26.11.2020 Janine

Onlineshoppen oder Stadtbummel – was ist besser für die Umwelt?

In Deutschland werden jährlich Milliarden Pakete verschickt. Der Onlinehandel steht im Verdacht, mit seinen Lieferfahrzeugen die Luft zu verschmutzen, und das nicht allein mit der Anlieferung der Waren: Laut einer Studie der Universität Bamberg wird jedes sechste im Internet bestellte Paket wieder zurückgeschickt. Das verbraucht Energie und produziert CO2. Aber ist der Onlinehandel wirklich ein Klimakiller? 

Was ist besser für die Umwelt – Onlineshopping oder vor Ort einkaufen? Die Antwort auf diese Frage ist schwierig, denn wie hoch die CO2-Bilanz pro Bestellung ist, lässt sich schwer beziffern. Retouren belasteten das Klima, aber die CO2-Bilanz hängt unter anderem stark davon ab, wo die Kunden leben, wie viele Pakete sie gleichzeitig bestellen und welche bzw. wie viele unterschiedliche Transportdienste zum Einsatz kommen. Auch das Gewicht der Pakete spielt eine Rolle: Wenn kleine Artikel – wie Bücher oder Smartphones – zum Kunden gebracht werden, wirkt sich das positiv auf den Schadstoffausstoß pro Artikel aus. Anders sieht es bei großen Teilen wie einer neuen Waschmaschine oder einer Couch aus. 

Wer mit dem Auto in die Stadt fährt, ist auch nicht schadstofffrei unterwegs und für einen fairen Vergleich müssten zudem die Energiekosten der Läden berücksichtigt werden. Auf der Negativseite des Onlinehandels ist dann natürlich noch der Verpackungsmüll zu verbuchen: Derzeit sind es insgesamt 18,7 Millionen Tonnen pro Jahr, Tendenz steigend. Außerdem stehen einige Händler im Verdacht, Retouren einfach wegzuwerfen. Das Umweltbundesamt, das den CO₂-Ausstoß aller möglichen Emissionsquellen in Deutschland akribisch auflistet, kann zur Umweltbelastung des Onlinehandels noch keine belastbaren Zahlen vorlegen. Dabei spielt er inzwischen eine wichtige Rolle: Laut dem E-Commerce-Verband BEVH wächst er kontinuierlich und erreicht inzwischen einen Umsatz von schätzungsweise 72 Milliarden Euro.

Der Vergleich der Ökobilanz von Onlineshopping und Stadtbummel ist momentan noch schwierig, weil er von vielen individuellen Faktoren abhängt. Doch klar ist: Wer das Klima schonen will, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen und möglichst wenig zurückschicken.

Empfehlungen der Nachhaltigkeitsexperten

  1. Sinnvoll ist in jedem Fall, bewusst einzukaufen und nur das zu ordern, was man auch wirklich braucht.

  2. Auf umweltfreundliche Verpackungen achten: Manche Geschäfte bieten inzwischen Pfandsysteme oder zumindest recycelbare Verpackungen an. 

  3. Bestellungen bündeln und lieber geduldiger sein, damit mehrere Produkte zeitgleich ausgeliefert werden können. Hier gibt es eine Liste von „grünen“ Online-Shops.

  4. Auf regionale Produkte setzen und auf kurze Lieferwege achten. Manche Händler wie DHL bieten inzwischen außerdem einen klimaneutralen Versand an. Das heißt, dass sie durch den Versand ausgestoßenes CO2 kompensieren. Innerhalb Deutschlands kostet das bei DHL nicht mehr, beim Versenden ins Ausland zahlt man einen Aufpreis.





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