16.03.2015 Adrian

Laichen statt Leichen: Amphibientunnel in Köln-Dellbrück schützen Kröte und Co.

Für viele Frösche und Kröten ist auf den Straßen Endstation (Foto: NABU/Jonathan Fieber).

Nach den milden Temperaturen der vergangenen Nächte suchen Tausende Frösche, Kröten und Lurche derzeit einen geeigneten Laichplatz. Viel zu oft kommen sie dabei unter die Räder. In Köln-Dellbrück schaffen vier von uns gebaute Amphibientunnel Abhilfe.

Das große Wandern hat begonnen: Nach den milden Temperaturen Anfang März gehört der Anblick liebestoller Kröten – oft im Doppel- bzw. Huckepack – zum Alltag. Auf der Suche nach einem geeigneten Laichplatz müssen die Wechselwarmen nicht selten Straßen und Wege überqueren. Für viele Amphibien ist dort Endstation. Sie kommen sprichwörtlich unter die Räder, weil Autofahrer ihnen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. 

Insgesamt haben wir auf dem 500 Meter langen Straßenabschnitt in Köln-Dellbrück vier Tunnel eingelassen.

Um die Bestände von Kröte, Frosch und Lurch in der Region zu erhalten, haben wir auf der Paffrather Straße, unmittelbar hinter der Bergisch-Gladbacher Stadtgrenze in Köln-Dellbrück, vier Amphibientunnel angelegt. Durch die gelangen Frosch und Kröte gefahrlos zu den Feuchtbiotopen des Naturschutzgebietes Thielenbruch, das sich rechts und links der Fahrbahn befindet. Auch kleine Säugetiere, Insekten und Schnecken können die Straße durch die auf dem 500 Meter langen Straßenabschnitt verbauten Tunnel gefahrlos unterqueren.  

In und vor den Tunneln herrscht Hochbetrieb

Derzeit ist vor und in den Tunneln mächtig was los, weiß Rainer Pelchmann von der Abteilung Wasserwirtschaft der RheinEnergie. „Die Querungshilfen werden von den Amphibien sehr gut angenommen. Zuletzt wurden dort innerhalb von nur zwei Tagen 462 Tiere gezählt. Und das trotz der verhältnismäßig trockenen Witterung. Sollte es in kommenden Tagen und Wochen regnen, geht es in den Tunneln richtig rund. “ 

Im Straßenverkehr sollten Autofahrer derzeit verstärkt auf Kröten und Frösche achten.

Die Tunnel haben wir 2013 in Absprache mit dem Umweltamt der Stadt Köln errichtet. So gleichen wir einen Eingriff in die Natur an anderer Stelle aus, etwa bei notwendigen Bauarbeiten am Strom-, Erdgas- oder Trinkwassernetz, und leisten einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Solltet ihr in den kommenden Tagen und Wochen mit dem Auto unterwegs sein, dann achtet doch bitte besonders gut auf die wandernden Amphibien. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich an einer der zahlreichen Krötensammelaktionen des NABU beteiligen. Weiter Informationen dazu findet ihr auf der Website von nabu.de.

Wir sind kontaktfreudig. Schreibt uns!