08.09.2014 Adrian

Fahrspaß pur: Unser Ford Focus Electric im Praxistest

Als Energieunternehmen haben wir schon früh auf Elektromobiliät gesetzt: Mittlerweile kurven wir mit dreizehn Elektro- und drei Hybridfahrzeugen über die Straßen. Für eine Probefahrt haben Gesine und ich uns einen Ford Focus Electric aus dem Fuhrpark ausgeliehen. Ein Praxistest.

 

Da steht sie also, die Zukunft der Fortbewegung: 145 PS, 250 Nm Drehmoment, 162 Kilometer Reichweite und 0,0g/km CO2-Emmissionen. Der Ford Focus Electric ist einer von insgesamt dreizehn Elektrofahrzeugen im Fuhrpark der RheinEnergie und könnte zu uns als regionalem Energieversorger mit umfassender und langfristiger Elektromobilitäts-Strategie kaum besser passen. Haben wir unsere Fiat Pandas vor Jahren noch aufwendig zu Elektroautos umrüsten lassen, kommt der Ford mittlerweile als Serienfahrzeug von der Stange.

Die Optik:

Äußerlich unterscheidet sich der Focus Electric, abgesehen vom Schriftzug und dem Ladestutzen am linken vorderen Kotflügel, kaum von seinen konventionellen Artgenossen der Baureihe. Das Design erscheint modern, schnittig und rundweg zeitgemäß, ohne dabei seine Herkunft zu verleugnen. Das Interieur kommt gemäßigt daher: Die Sitze sind schlicht, bequem und bieten für Fahrer und Beifahrer alle notwendigen Verstellmöglichkeiten um einem verspannten Rücken und einer steifen Schulter vorzubeugen. Die Mittelkonsole wirkt aufgeräumt und bietet obendrein Platz für einen  Monitor, auf dem neben den hilfreichen Bildern der Rückfahrkamera auch das Navigationssystem und die Mediazentrale sichtbar werden.

  • Für eine Probefahrt haben wir uns einen Ford Focus Electric aus unserem Fuhrpark ausgeliehen.

  • In puncto Fahreigenschaften und -komfort steht der Stromer den Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb in nichts nach.

  • Im Gegenteil: Der 145 PS-starke Motor bringt seine 250 Nm Drehmoment unvermittelt auf die Fahrbahn und sorgt so für reichlich Fahrspaß.

  • Die Mittelkonsole wirkt aufgeräumt und bietet obendrein Platz für einen Monitor.

  • Modernes Design auch bei der Geschwindigkeitsanzeige, die von zwei zusätzlichen Displays gesäumt wird.

  • Wer sparsam fährt, erntet Schmetterlinge. So reicht die Akkuladung besonders weit.

  • Praktisch: Die Rückfahrkamera liefert beim Einparken Bilder vom Fahrzeugheck.

  • Beim Tanken ist Geduld gefragt: Eine volle Akkuladung dauert an unserer TankE rund fünf Stunden. 

  • Neben dem Motor das Herzstück des Focus Electric: der Lithium-Ionen-Akku.

  • Der 145 PS-starke Motor liefert von Beginn an volle 250 Nm Drehmoment.

Die inneren Werte:

Auf die inneren Werte kommt es an. Und die können sich beim Ford Focus Electric ebenfalls sehen lassen. Der Synchronmotor bringt es auf 145 Pferdestärken und vermag seine 250 Nm Drehmoment mittels Ein-Gang-Getriebe von der ersten Umdrehung an auf die Straße zu bringen. Von null auf 100 spurtet der Stromer in forschen 10,4 Sekunden, bis er, zum Wohle der Reichweite, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 137 km/h abriegelt. Seine Leistung bezieht der Motor aus einer hocheffizienten 23 kW Lithium-Ionen-Batterie, die speziell für Elektrofahrzeuge entwickelt wurde und, ein Wermutstropfen, den Stauraum des Kofferaums von 363 Liter auf 237 Liter reduziert – der Kasten Bier muss bei diesen Maßen auf dem Rücksitz Platz finden.

Hossa! Der 145 PS-starke Motor sorgt für reichlich Schub.

Die Fahreigenschaften:

Was für eine Beschleunigung! Gesine merkte bei unserer Fahrt mehrfach an, dass ihr nun doch ein wenig „schummrig“ sei. Geschuldet war dieser Umstand der meiner Meinung nach hervorragenden Eigenschaft unseres Stromers, aus dem Stand weg, ohne lästige Schaltvorgänge, loszuspurten. Sowohl im Stadtverkehr als auch auf der Autobahn ist unser E-Focus dadurch außerordentlich sportlich unterwegs. Bei unserer Fahrt durch die Kölner Ehrenstraße blickten sich die Fußgänger übrigens mehr als einmal nach unserem flüsterleisen Gefährt um, denn herannahende Elektroautos sind kaum zu hören. Vor allem im städtischen Umfeld sollten Fahrer daher besonders aufmerksam auf Fußgänger und Radfahrer achten.

Schränkt die Reichweite unseres Stromers ein: der Lithium-Ionen-Akku im Kofferraum.

Die Reichweite:

Unser E-Focus kommt laut Werksangaben mit einer Akkufüllung rund 162 Kilometer weit. Unseren jüngsten Zuwachs im Fuhrpark, ebenfalls ein Focus Electric, haben wir im vergangenen Monat hin-sichtlich der Reichweite getestet und er brachte es im Bergischen tatsächlich auf eine stolze Reichweite von 150 Kilometer. Klar, für die Fahrt in den Urlaub reicht das nicht. Für den Großteil unserer alltäglichen Fahrten aber allemal. Um den Fahrer zu einer gemäßigten und damit akkuschonenden Fahrweise zu animieren, werden ihm, wenn er das Fahrzeug nicht allzu sehr antreibt, in einem Display rechts neben der Geschwindigkeitsanzeige Schmetterlinge angezeigt.


Wer bremst, gewinnt Energie

Je mehr Schmetterlinge zu sehen sind, desto länger hält der Akku. Links neben der Geschwindigkeitsanzeige sieht der Fahrer in einem Display die zu erwartende Restreichweite. Als wir auf der A57 mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung der verbotenen Stadt gefahren sind, schmolzen die verbliebenen Kilometer dann auch in Windeseile dahin. Klimaanlage und Radio haben den Vorgang abermals beschleunigt. Wer häufig bremst, kann die Reichweite ein wenig optimieren. 95 Prozent der so erzeugten Energie werden nämlich wieder dem Akku zugeführt. Ist der einmal leer, ist Geduld angesagt. Eine volle Ladung nimmt an einer normalen Steckdose rund acht Stunden in Anspruch. An einer TankE müssten wir immer noch gut fünf Stunden einplanen. Steht eine Stromquelle mit 32 Ampere zur Verfügung, reduziert sich die Ladezeit auf drei Stunden.

Der Preis:

Der Preis hat es leider noch in sich: Mit 39.900 Euro kostet der Stromer deutlich mehr als ein vergleichbarer Wagen mit herkömmlichem Antrieb.

Unser Fazit:

Der Ford Focus Electric steht der konventionell betriebenen Konkurrenz hinsichtlich der Fahreigenschaften in nichts nach. Im Gegenteil: sein sprintfreudiger Antrieb bietet Fahrspaß pur. Einzig der Preis und die Reichweite schränken die Fahrfreude derzeit noch ein. Wer ein komfortables Elektroauto sucht, ist mit dem Ford Focus Electric aber dennoch gut beraten.

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