22.06.2018 Claudia

Straßen unter Strom – Deutschlands WM-Gegner Schweden im Energiecheck

Rosenberg, Schweden: Eine in der Straße verlegte Stromschiene versorgt Elektrofahrzeuge während der Fahrt mit Strom (Bild: NCC AB).

Wie viel Energie Schweden auf dem Platz beweist, wird sich am Samstag zeigen. In Sachen alternativer Energie tut sich im Land der Elche und Seen derzeit allerdings so einiges – vor allem im Bereich Elektromobilität. So ist außerhalb von Stockholm ein Straßenabschnitt entstanden, der fahrende Elektroautos mit Energie versorgt.

Zwar sind die Schweden noch nicht ganz so weit wie Norwegen, das als Vorreiter der E-Mobilität gilt, verstecken müssen sie sich hinter ihrem Nachbarland jedoch auch nicht. Dazu trägt vor allem die Eröffnung der weltweit ersten öffentlichen Straße bei, auf der Elektrofahrzeuge über eine Stromschiene im Boden mit Energie versorgt und während der Fahrt aufgeladen werden – ähnlich wie auf einer Carrera-Bahn. 

Die zwei Kilometer lange Strecke mit Namen „eRoad Arlanda“, ist seit diesem Frühjahr in Betrieb und führt vom Flughafen Arlanda zu einem Logistikzentrum. Zunächst wird sie testweise von einem Transportunternehmen mit umgerüsteten LKW befahren. Diese haben einen Stromabnehmer am Karosserieboden, der mit der Schiene in Kontakt tritt und wenn erforderlich auch automatisch wieder entfernt wird, zum Beispiel bei Überholvorgängen.

Die Technik soll schon bald auf einer 12 Kilometer langen Teststrecke in Deutschland verbaut werden (Bild: NCC AB).

An dieser Technik haben Experten fast 15 Jahre gearbeitet. Dabei herausgekommen ist ein System, das aus zwei Leitungen etwa sechs Zentimeter unter der Erde besteht. Diese geben nur dann Strom ab, wenn sich ein Fahrzeug auf der Straße befindet. Durch eine spezielle Isolierung und Erdung werden Fußgänger vor dem Strom geschützt und bei starkem Regen greift ein Entwässerungssystem, das sie Schienen vor Überschwemmungen schützen soll. 

Deutschland zeigt Interesse an der Technik

Die Projektleiter gehen davon aus, dass mit ihrer Technik rund 20.000 Kilometer schwedische Autobahnen ausgerüstet werden könnten, so dass im übrigen Straßennetz Elektroautos nur rund 45 Kilometer mit Batteriestrom fahren müssten. Ob und wann weitere Straßen in Schweden – oder sogar in anderen Ländern – mit Stromschienen ausgestattet werden, wird die zweijährige Testphase zeigen. Dass die deutsche Regierung am schwedischen Prototyp Interesse hat, steht jedoch jetzt schon fest: Bereits im vergangenen Jahr vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schwedens Premierminister Stefan Löfven eine Kooperation, in deren Rahmen in Deutschland zunächst einmal eine Strecke von 12 Kilometern mit Stromschienen ausgerüstet werden soll. 

Video: eRoadArlanda – fahren und laden (Englisch)

Bereits vor einigen Jahren gab es in Schweden ein ähnliches Testprojekt, das jedoch nicht ganz so erfolgreich war, wie erhofft: Auf einem Autobahnstück wurden Oberleitungen für Hybrid-LKW und Busse installiert, die jedoch den großen Nachteil hatten, dass sie für PKW nicht nutzbar waren. Hier sind die Stromschienen klar in Vorteil, denn sie könnten theoretisch jede E-Fahrzeug mit sauberem, klimafreundlichen Strom versorgen. Dies wäre ein wichtiger Schritt für Schweden, das ambitionierte Klimaziele hat: Bis 2050 möchte das Land keine Nettoemissionen mehr produzieren und so zur „grünen Batterie“ Europas werden. Für dieses Vorhaben wünschen wir den Schweden viel Erfolg. Für das Spiel am Samstag natürlich auch – allerdings nicht ganz so viel, wie unseren Jungs! 

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





Onma

Hallo
Guten Tag
Schöne Blog Posts. Danke, dass Sie uns diese Informationen mitteilen. Zeigen Sie, wie gut die Straßen in Deutschland sind. Ich hoffe, bald wieder mehr informative Beiträge von Ihnen zu lesen.
Mit freundlichen Grüßen
ONMA

Adrian

Hallo ONMA,

freut uns sehr, dass DIr der Beitrag gefällt! Wir liefern heute (25. Juni) noch einen ähnlichen Beitrag über den WM-Gegner Südkorea.

Liebe Grüße

Adrian

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