16.04.2018 Anna

Inspektion: mit der Drohne durch den Heizkessel

Die Frühjahrsrevisionen in unserem Heizkraftwerk in Merkenich sind etwas Besonderes: Seit ein paar Jahren kommt bei den Arbeiten eine Drohne zum Einsatz, die den Wirbelschichtkessel auf Schäden absucht. Diesmal durften wir den Drohnenpiloten mit Foto- und Videokamera ins Kesselinnere folgen.

Auf allen Vieren krabbeln wir durch ein ein Quadratmeter großes Loch, hinein in den Kessel, in dem bei Betrieb mehr als 900 Grad Celsius herrschen und Asche und Wirbelschichtbraunkohle umheriegen. Als wir den Blick heben, schauen wir an 40 Meter hohen Kesselwänden entlang in die Dunkelheit. Es ist Revisionszeit in Merkenich. Jedes Jahr im Frühling und im Herbst wird der Kesselblock 6 in unserem Heizkraftwerk im Kölner Norden genauestens untersucht und Reparaturen vorgenommen. 

Bildergalerie: Drohne nimmt Kesselwand unter die Lupe

  • In diesem Jahr ist bei der Frühjahrsinspektion in unserem Heizkessel im Kraftwerk Merkenich erstmals eine Elios-Drohne zum Einsatz gekommen.

  • Das Fluggerät eignet sich besonders für Inspektionen von schwer erreichbaren Teilen in Industrieanlagen.

  • Ein meterhohes Gerüst muss nun nicht mehr aufgebaut werden. 

  • Die Drohne kann mit ihrem Metallkäfig an den Kesselwänden entlanggleiten, ohne Gefahr zu laufen, mit ihren Propellern die Wände zu berühren.

  • Was die kleine Kamera in dem Gerät viele Meter über ihnen filmt, können unsere Kollegen live auf einem Tablet verfolgen.

  • Ein Gerüst wird nun nur noch an den Stellen im Wirbelschichtkessel aufgebaut, wo es etwas auszubessern oder zu reparieren gibt.

Kraftwerksleiter Jochen Röhler und Georg Dannewald, Referent für den Bereich Kessel- und Apparatetechnik, lassen ihre Taschenlampen kreisen, begutachten erste sichtbare Schäden. Monatealte Ausbesserungen an den Kesselwänden sind abgeplatzt. „Da müssen wir nachbessern“, sagt Dannewald. Seit 30 Jahren arbeitet er in unserem Unternehmen, hat den Bau des Kessels Ende der 1980er Jahre miterlebt. Heute kennt er ihn in- und auswendig, weiß genau, worauf er achten und wo er hinschauen muss. Lange genug hat er auch hingeschaut, wenn für die Revisionen im Innern des Wirbelschichtkessels ein großes Gerüst aufgebaut werden musste. Meter für Meter wurden die Kesselwände damit begutachtet – bis Dannewald vor fünf Jahren eine Idee hatte.

„Damals habe ich in einer Technikzeitschrift eine Anleitung zum Bau einer Drohne entdeckt“, erinnert er sich. Warum nicht eine Drohne bauen und damit die Kesselwände unter die Lupe nehmen, dachte er sich. „Zum Selberbauen fehlte mir die Zeit, also haben wir uns Profis gesucht.“ Seitdem sind Experten vom Drohnen-Luftbildservice jedes Frühjahr in Merkenich zu Gast – mit Hightech im Gepäck.

Video: So erfolgreich war der Drohnenflug in Merkenich

In diesem Jahr kommt erstmals eine Elios-Drohne zum Einsatz. Das von einem runden Carbonkäfig umgebene Fluggerät eignet sich besonders für Inspektionen von schwer erreichbaren Teilen in Industrieanlagen, wie unseren Wirbelschichtkessel. „Sie ist robuster und kann mit ihrem Metallkäfig an den Kesselwänden entlanggleiten, ohne Gefahr zu laufen, mit ihren Propellern die Wände zu berühren“, sagt Dannewald.

Ein lautes Surren, die Drohne hebt ab. Staub rieselt von oben herab, wenn ihr Käfig an die Kesselwände stößt. Auf einem Tablet können Georg Dannewald und Jochen Röhler live verfolgen, was die kleine Kamera in dem Gerät viele Meter über ihnen filmt. „Noch ein Stück weiter rechts, bitte. Noch ein Stück ...“, Georg Dannewald lotst den Drohnenpiloten zu den Stellen an den Kesselwänden, die er sich ganz genau anschauen will. „Drohnen zur Inspektion einzusetzen, war eine super Idee von Herrn Dannewald“, sagt Jochen Röhler. Er ist stolz, wie erfolgreich die Technik nun schon seit Jahren zum Einsatz kommt. „Das spart uns viel Zeit und Geld.“ Denn ein meterhohes Gerüst wird nun nur noch an den Stellen im Wirbelschichtkessel aufgebaut, wo es etwas auszubessern oder zu reparieren gibt.





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