04.01.2017 Adrian

Übertragungsstation SylWin alpha – 25.000 Tonnen Höchstspannung auf dem Meer

Sylwin alpha ist eine von derzeit sechs Übertragungsstationen auf der Nordsee (Bild: Siemens AG).

Hunderte Offshore-Windparks produzieren in der Nordsee große Mengen Strom. Damit dieser möglichst verlustfrei zur Küste und ins Stromnetz gelangt, muss er zuvor umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernehmen gigantische Übertragungsstationen auf dem Meer. Sie funktionieren im Grunde wie ein Ladegerät für Smartphones.    

Wer sein Handy, sein Tablet oder seinen Laptop aufladen will, braucht dazu ein Ladegerät, das den Wechselstrom aus der Steckdose in Gleichstrom umwandelt, und ein ausreichend langes Kabel, das den Strom bis zum Smartphone transportiert. Siemens hat mit Sylwin alpha für den Netzbetreiber TenneT eine Art Riesennetzteil errichtet. SylWin alpha ist eine sogenannte HGÜ-Plattform (HGÜ: Hochspannungsgleichstromübertragung), befindet sich unweit der Insel Sylt auf der Nordsee, wiegt 25.000 Tonnen und verfügt sogar über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz. Der Koloss wurde 23 Meter über dem Meeresspiegel errichtet und bietet auf sieben Etagen Platz für bis zu 24 Techniker. 

Bildergalerie: SylWin alpha – 25.000 Tonnen voller Spannung

  • Der auf dem Meer in Hunderten Offshore-Winkparks erzeugte Strom muss ans Land – und das möglichst verlustfrei (Foto: Siemens AG).

  • Zu diesem Zweck wandeln HGÜ-Plattformen wie Sylwin 1 den erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um (Bild: Siemens AG).

  • So lässt sich der sonst übliche Verlust bei der Übertragung auf vier Prozent reduzieren (Bild: Siemens AG).

  • Sylwin 1 ist eine von derzeit acht HGÜ-Plattformen (HGÜ: Hochspannungsgleichstromübertragung; Bild: Siemens AG). 

  • Nach Fertigstellung werden die Plattformen rund 3,8 Gigawatt übertragen – ausreichend Strom für umgerechnet fünf Millionen Haushalte (Bild: Siemens AG).

  • Dank der Kolosse rückt das Ausbauziel der Bundesregierung näher, bis zum Jahr 2020 mehr als sechs Gigawatt offshore erzeugten Strom an Land zu nutzen (Bild: Siemens AG).

Im Grunde verrichtet Sylwin alpha als eine von derzeit sechs Plattformen dieselbe Arbeit wie unser Smartphone-Netzteil. Wenn auch in völlig anderen Dimensionen. Die Plattform wandelt den Wechselstrom, der in Hunderten Offshore-Windkraftanlagen erzeugt wird, in Gleichstrom mit einer Spannung von 320 Kilovolt um. Über ein 160 Kilometer langes Seekabel fließt der Gleichstrom über den Meeresgrund zur Küste, wo er wiederrum in Wechselstrom umgewandelt und schließlich ins Stromnetz eingespeist wird. Auf diese Art lassen sich die üblichen Verluste während des Transports auf nur vier Prozent reduzieren.

Video: Sylwin 1 Projektfilm (via TenneT)

3,8 Gigawatt werden durch die HGÜ-Plattformen übertragen – ausreichend Strom, um damit rund fünf Millionen Haushalte zu versorgen. Dank der Plattformen rückt das Ziel der Bundesregierung näher, bis zum Jahr 2020 mehr als sechs Gigawatt Offshore-Strom zu erzeugen und an Land zu nutzen.





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