09.06.2016 Adrian

EEG 2016 – Das ändert sich bei der Ökostromförderung

Den Windpark Zölkow in Mecklenburg-Vorpommern haben wir 2015 erworben. Umgerechnet liefert er Strom für 16.000 Haushalte (Bild: RheinEnergie).

Die Bundesregierung hat nach langem Hin und Her die künftigen Vorgaben für die Ökostromsubventionen auf den Weg gebracht. Die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetztes (EEG) stellt das bisherige System mit gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen grundlegend um. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Reform.

Worum geht es bei der Reform des EEG eigentlich?

Bisher erhielten Produzenten von Erneuerbarer Energie über 20 Jahre eine garantierte Vergütung für den gelieferten Strom. So wollte der Gesetzgeber Anreize schaffen, in Erneuerbare Energien zu investieren. Dies bleibt prinzipiell auch so, jedoch werden die Vergütungen je Technologie (z. B. Windkraftanlagen an Land, Photovolatik) zukünftig über Ausschreibungen durch die Bundesnetzagentur ermittelt. Wer die günstigsten Konditionen pro gelieferte Kilowattstunde (kWh) Strom anbietet, erhält den Zuschlag und darf seine Anlage errichten. 

Was will man mit dem neuen System bezwecken?

In erster Linie geht es der Bundesregierung darum die Vergütungshöhe je Technologie wettbewerblich zu ermitteln und damit Überförderungen zu verhindern. So will man den Kostenanstieg der letzten Jahre beim Ökostromausbau abdämpfen. Das Fördervolumen für die Erneuerbaren Energien beträgt in 2016 gemäß Prognose rund 25 Milliarden Euro. 

Bildergalerie: unser luftigster Arbeitsplatz

  • Als Servicetechnikerin ist Nicole Kopp beinahe täglich auf unseren Anlagen unterwegs (alle Bilder: RheinEnergie).

  • Zuvor gab es aber eine Hürde zu überwinden: Nicole Kopp hatte Höhenangst. 

  • Doch sie nahm es sportlich und stellte sich im Vorfeld immer wieder ganz bewusst ihren Ängsten.

  • Mit Erfolg: „Während der Arbeit verspüre ich nur noch den nötigen Respekt vor der Höhe. Angst habe ich aber keine.“ 

  • Die RheinEnergie ist deutschlandweit an 20 Windparks beteiligt.

Für welche Anlagen gilt das Ausschreibungsmodell?

Das neue System gilt zunächst für Windkraftanlagen an Land und Solaranlagen, wobei kleinere Anlagen (kleiner 750 Kilowatt) von der Ausschreibung ausgenommen sind. Diejenigen, die auf ihrem Einfamilienhaus eine Solaranlage errichten wollen, können also aufatmen. Sie erhalten nach wie vor eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Bei der Biomasse gilt ein modifiziertes System, welches auch bestehende Anlagen berücksichtigt. Aufgrund ihrer Besonderheiten (u. a. lange Projektentwicklungszeiten und hohe Anfangsinvestitionen) werden zu einem späteren Zeitpunkt auch Windkraftanlagen auf See in das Ausschreibungssystem übernommen. 

Wie sehen die Ausbauziele für den „grünen Strom“ aus?

Das Ziel bleibt unverändert: Bis zum Jahr 2025 sollen rund 40 bis 45 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen kommen. Aktuell liegt der Anteil bei rund 33 Prozent. Um den im Norden von Deutschland erzeugten Strom (vorrangig Windkraftanlagen) in die Regionen mit hohem Verbrauch (z. B. Bayern und Baden-Württemberg) transportieren zu können, soll der Ausbau von Ökostrom sowie der Ausbau der Netze besser verzahnt werden. In Gegenden, in denen der Stromüberschuss besonders hoch ist und der Netzausbau nur langsam voranschreitet, soll der Ausbau von Windenergie übergangsweise sogar gedrosselt werden.

The Simple Physics: Wie funktioniert eine Solarzelle?

Wie viel Leistung will die Bundesnetzagentur ausschreiben?

Soweit bekannt, sollen für Windparks an Land (Onshore) von 2017 bis 2019 jeweils 2.800 Megawatt (MW) brutto pro Jahr ausgeschrieben werden. Das entspricht einer Menge von rund 1.000 Windkrafträdern. In diesem Wert sind bereits neue Anlagen enthalten, die alte am bestehenden Standort ersetzen. Für Windparks auf See (Offshore) sieht das bisherige EEG 2014 ein Ausbauziel von 6.500 MW für 2020 und 15.000 MW für 2030 vor. Rechnerisch entspricht das in etwa einer Leistung von zwölf Atomkraftwerken. Solaranlagenbetreiber können künftig jedes Jahr um rund 600 MW buhlen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass voraussichtlich der größere Teil der Solaranlagen von den Ausnahmen für kleinere Anlagen profitiert. Bei der Biomasse ist in den ersten drei Jahren ein Ausbau von 150 MW geplant, wobei auch Biomasseanlagen, deren Förderung ausgelaufen ist, sich um eine Anschlussförderung im Rahmen der Ausschreibung bewerben können. In den Jahren 2020 und 2021 sollen es dann 200 MW sein.

Und ab wann tritt die Reform in Kraft?

Die neuen Bestimmungen sollen voraussichtlich ab 2017 gelten. Wegen des langen Vorlaufs beim Bau von Windanlagen an Land werden die Ausschreibungen zwar 2017 starten, aber jedoch erst 2018/2019 greifen.





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