13.07.2016 Adrian

Elektromobilität – Kommen jetzt die E-Flugzeuge?

Soll ab 2017 in Serie gehen: der Zweisitzer E-Fan 2.0 von Airbus (Bild: Airbus Group).

Elektroautos sind gerade dabei, sich am Markt zu etablieren. Die Kaufprämie dürfte ihren Absatz noch einmal deutlich befeuern. Während die E-Autos damit bereits zum Stadtbild gehören, befinden sich Elektroflugzeuge noch in der Beta-Phase. Doch das soll sich schon bald ändern. 

Die Vorgaben der EU-Kommission für die europäische Luftfahrtindustrie sind ehrgeizig: Bis 2050 sollen Passagierflugzeuge pro geflogenen Passagierkilometer gegenüber den Vergleichswerten aus dem Jahr 2000 75 Prozent weniger CO2 und 90 Prozent weniger Stickoxide ausstoßen. Auf dem Weg zwischen Parkposition und Start- bzw. Landebahn sollen sich die Flieger sogar CO2-neutral bewegen. Schnell wird klar, all das lässt sich wohl nur über den Einsatz elektrischer oder hybrider Antriebe realisieren. 

Airbus plant Hybridflieger mit 100 Sitzplätzen

Die Industrie hat bereits reagiert. So haben Airbus und Siemens im April dieses Jahren ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das die Entwicklung von elektrisch oder hybrid angetriebenen Flugzeugen mit mehr als 20 Sitzplätzen zum Ziel hat. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass Maschinen mit hybriden Antrieben und bis zu 100 Sitzen bereits bis 2030 abheben werden. Die Ingenieure tüfteln dafür an Antrieben, die eine Leistung von rund 10 Megawatt aufweisen. 

Ein Airbus E-Fan flog komplett elektrisch betrieben über den Ärmelkanal (Bild: Airbus Group).

Bei kleineren Flugzeugen ist Airbus bereits einen Schritt weiter. So hat das Unternehmen auf der Luftfahrtausstellung in Berlin Anfang Juni ein Modell der E-Fan-Reihe vorgestellt. Mit dem Prototypen, der E-Fan 1.0, ist Airbus bereits eine erfolgreiche Kanalüberquerung von England nach Frankreich geglückt. Von 2019 an soll die E-Fan 4.0 in Serie gebaut werden. Sie bietet Platz für vier Personen und hat neben einem Elektromotor auch einen Verbrennungsmotor als Range-Extender an Bord. Die E-Fan 2.0 hingegen soll ab 2017 komplett emissionsfrei unterwegs sein und das erste in Serie gebaute und nach internationalen Luftfahrzeugnormen zugelassene Elektroflugzeug werden. 

Der Volocopter benötigt zur Steuerung keine mechanischen Komponenten und soll kinderleicht zu bedienen sein (Bild: e-volo GmbH).

Muten die E-Fan-Modelle an wie herkömmliche Flugzeuge, erscheint der Volokopter des deutschen Herstellers e-volo wie eine überdimensionierte Drohne. Achtzehn rein elektrisch betriebene Motoren halten den Drehflügler in der Luft. Anders als ein Helikopter lässt sich der Flieger kinderleicht mit einem Joystick bedienen (siehe Video). Dafür sorgt eine ausgeklügelte Software an Bord. Wenn doch mal etwas schiefgeht, hat der Volokopter ein Fallschirm-Rettungssystem an Bord und gleitet im Ernstfall sanft zu Boden. Einzig die Reichweite stellt noch ein Problem dar. Denn nach 30 Minuten sind die Akkus leer.

Auch die Nasa tüftelt an einem unkonventionellen Eektroflugzeug. Das Leaptech getaufte Modell basiert bei Rumpf und Leitwerk auf einem konventionellen Kleinflugzeug des italienischen Herstellers Tecnam. Bei der Nasa-Variante sitzen an den Flügeln allerdings 18 kleine Elektromotoren. Gegenüber vergleichbaren Maschinen kommt der Flieger mit einer vergleichsweise geringen Spannweite aus. Einmal in der Luft, ließen sich einzelne Motoren außerdem ausschalten, um Energie zu sparen. Die kleinen Motoren werden von einer Lithium-Ionen-Phosphat-Batterie angetrieben und beschleunigen den Flieger auf bis zu 300 km/h. Die Reichweite betrage 350 Kilometer und könne mit einem Hybridmotor auf das Doppelte gesteigert werden. Die Funktionsweise von Leaptech wird im Video erklärt (englisch):

Wir ihr seht, ist einiges in Bewegung in Sachen Elektroflieger. Wer weiß, vielleicht stellen wir unsere TankEn ja schon bald neben der Rollbahn am Flughafen Köln/Bonn auf? Was haltet Ihr von Elektroflugzeugen? Glaubt ihr, dass diese Form des Antriebs eine Zukunft hat? Schreibt uns eure Meinung ins Kommentarfeld. Wir freuen uns. 





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