19.03.2019 Claudia

Wasser-Wissen für Fortgeschrittene

Was wissen wir eigentlich über Wasser? Ziemlich viel, aber noch lange nicht alles. So wissen wir natürlich, dass Wasser die Grundlage jeden Lebens ist und weder Mensch, noch Tier, noch Pflanze ohne es existieren könnten.  Interessante Zahlen und wissenswerte Fakten rund ums Wasser verraten wir euch in unserer Top Ten – damit ihr bald nicht nur ziemlich viel, sondern (fast) alles über unser kostbarstes Lebensmittel wisst.

1. Verwenden statt verschwenden

Wir verbrauchen täglich rund 130 Liter Wasser in unserem Haushalt – also zum Duschen, Geschirrspülen oder Wäsche waschen. Unsere Großeltern kamen damals noch mit durchschnittlich 18 Litern pro Tag aus und das ist auch in etwa die Menge, die den Menschen in den Trockengebieten Afrikas zur Verfügung steht. Amerikaner verwenden (oder verschwenden) hingegen jeden Tag unfassbare 295 Liter Haushaltswasser.

2. Riesiger Wasserfußabdruck

Für die Herstellung von Nahrung werden weltweit rund 70 Prozent des Süßwassers verbraucht. So benötigt man für ein Kilogramm Rindfleisch 15.000 Liter und für ein Kilogramm Brot 1.000 Liter. Aber auch die Produktion anderer Güter lässt die Wasserressourcen enorm schrumpfen: Um ein Auto zu bauen werden 20.000 Liter Wasser benötigt und die Herstellung des Buches „Harry Potter und der Halbblutprinz“ verbrauchte etwa 1.650 Liter.

3. Unnützes Wasser-Wissen

Ein durchschnittlicher Regentropfen misst etwa ein bis zwei Millimeter, das Wort „Wasser“ leitet sich vom althochdeutschen „wazzar“ ab, was so viel wie „das Feuchte, das Fließende“ bedeutet und der nordamerikanische Seguaro-Kaktus kann mehrere Tausend Liter Wasser speichern und damit bis zu zwei Jahre überleben.
Und noch ein amerikanisches Wasser-Highlight: Der Amerikaner Russell Byars ist Weltrekordhalter im sogenannten „Schiefern“. Er ließ einen Stein unglaubliche 51-mal über die Wasseroberfläche springen.[nbsp]

4. Bitte nicht tropfen lassen!

Wasser wird durch kleinste Kleinigkeiten unnötig verschwendet: Ein tropfender Wasserhahn verbraucht etwa 5.500 Liter pro Jahr, ein laufender Wasserhahn während des Zähneputzens sogar ungefähr 15 Liter – pro Putzvorgang.

5. Trinken, trinken, trinken

Unser Körper besteht zu etwa 75 Prozent aus Wasser. Bereits ein Flüssigkeitsverlust von nur zwei Prozent kann zu einem Leistungsabfall oder zu Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen führen. Daher lautet die gängige Empfehlung, möglichst zwei bis drei Liter pro Tag zu trinken – und zwar schon bevor man Durst hat. Denn diesen empfindet man erst, wenn man bereits circa ein Prozent des körpereigenen Wasserhaushalts verloren hat. In unserem Leben trinken wir übrigens rund 25.000 bis 30.000 Liter Wasser.

6. Salzige Wasservorräte

Nur circa 0,3 Prozent des weltweiten Wasseraufkommens ist als Trinkwasser verfügbar. Insgesamt belaufen sich die globalen Wasservorräte auf etwa 1,386 Milliarden Kubikkilometer. Das Salzwasser der Weltmeere macht dabei über 97 Prozent aus, zwei Prozent ruhen in Gletschern und im Polareis und der Rest verteilt sich auf die Atmosphäre und Lebewesen, Binnen- sowie Fließgewässer und eben unseren Trinkwasservorrat.

7. Wasser-Mythos 1: Gut Kirschen essen

Anders als früher angenommen, ist mit Wasser doch ganz gut Kirschen essen. Die Warnung unserer Eltern, dass wir Kirschen und Wasser nicht zusammen oder unmittelbar nacheinander zu uns nehmen sollen, ist mittlerweile hinfällig. Der Grund: Früher befanden sich auf den Schalen der Früchte wie auch im Trinkwasser oft Hefepilze, die, in zu großen Mengen eingenommen, zu starken Bauchkrämpfen führen konnten. In unserem heutigen qualitativ hochwertigen Trinkwasser stecken nur noch gesunde Sachen und keine Hefepilze mehr.  

8. Wasser-Mythos 2: Wasser marsch!

Feuer löscht man mit Wasser. Logisch! Oder etwa doch nicht? Nicht ganz, denn nicht das Wasser selbst, sondern der entstehende Wasserdampf sorgt dafür, dass das Feuer gelöscht wird. Der Dampf hüllt den Brandherd ein und verhindert so die Zufuhr von Sauerstoff – die Folge: Die Flammen ersticken. Dies geht übrigens um so besser, je wärmer das Wasser ist, denn desto schneller verdampft es.

9. Reise der Moleküle

Wassermoleküle sind wahre Weltenbummler. Die nur 0,28 Nanometer (entspricht einem milliardstel Meter) winzigen Moleküle verweilen während einer Zeitspanne von hundert Jahren an den unterschiedlichsten Orten: Einen Großteil der Zeit, nämlich etwa 98 Jahre, verbringen sie im Meer. Dann folgen rund 20 Monate im Eis und circa zwei Wochen im Süßwasser, also in Flüssen oder Seen. Die letzte Station der molekularen Weltreise ist die Atmosphäre, wo die Winzlinge allerdings weniger als eine Woche verbleiben.

10. Von alten, tiefen und heißen Seen

Der rund 25 Millionen Jahre alte sibirische Baikalsee ist der älteste und mit bis zu 1.642 Metern zugleich tiefste Süßwassersee der Welt. Hier lagern unvorstellbare 23.000 Kubikkilometer Süßwasser, was 700 Milliarden Tanklastern entspricht. Nicht ganz so alt und tief, dafür aber um einiges heißer ist der Boiling Lake auf der karibischen Insel Domenica. Baden wird hier selbst Warmduschern nicht empfohlen. Der See ist sogar so heiß, dass seine Temperatur nur am Rand gemessen werden konnte. Dort liegt sie bei bis zu 92 Grad. Wie heiß der Boiling Lake an seiner wärmsten Stelle ist, wird wohl nie jemand herausfinden. 

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





H.E.

Ebenfalls bekannt sein dürfte den meisten, dass ein Großteil der Erde aus Wasser besteht – und zwar ganze 72 Prozent --> ist falsch.
Es ist wohl die Wasserfläche 70,7 % gemeint.
P.S.:
Die Erde setzt sich massenanteilig zusammen aus Eisen (32,1 %), Sauerstoff (30,1 %), Silizium (15,1 %), Magnesium (13,9 %), Schwefel (2,9 %), Nickel (1,8 %), Calcium (1,5 %) und Aluminium (1,4 %). Die restlichen 1,2 % teilen sich Spuren von anderen Elementen.

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