16.12.2019 Claudia

Energieeffizient durch die kalte Jahreszeit – populäre Energiesparmythen im Faktencheck

Wer seine Heizung ausschaltet, wenn er die Wohnung für einige Stunden verlässt, zahlt am Ende drauf (alle Bilder: Adobe Stock).

Wenn es draußen kalt ist, rückt auch die Energie in den eigenen vier Wänden stärker in unseren Fokus. Denn jetzt müssen wir heizen, früh das Licht einschalten und uns mit heißem Tee aufwärmen. Der perfekte Zeitpunkt also, um uns mal mit ein paar Fragen und Fakten rund um unseren Energieverbrauch in der kalten Jahreszeit zu beschäftigen.

Kochtopf oder Wasserkocher: Wie erhitze ich mein Teewasser sparsamer?

Hier lautet die Antwort ganz eindeutig: Wasserkocher! Dieser erhitzt euer Teewasser nicht nur deutlich schneller, sondern auch mit einem geringeren Strom- und damit Kostenverbrauch – zumindest, wenn ihr einen Elektroherd habt. Denn eine Induktionsplatte kann in Sachen Geschwindigkeit gut mit einem Wasserkocher mithalten. Bei dessen Benutzung solltet ihr zudem folgendes beachten: Immer rechtzeitig entkalken (am besten mit umweltfreundlicher Zitronensäure) und nie mehr Wasser kochen als ihr tatsächlich braucht, denn das kostet nur unnötig Energie, Zeit und Geld.

Teewasser erhitzt ihr im Wasserkocher deutlich sparsamer als auf dem Herd. Ausnahme: Ihr habt einen Induktionsherd. Der kann es mit einem Wasserkocher nämlich aufnehmen.

Im Winter verbraucht mein Kühlschrank weniger Strom, da er leerer ist als im Sommer.

Wenn wir unseren Kühlschrank im Sommer bis obenhin mit Cola, Kölsch & Co. fürs nächste Grillfest vollstopfen, oder bei über 30°C sogar unsere geliebte Schokolade kühlen müssen, hat dieser ziemlich viel zu tun und verbraucht deshalb auch ziemlich viel Strom. Klingt eigentlich erst mal ziemlich logisch, oder? Ist es aber nicht. Denn je voller der Kühlschrank ist, desto weniger Energie geht verloren, wenn man die Türe öffnet. Der Grund: Viele Flaschen und Lebensmittel verhindern einen großzügigen Luftaustausch und somit Temperaturausgleich. Hinzu kommt, dass Lebensmittel zu einem großen Teil aus Wasser bestehen. Dieses kann – ähnlich dem Prinzip eines Kühlakkus – Kälte besser speichern als Luft, also auch besser als ein leerer Kühlschrank. Daher: Ruhig auch im Herbst und Winter den Kühlschrank richtig schön vollpacken.

Je voller der Kühlschrank ist, desto besser "speichert" er die Kälte.

Wenn ich die Heizung ausmache sobald ich die Wohnung verlasse, spare ich Energie.

Die Antwort: Jein! Komplett ausschalten solltet ihr die Heizung nie. Denn das hat zur Folge, dass die Räume zu schnell abkühlen und das Wiederaufheizen dann letztendlich mehr Energie verbraucht, als ihr durch das Ausschalten gespart habt. Ein wenig runter drehen wenn ihr für einige Zeit nicht Zuhause seid, spart hingegen tatsächlich Energie. Dies empfiehlt sich übrigens auch für nicht genutzte Räume und nachts.

Verbraucht Baden wirklich so viel mehr Wasser als Duschen?

Rund 26 Cent kostet eine kurze Dusche im Schnitt.

Ja, tut es. Leider. Eineinziges Vollbad benötigt (je nach Wannengröße) rund drei Mal so viel Wasser wie eine kurze Dusche von etwa 3-5 Minuten. Und nicht nur der Wasserverbrauch, sondern auch die damit verbundenen Kosten sind beim Planschvergnügen deutlich höher: Rechnet man Wasser- und Energiekosten für das Erwärmen des Wassers zusammen, kommt man für Stromkunden auf etwa 1 Euro für ein Vollbad und rund 42 Cent für eine Dusche. Wenn ihr Erdgas bezieht, zahlt Ihr für eine volle Wanne circa 60 Cent und für eine kurze Dusche weniger als die Hälfte, nämlich gerade einmal 26 Cent. 

 

Allerdings gilt hier wie bei so vielem: In Maßen top, in Massen flop. Denn ein Winter ohne heiße Wanne wäre in etwa so wie Silvester ohne „Dinner for one“. Möglich, aber nicht halb so schön.

Was ist besser für die Umwelt? Echte Kerzen oder Lichterketten?

Kerzen am Baum? Klar, aber bitte aus Bienenwachs oder Bio-Sojawachs. Bei Lichterketten solltet ihr sparsame LED verwenden.

Bis vor ein paar Jahren hatten echte Kerzen in Sachen Umweltverträglichkeit die Nase gegenüber ihren stromfressenden Konkurrenten noch deutlich vorn. Heute streiten sich Experten darüber, ob diese tatsächlich so viel besser für Klima und Umwelt sind. Denn rund 75 % der Kerzen im deutschen Handel werden aus dem Erdölprodukt Paraffin hergestellt. Bei dessen Verarbeitung werden enorme Mengen CO2 ausgestoßen. Und auch beim Abbrennen der Kerze selbst entstehen Stickoxide. Wer regelmäßig lüftet und nicht jeden Tag große Mengen an Kerzen abbrennt, für den sind diese Mengen allerdings ungefährlich. Trotzdem solltet ihr beim Kauf von Kerzen wenn möglich auf Produkte aus Bienenwachs oder Bio-Sojawachs umsteigen und Paraffin-Kerzen meiden – dem Klima zuliebe.

 

Und wenn ihr Lichterketten bevorzugt, dann natürlich am besten solche mit LED-Lampen, denn die verbrauchen rund 80 % weniger Strom und sind zudem deutlich langlebiger als herkömmliche Lichterketten. Das gesparte Geld könnt ihr dann hervorragend in neuen Tee, Badeschaum oder Kaltgetränke für euren leeren Kühlschrank investieren – eben alles, was man in der kalten Jahreszeit so braucht.





Wir sind kontaktfreudig. Schreibt uns!