19.10.2015 Adrian

EEG-Umlage – wieso, weshalb, warum?

2016 steigt die EEG-Umlage auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde (Foto: Fotolia).

In der vergangenen Woche ist die Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2016 bekanntgegeben worden. Für eine vierköpfige Familie schlägt die Abgabe im kommenden Jahr mit durchschnittlich 220 Euro zu Buche. Doch was genau ist die EEG-Umlage eigentlich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Was ist die EEG-Umlage?

Wer Strom aus Erneuerbaren Energien produziert und ins Netz einspeist, erhält dafür eine garantierte Vergütung. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Windparkbetreiber in Norddeutschland handelt oder einen Privathaushalt in Köln, mit wenigen Solarmodulen auf dem Dach. Die Vergütungssätze werden den Betreibern im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab der ersten Inbetriebnahme ihrer Anlage für 20 Jahre garantiert. So möchte der Gesetzgeber Risiken, die sich aus Marktpreisschwankungen ergeben, minimieren und Anreize für Investoren schaffen, in die jeweilige Technik zu investieren. In der Vergangenheit haben die Übertragungsnetzbetreiber den produzierten Strom aus Erneuerbarer Energie vermarktet und den Anlagenbetreiber die garantierte Vergütung ausgezahlt. Mit dem reformierten EEG aus dem Jahre 2014 müssen die Anlagenbetreiber dieses ab einer gewissen Größe der Anlage selber vornehmen. Da der Erlös aus dem Verkauf an der Strombörse i. d. R. niedriger ist als die garantierte Vergütung, erhalten sie vom Übertragungsnetzbetreiber die Differenz. Die für die Übertragungsnetzbetreiber hieraus entstehenden Kosten bestimmen im Wesentlichen die Höhe der EEG-Umlage, die durch die Stromkunden zu tragen sind.

Wie hoch ist EEG-Umlage?

Im Jahr 2015 beträgt die EEG-Umlage noch 6,17 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Ab 2016 steigt die Umlage um rund 3,0 Prozent auf dann 6,354 Cent pro Kilowattstunde an. Für einen Vierpersonenhaushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh ergeben sich ab 2016 jährlich Mehrkosten in Höhe von 6,40 Euro

Hat mein Energieversorger Einfluss auf die EEG-Umlage?

Nein, die EEG-Umlage ermitteln die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur. Energieversorger wie die RheinEnergie können lediglich 25 Prozent des Strompreises über Stromeinkauf und Vertrieb beeinflussen. Der große Rest setzt sich aus Steuern, Abgaben, Umlagen (u. a. EEG-Umlage) und Netzentgelten zusammen. 

Wie ergibt sich die Höhe der EEG-Umlage?

Die Höhe der EEG-Umlage ermitteln die Übertragungsnetzbetreiber auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter. Diese gehen davon aus, dass im kommenden Jahr 176 Terawattstunden (TWh) Strom aus Erneuerbarer Energie (Prognose 2015: 161 TWh) erzeugt und durch die Übertragungsnetzbetreiber vergütet werden müssen (Gesamtstrombedarf in Deutschland 2015: 583 TWh). Abzüglich der Gewinne, die durch den Verkauf des Stroms an der Strombörse erzielt werden, ergibt sich im Jahr 2016 voraussichtlich ein Umlagebetrag in Höhe von 23,1 Milliarden Euro. Das entspricht in der EEG-Umlage 2016 einem Anteil von etwa 6,4 Cent pro Kilowattstunde. 

Muss jeder die Umlage bezahlen?

Nein. Unternehmen, die z. B. hohe Energiekosten haben, können eine verringerte Umlage in Anspruch nehmen. So soll ihre Wettbewerbsfähigkeit international gewährleistet werden. (Text: mit Dr. Dag Hintze)

Katja

Ein sehr informativer Artikel zum Thema EEG Umlage. Das wird einigen sicherlich offene Fragen beantworten, denn vielen ist gar nicht bekannt, um was es dabei tatsächlich geht. WIe die Reaktionen auf die Erhöhung der Umlage sind, kann man sich auch sehr gut auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-10/35265479-reaktionen-auf-die-eeg-umlage-032.htm durchlesen.

Adrian

Hallo Katja Wttlich,

vielen Dank für das Lob und die Ergänzung!

Beste Grüße,

Adrian

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