26.09.2014 Adrian

Die Wasserfängerin im Nebel

Die Hamburger Kosmetikmarke „Stop the water while using me!“ hat unter der Leitung von Kaya-Line Knust einem kleinen Dorf in Tansania zu einem dauerhaften Trinkwasserzugang verholfen. Ihre Verbündeten: Netze, Nebel und tatkräftige Dorfbewohner.

 

Die Idee ist so genial wie einfach: Jeden Morgen zieht der Nebel über den Tarangire National Park in Tansania und enthält eine in dem afrikanischen Land so seltene wie wertvolle Ressource: Trinkwasser

Bis zu 1.000 Liter pro Tag

Wer in das kleine Dorf Dareda kommt, wird zunächst stutzen: Riesige, feinmaschige Netze flattern im Wind. Darin verfangen sich morgens winzige Wassermoleküle, bilden in dem Gewebe Tropfen und fließen über Rinnen in luftdichte Wassertanks. Dort sammeln sich täglich zwischen 200 und 1.000 Liter Trinkwasser, das allen Dorfbewohnern zur Verfügung steht.

 

Initiiert hat das ehrgeizige Projekt Kaya-Line Knust in Kooperation mit der NGO Ped World. Die 31-jährige Geschäftsführerin der Naturkosmetikserie „Stop the water while using me“ hat dem Wassermangel in der Welt den Kampf angesagt. 

  • In dem kleinen Dorf Dareda in Tansania trotzen seit kurzem Nebelnetze dem Wind eine kostbare Fracht ab: Trinkwasser.  (Alle Bilder: Stop The Water While Using Me)

  • Initiiert hat das ehrgeizige Projekt Kaya-Line Knust in Kooperation mit der NGO Ped World. 

  • In den riesigen Gebilden ...

  • ... verfangen sich allmorgendlich winzige Wassermoleküle, vereinen sich in dem Gewebe zu Tropfen und ...

  • ... fließen über Rinnen in luftdichte Wassertanks.

  • Dort sammeln sich täglich zwischen 200 und 1000 Liter Trinkwasser, das allen Dorfbewohnern zur Verfügung steht. 

  • Die mit 2500 Euro relativ günstigen und bei guter Wartung auch recht langlebigen Netze hat Kaya-Line Knust ganz bewusst neben einer Schule errichten lassen. 

  • So müssen die Kinder ihre Eltern nicht mehr auf die langen Märschen zu den Wasserstellen begleiten, ...

  • ... sondern können die Zeit stattdessen zum Lernen und Spielen verwenden.

Dazu verwendet sie seitdem einen Teil der Erträge der Kosmetikfirma. Über die 2013 von der Marke ins Leben gerufene „Good Water Projects“-Initiative fließen die Gelder in intelligente Hilfsprojekte wie jenem in Tansania. Trinkwasser ist in dem ostafrikanischen Land Mangelware. Das Wasser in Seen und Flüssen ist oft zu salzhaltig oder zu stark mit Keimen und Schadstoffen belastet, um trinkbar zu sein.

 

Während der Regenzeit strömt es zwar, lässt sich aber ohne spezielle Tanks nur schwer lagern. Denn bleibt es längere Zeit stehen, bilden sich Keime und das Wasser fault vor sich hin. Die mit 2.500 Euro relativ günstigen und bei guter Wartung auch recht langlebigen Netze hat Kaya-Line Knust mithilfe tatkräftiger Dorfbewohner und Mitarbeitern von Ped World ganz bewusst neben einer Schule errichtet. So müssen die Kinder ihre Eltern nicht mehr auf die langen Märsche zu den Wasserstellen begleiten, sondern können die Zeit stattdessen zum Lernen und Spielen verwenden.

Ihr besonders Verhältnis für Wasser hat die Hamburgerin schon in ihrer Kindheit entwickelt. Ihre Eltern wohnten seinerzeit während einer Hippie-Phase in einem Haus in Schleswig-Holstein – ohne fließendes Wasser. Das bezog die Familie ausschließlich aus einem selbst gegrabenen Brunnen im Garten. Bis heute prägt diese Erfahrung Kaya-Line Knust. Über den Namen der Kosmetikserie, der frei übersetzt so viel bedeutet wie „Verschwende kein Wasser, während du mich benutzt“, werden auch die Kunden, die in wasserreichen Gebieten wohnen, zu einem bewussten Umgang ermahnt. 

 

In Zukunft möchte die engagierte Hamburgerin mit den Nebelnetzen noch viel mehr Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen. Wer zudem förderwürdige Projekte zur Trinkwassergewinnung kennt, kann es das Team von „Stop the water while using me“ jederzeit über goodwp@stop-the-water.com wissen lassen.

Wir sind kontaktfreudig. Schreibt uns!