07.10.2016 Adrian

Domhoftunnel – mit 18.000 Watt für mehr Sicherheit am Kölner Dom

Der Domhoftunnel erstrahlt in neuem Glanz (Bild: RheinEnergie).

Schmutzig, dunkel, bedrohlich – so wirkte der Domhoftunnel am Kölner Dom vor seiner Sanierung. Mittlerweile hat sich das Bild gewandelt: Der Tunnel unter dem Museum Ludwig ist sauber und perfekt ausgeleuchtet. Die Beleuchtung haben wir geplant und umgesetzt. Bevor es losgehen konnte, musste aber erst einmal ein Röntgengerät anrücken.

Oben „leuchten“ bunte Farben in Meisterwerken von Pablo Picasso, Gerhard Richter und Andy Warhol, unten leuchten wir – einfarbig, dafür mit 18.000 Watt und rund um die Uhr. Unmittelbar unter dem Museum Ludwig haben wir nämlich im Auftrag der Stadt Köln die Beleuchtungsanlage im Tunnel Domhof erneuert. Der hatte aktuellen Brandschutzbestimmungen nicht mehr entsprochen und musste saniert werden. Eine gute Gelegenheit, die veraltete Beleuchtung gleich mit zu erneuern. Seit Anfang des Jahres ist der Umbau abgeschlossen. 48 Leuchtmittel sorgen seither für ausreichend Licht auf der Fahrbahn. 196 weitere, sogenannte Effektleuchten, setzen den Tunnel in Szene. „Der Tunnel war zuvor sehr dunkel“, sagt Projektleiter Wolfgang Schneickert, „durch die zusätzlichen Leuchten ist er nun perfekt ausgeleuchtet. Man fühlt sich dann gleich viel sicherer.“ 

Der Domhoftunnel befindet sich direkt unterhalb des Museums Ludwig (Bild: RheinEnergie).

Einmal röntgen, bitte!

Bevor die Lampen angebracht werden konnten, musste die Tunneldecke erst einmal geröntgt werden. Um die Statik des Museums nicht zu beeinflussen, durften die Halterungen der Leuchten die tragenden Stahlelemente in der Tunneldecke, die gleichzeitig der Museumsboden ist, nämlich nicht durchstoßen. Mit einem speziellen Röntgengerät ließ sich die Position der Stangen im Vorfeld exakt bestimmen. 

Die Hardware zur Steuerung der Anlage passt in drei Schränke (Bild: RheinEnergie).

So deutlich wie die Helligkeit im Tunnel zugenommen hat, ist der Stromverbrauch gesunken. Die Anlage ist mit einer Leistung von 18.000 Watt relativ sparsam. Zuvor lag die Leistung bei 64.000 Watt. Zum Vergleich: Eine moderne LED, wie ihr sie bei euch zuhause im Einsatz habt, leistet rund 9 Watt.

Steuerung vom Schreibtisch aus möglich

Neben modernen Leuchtmitteln ist für diese Ersparnis auch eine ausgeklügelte, computergestützte Steuerung verantwortlich. Die passt in drei große Metallschränke und steht in einem Vorraum der Dombauhütte. „Die Planung der Steuerung hat mich viel Schweiß gekostet“, sagt Schneickert, „man muss an so viele Komponenten denken. Sogar an einen möglichen Hackerangriff“. 

Gut vorbereitet: Bei einem Stromausfall liefern 24 Akkus Energie (Bild: RheinEnergie).

Das neue System ist dimmbar. So lässt sich die Helligkeit im Tunnel an die jeweilige Tageszeit anpassen. Zuvor ließen sich die Lampen lediglich an- oder ausschalten. Klar, dass sich nun einiges an Energie sparen lässt. Müssen tagsüber 70 Prozent der Leistung beansprucht werden, genügen in den Abendstunden 50 und nachts 40 Prozent der Leistung, um für ausreichend Licht im Tunnel zu sorgen. Und das Beste: Wolfgang Schneickert kann die Anlage komplett von seinem Schreibtisch am Parkgürtel aus überwachen und steuern. So müssen er oder unser Entstördienst nicht für jede Kleinigkeit rausfahren. Im Falle eines Stromausfalls versorgen 24 Akkus, jeder von ihnen so groß wie eine Autobatterie, die Leuchten im Tunnel noch eine Stunde lang mit Energie. 

Unser Fachmann für perfekt ausgeleuchtete Tunnel: Projektleiter Wolfgang Schneickert (Bild: RheinEnergie).

Dass sie zum Einsatz kommen, ist aber unwahrscheinlich, weiß Schneickert: „Es gibt zwei unabhängige Stromeinspeisungen, die fallen in der Regel nicht gleichzeitig aus.“ Auf Schneickert warten schon die nächsten Projekte: Anfang 2017 steht die Sanierung des Trankgassentunnels an, Mitte 2017 folgt der Bahndammtunnel. Die Domumgebung wird in Zukunft also noch heller, freundlicher und sicherer. 





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