16.07.2018 Claudia

Auto, Zug oder Flugzeug – wie verreise ich am energiesparendsten?

Jutebeutel statt Plastiktüte, Fahrrad statt Auto – klimafreundliches Verhalten im Alltag ist für viele von uns schon längst genau das: alltäglich. Wie aber sieht es mit unserem wohlverdienten Urlaub aus? Möglichkeiten, seine Ferien energie- und klimaschonend zu verbringen, gibt es mittlerweile einige. Schon bei der Anreise lässt sich viel fürs Klima tun. Wir haben für euch gecheckt, wie ihr am energiesparendsten ans Ziel kommt.

Hohes Tempo, hoher CO2-Ausstoß: das Flugzeug kommt im direkten Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln nicht gut weg (Foto: Adobe Stock).

Wenn ihr euren Urlaub auf Bali oder den Balearen verbringen wollt, bleibt euch wohl oder übel nur das Flugzeug. Aber ist das wirklich so klimaschädlich, wie es immer heißt? Leider ja.

 

Die CO2-Emissionen pro Person liegen pro Flug-Kilometer durchschnittlich bei 280 g und damit erwartungsgemäß deutlich höher als bei den anderen beiden Verkehrsmittel. Zur Verdeutlichung: Bei einer Flugreise erzeugen wir 153 % mehr schädliche Emissionen als bei einer Autofahrt (150 g/km) und unglaubliche 950 % mehr als bei einer Zugfahrt (40 g/km).

 

Dass Fliegen die klimaschädlichste Anreisealternative ist, dürfte niemanden überraschen. Zumal neben Kohlendioxid weitere schädliche Gase ausgestoßen werden, die zudem in der Höhe eine noch viel stärkere Wirkung auf das Klima haben als wenn sie am Boden ausgestoßen würden.

 

Wer dennoch auf das Flugzeug angewiesen ist oder aus Komfortgründen nicht darauf verzichten möchte, sollte vor Buchung einen Blick in den „Airline Index“ der Klimaschutzorganisation „atmosfair“ werfen. Dort werden jährlich die 200 größten Airlines der Welt nach ihrer Klimaeffizienz verglichen – aufgeteilt in Kurz-, Mittel- und Langstrecke. Durch das Einbeziehen verschiedenster Faktoren, offizieller Behördendaten sowie Computermodellen von Flugzeugkonstrukteuren kann der jeweilige CO2-Ausstoß auf etwa zwei Prozent genau berechnet werden.

Freiwillige Schadstoffabgabe kommt Klima zugute

Ebenfalls auf der Internetseite von „atmosfair“ könnt ihr mithilfe eines Emissionsrechners herausfinden, wie hoch die Emissionen eures Fluges sind und dafür eine freiwillige Schadstoffabgabe leisten, die die klimaschädigende Wirkung des Fluges zumindest ein klein wenig kompensiert. Für einen Hin- und Rückflug von Köln nach Mallorca wären dies beispielsweise 16 Euro, die „atmosfair“ an verschiedene Klimaschutzprojekte spendet. Das macht das Fliegen zwar nicht umweltfreundlich, aber zumindest ein wenig umweltschonender.

Je voller das Auto, desto besser die Klimabilanz (Foto: Adobe Stock).

Volles Auto statt leerer Zug

Auto- und Zugfahren ist zwar laut Emissionswerten schonender fürs Klima als Fliegen, aber immer nur so gut, wie die Auslastung des gewählten Verkehrsmittels. Diese wird oft außer Acht gelassen, hat aber – neben Fahrzeugmodell, Geschwindigkeit und anderen Faktoren – ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie die Klimabilanz tatsächlich ausfällt. So kann ein vollbesetztes Auto klimafreundlicher sein als ein Zug mit vielen Waggons, in dem nur wenige Leute mitfahren.

 

Wenn ihr mit dem Auto verreisen wollt, dann also am besten mit mehreren Leuten, damit es sich auch lohnt. Zudem solltet ihr natürlich möglichst spritsparend fahren, nicht mehr Gepäck als nötig mitnehmen, für genügend Luftdruck auf den Reifen sorgen und öfter mal das Fenster aufmachen und dafür die Klimaanlage auslassen.

Alleinreisende sind im Zug relativ klimaschonend unterwegs (Foto: Adobe Stock).

Alleinreisende sind am umweltschonendsten mit der Bahn unterwegs, vor allem, wenn sie Besitzer einer Bahncard sind. Dann reisen sie nämlich – allerdings nur innerhalb Deutschlands – im ICE, IC und EC zu 100 % mit Ökostrom. Ihr habt keine Bahncard, wollt aber trotzdem gerne mit Strom aus erneuerbaren Quellen fahren? Kein Problem: Einfach am Ende des Online-Fahrkartenkaufs die Option „Umwelt-Plus“ wählen. Die kostet pro Person und Richtung einen gut investierten Euro Aufpreis.

Emissionsarm übernachten im Wohnmobil

Da die Anreise laut Welttourismusorganisation rund 75 % des CO2-Ausstoßes einer Reise ausmacht, sollte hier im Vorfeld also genau geplant und abgewogen werden. Wer unserem Klima während seines Urlaubs zusätzlich noch etwas Gutes tun möchte, übernachtet übrigens im Wohnmobil besonders umweltfreundlich. Zugegeben, für Bali und die Balearen ist es eher ungeeignet, aber für Nordsee, Alpen oder auch einen Abstecher nach Italien ist das Wohnmobil perfekt. Und noch dazu echt nett zu unserem Klima. Laut des „Ökoinstituts e.V.“ entstehen im Sommer pro Nacht im Wohnmobil etwa 1,5 kg CO2-Äquivalente, im Vergleich zu 17 kg bei einer Hotelübernachtung.

Wohin auch immer es euch diesen Sommer verschlägt und ob ihr dorthin zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Flugzeug kommt: Wir wünschen euch eine gute Reise und einen tollen, möglichst klimafreundlichen Urlaub!

Dieser Beitrag stammt von unserer Gastautorin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen erreicht ihr sie unter presse@rheinenergie.com. Weitere Texte von Claudia findet ihr in ihrem Reise-Blog Lieblingsplätze.





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