22.06.2016 Adrian

Weniger fett: US-Forscher behandeln Schokolade mit Strom

Schokoladengenuss ohne schlechtes Gewissen? US-Forschern haben eine Methode entwickelt, die den Fettgehalt von Schokolade schmelzen lässt (Foto: RheinEnergie).

Schokolade ist so lecker wie kalorienreich. Diätschokolade ist zwar weniger gehaltvoll, allzu oft aber auch weniger geschmackvoll. Amerikanische Forscher wollen das Problem nun gelöst haben. Sie haben eine Schokolade entwickelt, die 20 Prozent weniger Fett enthält, dabei aber nichts an Geschmack einbüßt. Ihr Geheimnis? Sie behandeln die Schoko-Masse mit Strom. 

Schokolade ist unfassbar lecker.  Sie versorgt euch mit reichlich Power und gilt sogar als gesund. Dunkle Schokolade etwa hemmt Stress und soll sogar die Gefäßgesundheit fördern. Doch Schokolade ist bekanntermaßen mindestens so kalorien- und fettreich, wie sie lecker ist. Rund 40 Prozent Fett enthält der braune Schmelz. Abhalten lassen sich die Deutschen vom süßen Genuss allerdings nicht. 9.79 Kilogramm hat jeder von uns 2015 durchschnittlich verputzt. An fettarmen Schokoladenprodukten tüfteln Forscher schon seit langem. Mit mäßigem (Verkaufs-)Erfolg. Denn weniger Fett bedeutet zumeist auch weniger Geschmack und damit weniger Genuss. 

An der Temple University in Philadelphia will das Team von Rongjia Tao dieses Problem nun gelöst haben: mithilfe von Strom. Die Forscher haben geschmolzene Schokoladenmasse während der Produktion durch ein elektrisches Feld geleitet. Der Vorteil? Mit der Methode lässt sich der Anteil an Kakaobutter und damit der Fettgehalt deutlich senken. Kakaobutter wirkt bei herkömmlichen Produktionsverfahren als eine Art Schmierstoff und sorgt dafür, dass die süße Masse optimal gleitet. „Der Fettgehalt darf nicht unter 36 Prozent sinken“, erklären die Forscher, „andernfalls stockt die Schmelze und die Leitungen verstopfen.“ Die Produktion wäre dann nicht mehr möglich. Das elektrische Feld sorgt nun aber dafür, dass sich die Fett- und Zuckerpartikel in der Emulsion zu platzsparenden, länglichen Gebilden zusammenlagern und wesentlich besser durch die Leitungen gleiten. Gewöhnlich sind sie kugelförmig und damit wenig platzsparend. Durch die verbesserten Fließeigenschaften lassen sich bei der Produktion zehn bis 20 Prozent Fett, bzw. Kakaobutter einsparen. 

Das elektrische Feld formt Kakao- und Zuckerpartikel zu länglichen Gebilden um (Bild: Tao et al. / PNAS).

Und wie schmeckt die fettarme Schokolade? Ausgezeichnet behaupten die Forscher: „Die Schokolade hat einen wunderbaren Geschmack. Einige sind sogar der Meinung, dass das Kakaoaroma im Vergleich zu normaler Schokolade intensiver sei.“ Wir können es kaum erwarten, die mit Strom behandelte Schokolade zu probieren!





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