Fußball-EM: Energiefakten zum Achtelfinalgegner Dänemark

Christian
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Auch im Hintergrund der Kleinen Meerjungfrau in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen sind Windkrafträder zu sehen (Bild eorihuela, pixabay).

Für die deutsche Fußballnationalmannschaft geht das Turnier im eigenen Land weiter, zu Beginn der K.o.-Phase wartet im Achtelfinale am 29. Juni in Dortmund der Gegner Dänemark auf die Elf von Nationaltrainer Julian Nagelsmann. Auch für uns ein Grund, mit unserer Serie fortzufahren und den Energiehaushalt unseres Nachbarlandes im Norden unter die Lupe zu nehmen.

Das dänische Festland und die zum dänischen Staatsgebiet zählenden Inseln haben an Nord- und Ostsee eine Gesamtküstenlinie von etwa 7300 Kilometern. Das zeigt: In Dänemark pfeift fast überall der Wind, und der wird schon seit der Ölkrise in den 1970er-Jahren vermehrt für die Erzeugung von Energie genutzt.

Überhaupt erreicht das Land bei den erneuerbaren Energien Spitzenwerte: 55,7 Prozent des Stroms wurden 2023 von Windkraftanlagen auf dem Land und vor den Küsten gewonnen, weitere 12 Prozent stammen aus Photovoltaik-Anlagen. Insgesamt kamen 81,6 Prozent des in Dänemark erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen, damit steht das Land EU-weit an erster Stelle. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2023 nur 59,3 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne & Co. gewonnen.

Windkraft mit riesigem Potenzial

Auch wenn in Dänemark schon jetzt große Strommengen aus der Windkraft erzeugt werden, ist das bislang ungenutzte Potenzial weiterhin riesig. Speziell vor den Küsten ist die realisierbare Stromproduktion noch lange nicht ausgereizt. Expertinnen und Experten sprechen davon, dass in der dänischen Nord- und Ostsee 300 Gigawatt Leistung aufgebaut werden können. Zur Einordnung: Vor den deutschen Küsten waren Stand September 2023 vergleichsweise geringe 8,39 GW Leistung in Betrieb.

Ehrgeizige Ziele für den Klimaschutz

Dänemark steht in Sachen CO2-Reduktion also gut da, die selbstgesteckten Ziele sind aber noch ehrgeiziger. Bis 2030 will man einen Rückgang der Treibhausgasemissionen von 70 Prozent im Vergleich zu 1990 erreichen. Über 60 Prozent sind bereits jetzt geschafft. Bis dahin soll außerdem der Ausstieg aus der Nutzung der emissionsintensiven Kohle für die Wärmeerzeugung abgeschlossen sein. Und schon bis 2027 soll der im Land erzeugte Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Um effizienter mit dem so produzierten Strom umgehen bzw. ihn transportieren zu können, wird der Ausbau von Wasserstoffkapazitäten forciert. Bis zu sechs Gigawatt an Elektrolyseurkapazitäten sollen bis 2030 errichtet werden.

Fernwärmeversorgung steigt

In einem nordeuropäischen Land wie Dänemark ist die Frage der Wärmeerzeugung natürlich ein drängendes Thema. Auch hier hat der Plan, die Versorgung nachhaltiger zu gestalten, schon Früchte getragen. 63 Prozent der dänischen Haushalte werden bereits mit Fernwärme versorgt, in der Hauptstadt Kopenhagen sind es sogar 98 Prozent. Insgesamt werden fast 50 Prozent des Wärmebedarfs bereits jetzt aus erneuerbaren Energiequellen erzielt. Bis 2050 will das Land von fossilen Brennstoffen unabhängig sein – ein weiteres der ehrgeizigen Ziele im Staate Dänemark.

Ölförderung endet

Denn noch ist der meistgenutzte Energieträger Dänemarks – immerhin eines der europäischen Länder mit den größten Öl- und Gasvorkommen – das Mineralöl mit einem Anteil am Energiemix von 44 Prozent. Erneuerbare Energiequellen machen im Land allerdings jetzt schon 34 Prozent aus, Tendenz steigend. Erdgas hingegen findet im Energiemix des Landes schon jetzt nur noch zu 14 Prozent Einsatz. Schon 2020 beschloss die dänische Regierung, bis spätestens 2050 vollständig aus der Öl- und Gasförderung auszusteigen, also auch keine fossilen Brennstoffe mehr zu exportieren.

Weitere Informationen zur Energiewende in Dänemark findet ihr hier.

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