26.04.2019 Claudia

Roller-Revolution: Kurven schon bald tausende E-Scooter durch Köln?

Bürgersteig, Radweg oder Fahrbahn? Wo man mit den E-Scootern unterwegs sein darf, soll schon bald eine Verordnung regeln (Bild: Adobe Stock).

Elektroautos, E-Bikes und Co. prägen schon lange unser Straßenbild und in Köln fahren bereits seit einigen Jahren die ersten Elektrobusse. Relativ neu auf dem Markt – und bald auch im Straßenverkehr – sind hingegen strombetriebene Tretroller. Wir erklären euch, ab wann ihr mit den Flitzern wo unterwegs sein könnt.

Waren die kleinen wendigen Fahrzeuge früher vor allem ein beliebtes Fortbewegungsmittel für Kinder und hippe Stadtbewohner, sind sie heute schon fast ein adäquater Fahrradersatz. Aber eben nur fast. Denn bisher durften die „Elektrokleinstfahrzeuge“, wie die coolen Flitzer offiziell vom Gesetzgeber genannt werden, nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Dies soll sich am 17. Mai ändern, wenn der Bundesrat über die von der Regierung erlassene „Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung“ (eKFV) entscheidet.

Fahren unter bestimmten Voraussetzungen

Wird das Gesetz beschlossen, dürfen die leicht zu transportierenden E-Scooter schon bald offiziell genutzt werden, um klimafreundlich von A nach B zu kommen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. So dürfen sie höchstens 20 km/h fahren und auch nicht überall:

  • Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 12 km/h dürfen innerorts auf Geh- und Radwegen sowie in Fußgängerzonen gefahren werden. Stehen diese nicht zur Verfügung, dürfen die Fahrer auf Radwege ausweichen. Gibt es auch diese nicht, darf man die Fahrbahn nutzen.

  • Das Fahren außerorts ist den Rollertypen über 12 km/h vorenthalten, allerdings nur auf Radwegen oder – wenn diese nicht vorhanden sind – auch auf Straßen. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu. Außerdem gilt: In verkehrsberuhigten Bereichen dürfen beide Typen die Fahrbahn nutzen, da dort ja weder Geh- noch Radwege zur Verfügung stehen.

Video: E-Scooter im Test – "Der zieht ordentlich"

eKFV-konforme Roller, mit denen ihr euch im Straßenverkehr bewegen dürft, müssen zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen und eine „helltönende Glocke“ besitzen und über ein Vorder-, Rück- und Bremslicht verfügen. Zudem müssen sie versichert sein und dürfen eine Höchstleistung von 500 Watt nicht überschreiten.

Geplant ist, dass für E-Scooter keine Fahrerlaubnis oder Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich ist. Allerdings müssen Fahrer der langsameren Typen mindestens zwölf Jahre alt sein, die schnelleren dürfen ab 14 Jahren gefahren werden. Eine Helmpflicht gibt es nicht, allerdings wird – wie bei Fahrrädern auch – empfohlen, einen Kopfschutz zu tragen.

Von günstig bis luxuriös

Das Modell X2City von BMW kostet rund 2.400 Euro. Günstigere Modelle aus Fernost gibt es bereits ab 200 Euro (Bild: BMW Group).

Wer das neue Gesetz nutzen und schon bald mit dem Scooter statt mit der Straßenbahn zur Arbeit flitzen möchte, muss mindestens 200 Euro investieren. Dafür sind bereits einige günstige E-Roller-Modelle (hauptsächlich aus Asien) zu haben, wobei es nach oben kaum Grenzen gibt: BMW bietet seinen X2City für stolze 2.400 Euro an.

Für welches Modell ihr euch auch entscheidet: Wir wünschen gute Fahrt und beim Abbiegen bitte die Handzeichen nicht vergessen! Denn eines haben die neuen E-Flitzer nicht – egal, wie teuer sie auch sind: Einen Blinker.

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





Wir sind kontaktfreudig. Schreibt uns!