reduzieren, fügen die Forscher dem Gemisch Wasserdampf zu. Den Prozess nennen die Wissenschaftler „Nasse Verbrennung“. Wasserdampf steht bei Gas- und Dampfkraftwerken ohnehin zur Verfügung und kann dem System zu diesem Zweck entnommen werden. Entsprechend umgerüstete Gaskraftwerke böten zudem den Vorteil, dass sie bereits an das Stromnetz angeschlossen sind. 

Die Europäische Union stellt den Forschern nun Geld für den Bau einer Testanlage zur Verfügung. Wer weiß, vielleicht praktizieren wir die „Nasse Verbrennung“ ja schon bald in unseren Kraftwerken?

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