12.09.2014 Adrian

Gabi Münch für den Titel "Ausbilder/in des Jahres" nominiert

An Gabi Münch kommt bei der RheinEnergie kein Auszubildender im kaufmännischen Bereich vorbei. Seit 34 Jahren unterrichtet sie dort erfolgreich unsere Nachwuchskräfte und beweist dabei viel Feingefühl. Jetzt hat die IHK Köln sie für den Titel "Ausbilder/in des Jahres" nominiert. Wir haben Gabi Münch nach ihrem Erfolgsrezept gefragt. Ein Interview.

 

Frau Münch, Ihre Auszubildenden sind voll des Lobes für Sie. Sie beschreiben Sie als humorvoll, kompetent und fair. So viel Zuspruch ist nicht selbstverständlich, zumal in einem Bereich, in dem mitunter auch Strenge angesagt ist. Wie lautet Ihr Erfolgsrezept im Umgang mit den Auszubildenden?

Gabi Münch: Wir wachsen hier im Laufe der Ausbildung als Team zusammen. Die Auszubildenden wissen ganz genau, dass sie sich immer auf mich verlassen können und ich ihnen den Rücken freihalte, etwa wenn es in der Familie Probleme gibt oder bei Liebeskummer. Umgekehrt kann ich mich aber auch jederzeit auf sie verlassen. Wenn ich morgen in die Runde fragen würde, wer fährt mit mir zur Ausbildungsmesse, glauben Sie mir, alle wären bereit, mich zu begleiten.


Sie arbeiten jetzt seit 34 Jahren im Ausbildungsbereich der RheinEnergie. Wenn sie die aktuellen Bewerber mit denen vor 30 Jahren vergleichen, haben sich die Kandidaten im Laufe der Zeit verändert? 

Der Ausbildungsjahrgang 2014.

Gabi Münch: Die Jugendlichen sind heutzutage in ihrem Auftreten uns gegenüber direkter, als wir es früher waren. Als Ausbilder müssen wir uns den Respekt der Gruppe erst einmal erarbeiten. Nur aufgrund unserer Funktion werden wir nicht geachtet. Grundlegend hat sich da aber nicht viel geändert. 

 

Und die Art der Wissensvermittlung innerhalb der betrieblichen Ausbildung? Haben sich die Konzepte gewandelt?

 

Gabi Münch: Die Konzepte nicht. Im Gegensatz zu den Lehrinhalten: Die sind über die Jahre umfangreicher geworden. Man will immer höher qualifizierte Absolventen. Damit steigt dann natürlich auch der Druck während Ausbildung und Studium. Ein weiterer Einschnitt war die flächendeckende Einführung von Computern. Das hat auch unseren Bereich nachhaltig revolutioniert; als Werkzeug, in Verbindung mit dem Internet auch als Wissensquelle. 

 

Woran merken Sie, dass ein Kandidat die ideale Besetzung für einen Ausbildungsplatz ist?

 

Gabi Münch: Das stellt sich im Gespräch ganz schnell heraus. Wenn der Kandidat etwa gut vorbereitet erscheint und eigene Ideen mitbringt, zeugt das von Interesse. Ich hatte neulich einen jungen Mann hier sitzen, der sich auf einen Ausbildungsplatz zum Industriekaufmann beworben hatte. Als ich ihn gefragt habe, warum er den Beruf erlernen wolle, sagte er unverhohlen, dass seine Eltern ihm das empfohlen hätten. Das ist natürlich der falsche Ansatz bei der Berufswahl. Nebenbei erzählte er mir dann begeistert von Motoren, an denen er gerne herumschraubt. Ich habe ihm geraten, einen Beruf zu erlernen, der ihm auch Spaß macht. Ich hoffe, er ist meinem Rat gefolgt.

 

Müssen sie manchmal auch um Kandidaten werben? Ich habe von Konzernen gehört, die bereits ihren Auszubildenden einen Firmenwagen stellen.

 

Gabi Münch: Da können wir als Unternehmen in dieser Form natürlich nicht mithalten. Im kaufmännischen Bereich sind solche Angebote aber auch die Ausnahme. Schwieriger ist es da schon, geeignete Kandidaten für unser Kombistudium im IT-Bereich zu finden. Der Nachwuchs ist dort sehr begehrt, entsprechend viel lassen sich die Firmen einfallen, um die jungen Menschen anzuwerben.

 

  • Der Titel "Ausbilder/in des Jahres" wird von einer Jury der IHK Köln am 30. September vergeben.
  • Unabhängig davon können die Kandidaten auch einen Publikumspreis gewinnen. Den erhält, wer bis zum 28. September um 24:00 Uhr auf http://ihk.domstadt.tv die meisten "Likes" unter seinem Promotion-Video aufweist.

Was muss Ihrer Meinung nach der ideale Kandidat für eine Lehrstelle bei der RheinEnergie mitrbingen? 

 

Gabi Münch: Er oder sie muss liebenswert und motiviert sein. Wer liebenswert ist, ist zumeist auch teamfähig. Und wenn jemand motiviert ist, bekommen wir alles weitere auch hin, selbst wenn die Noten mal nicht stimmen.

 

Gibt es Momente in Ihrer Berufslaufbahn, die Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben sind?

"Da bekomme ich jedes Mal Gänsehaut"

 

Gabi Münch: Na klar. Dutzende. Besonders schön ist zum Beispiel jedes Jahr die Abschlussfeier. Alle sind froh, es geschafft zu haben. Da bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut. Die Absolventen machen sich dann immer so schön zurecht, die Stimmung ist besonders feierlich und gelöst. Besonders toll war auch das Projekt mit zwei gehörlosen Auszubildenden, die wir mithilfe eines Dolmetschers ausgebildet haben, der alles, was ich vor der Klasse gesagt habe, parallel in Gebärdensprache übersetzt hat. Nach zwei Jahren haben alle Auszubildenden auch im Alltag besonders deutlich gesprochen und jeden Satz ganz automatisch mit Gesten untermalt. Und natürlich freue ich mich auch, wenn es ehemalige Auszubildende in der Unternehmenshierarchie weit bringen.

Sie sind von der IHK Köln für den Titel „Ausbilder/in des Jahres“ nominiert worden. Herzlichen Glückwunsch! Hat sie die Nominierung stolz gemacht?

 

Gabi Münch: Aber natürlich. Das ist eine schöne Bestätigung. Und alleine die Nominierung schon eine schöne Auszeichnung für mich. Aktuell ärgere ich mich allerdings darüber, dass der Kollege vom Saturn beim Publikumsvoting mehr "Likes" unter seinem Video hat als ich (lacht); aber die Abstimmung läuft ja noch eine Weile.

 

Frau Münch, ich danke Ihnen für das Gespräch und drücke Ihnen am 30. September bei der Preisverleihung ganz fest die Daumen.

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