08.07.2014 Adrian

Alles Wichtige zur EEG-Reform: Das kostet uns der grüne Strom

Mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wollte die damalige Bundesregierung den Ausbau von Erneuerbaren Energien fördern und somit einen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten. Mit Erfolg. Mittlerweile beziehen die Deutschen rund 25 Prozent ihres Stroms aus Erneuerbaren Energien. Die Folge: Die damit verbundenen Kosten und somit auch der Strompreis sind in der Vergangenheit kontinuierlich angestiegen. Das soll sich nach einer Reform des Gesetzes nun ändern.  

 

Was soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz bewirken?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist im Jahr 2000 mit dem Ziel in Kraft getreten, den Anteil der Erneuerbaren Energien (z. B. Wind-, Sonnenenergie und Biomasse) an der Stromversorgung zu erhöhen und hierdurch einen Beitrag zum Kima- und Umweltschutz zu leisten. Das Gesetz und nachfolgende Regelungen sichern den Erzeugern von Ökostrom deshalb garantierte Vergütungen über 20 Jahre zu und schaffen dadurch Investitionsanreize und -sicherheiten.

 

Wie wird das EEG finanziert?

Die durch die Vergütungen entstehenden Ausgaben werden durch das Gesetz bestimmt und über ein Umlagesystem auf alle Stromkunden verteilt, d. h. jeder Stromkunde trägt über den Strompreis und entsprechend seines Verbrauchs einen Anteil mit (sog. EEG-Umlage). In den letzten Jahren ist dieser Anteil am Strompreis deutlich gestiegen. Im Jahre 2010 betrug die EEG-Umlage noch 2,05 ct/kWh. Heute liegt der Beitrag bei 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Auf diesen Betrag müsst ihr als Endverbraucher auch noch Mehrwertsteuer zahlen. Die von der RheinEnergie bei seinen Kunden eingesammelte EEG-Umlage führen wir an einen „nationalen EEG-Gesamttopf“ ab.

Für leistungsstarke Solaranlagen wird in Zukunft eine Abgabe fällig.

Warum soll das EEG reformiert werden?

Das EEG und somit der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist erfolgreich. So erfolgreich, dass wir in Deutschland mittlerweile rund 25 Prozent unseres Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien beziehen. Neben einigen anderen Faktoren ist die EEG-Umlage ein Grund dafür, warum die Strompreise in jüngster Vergangenheit angestiegen sind. Das belastet sowohl die Privatkunden als auch die Industrie in einem Umfang, den viele als zu hoch empfinden.

 

Für einige Stromkunden (z. B. energieintensive Unternehmen) sieht das EEG deshalb auch Möglichkeiten zur Reduzierung der EEG-Umlage vor. Zudem ist in den letzten Jahren ein Trend zur Selbstversorgung bei Privatkunden (Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach) und Industrieunternehmen (eigenes Kraftwerk am Industriestandort) entstanden. Da der selbst erzeugte Strom nicht mit der EEG-Umlage belastet wird, ist die Solidargemeinschaft, die die EEG-Umlage insgesamt trägt, geringer geworden.

 

Das trägt zur weiteren Erhöhung der EEG-Umlage bei. Mit der EEG-Reform soll nun ein weiterer Kostenanstieg verhindert bzw. gedämpft werden. Sie stellt letztendlich jedoch nur einen ersten Schritt in Richtung marktgerechterer und effizienterer Ökostromerzeugung dar. Weitere Schritte sind bereits angekündigt.

 

Was sind die wesentlichen Punkte der Reform?

  • Der Ausbau von neuen Anlagen erfolgt auf Basis angestrebter Ausbaukorridore (z. B. Wind an Land zwischen 2.400 und 2.500 Megawatt pro Jahr). 
  • Die Vergütungen sollen beispielsweise bei Windkraftanlagen an Land um 0,4 Prozent je Quartal abgesenkt werden. Die Absenkung erhöht sich, wenn der tatsächliche Ausbau von neuen Anlagen über dem Ausbaukorridor liegt (z. B. Ausbau der Windkraftanlagen an Land liegt bei 3.000 Megawatt je Jahr).
  • Die Regelungen zur Befreiung bzw. Reduzierung der EEG-Umlage sind dahingehend überarbeitet worden, dass nur besonders stark belastete Unternehmen (z. B. stromintensive Industrie) davon profitieren.
  • Damit die Gemeinschaft der finanzierenden Stromkunden nicht weiter sinkt, soll zukünftig auch der selbst erzeugte und verbrauchte Strom mit einer anteiligen EEG-Umlage belastet werden.
  • Damit Deutschland ein zuverlässiger Investitionsstandort bleibt, gilt für alle bereits errichteten Anlagen ein Bestandsschutz, das heißt, die zum Zeitpunkt der Investition geltenden Regelungen sind für diese Anlagen weiterhin relevant.

Wann tritt das reformierte EEG in Kraft?

Das reformierte Gesetz tritt am 1. August 2014 in Kraft.

 

Was ändert sich für euch als Kunden der RheinEnergie?

Wie sich das geänderte EEG auf die Endkunden auswirkt, lässt sich momentan noch schwer abschätzen. Für das gesamte Jahr 2014 hat die RheinEnergie trotz steigender EEG-Umlage die Preise stabil halten können. Es ist immer schwierig, eine sichere längerfristige Prognose abzugeben. Im Herbst wissen wir mehr. So viel ist sicher: Kostenentlastungen fließen bei uns ebenso in die Kalkulation ein wie andere Faktoren.

Wir sind kontaktfreudig. Schreibt uns!