Der mehrtägige Stromausfall nach einem Brandanschlag in Berlin Anfang 2026 hat gezeigt, wie wichtig eine zuverlässige und sichere Stromversorgung ist. Denn im Ernstfall geht nichts mehr: Der Kühlschrank ist aus, die Heizung auch. Das Internet? Tot. Und keine Leuchte, die funktioniert. Was könnt ihr nun tun? Zunächst einmal gilt: Ruhe bewahren, denn die meisten Stromausfälle lassen sich innerhalb von Minuten beheben. Darüber hinaus gibt es Hinweise, wie ihr euch bestmöglich auf einen Stromausfall einstellen könnt.
Grundsätzlich gibt es drei Arten von Stromausfällen:
- in eurer Wohnung oder in eurem Mehrfamilienhaus
- in eurer Straße
- in einem größeren Gebiet wie der ganzen Stadt
Schritt 1: Sind auch andere betroffen?
Um welche Störung es sich genau handelt, könnt ihr meist bereits mit einem Blick aus dem Fenster feststellen: Brennt in den Wohnungen gegenüber Licht? Leuchten die Straßenlaternen? Haben die Nachbarn Strom? Ist all das nicht der Fall, liegt wohl eine großflächige Störung vor und euer Netzbetreiber kümmert sich höchstwahrscheinlich bereits um das Problem, denn meist wurde er schon von einem Nachbarn informiert. In Häusern mit Aufzug solltet ihr auch daran denken: Sitzt jemand im Lift fest und benötigt Hilfe?
Aktuelle Informationen zu allen Störungen findet ihr auch auf der Website der RheinNetz. Eine Übersicht über sämtliche Störungen im ganzen Bundesgebiet bietet euch störauskunft.de.
Schritt 2: Ursachen in der Wohnung / im Haus auf den Grund gehen
Falls nur eure Wohnung oder euer Haus vom Stromausfall betroffen ist, kann das verschiedene Ursachen haben, denen ihr zunächst selbst auf den Grund gehen könnt.
- Euer erster Weg sollte euch zum Sicherungskasten führen. Wenn eine Sicherung bzw. ein Leistungsschutzschalter „draußen“ ist, könnte ein Gerät an diesem Stromkreis defekt sein. Schaltet den Schutzschalter wieder ein. Springt er direkt wieder raus, existiert im Stromkreis ein Fehler. In diesem Fall muss euch ein Elektroinstallateur helfen – die Netzbetreiber sind hier nicht zuständig.
- In aller Regel ist bei euch ein FI-Schutzschalter installiert, der den Stromfluss in Gefahrensituationen unterbricht. Meist handelt es sich dabei um einen breiteren Leistungsschutzschalter oder Drehschalter, der in Mietswohnungen zum Beispiel im Flur, im Keller oder am Stromzähler verbaut sein kann. Falls der FI-Schutzschalter ausgelöst hat, dann schaltet alle Leistungsschutzschalter im Sicherungskasten aus. Schaltet danach erst den FI-Schutzschalter und anschließend nacheinander alle Sicherungen wieder ein. Wenn der FI-Schutzschalter bei einer Sicherung wieder auslöst, müsst ihr sie ausgeschaltet lassen und einen Elektroinstallateur hinzuziehen.
- Auch ober- oder unterhalb eures Stromzählers gibt es Sicherungen, meist Schraubsicherungen. Sie haben ein kleines Sichtfenster, durch das ein Knopf zu sehen sein sollte. Hat er sich gelöst, muss das ein Elektroinstallateur reparieren
Sollten alle Sicherungen einwandfrei funktionieren, ist unser Entstördienst zuständig und beseitigt die Ursache. Er ist unter dieser Nummer erreichbar: 0221 34645-600.
Der FI-Schutzschalter – er unterbricht den Stromfluss in Gefahrensituationen. (Bild: AdobeStock)
Worauf solltet ihr während eines Stromausfalls achten?
- Haltet Kühl- und Gefriergeräte geschlossen. So bleiben Lebensmittel länger frisch.
- Schaltet empfindliche Geräte wie Fernseher oder Computer manuell aus. Sie könnten beschädigt werden, wenn der Strom plötzlich wieder fließt.
- Schaltet Ofen, Herd und Bügeleisen aus, damit sie keine Hitze entwickeln, wenn die Stromversorgung wiederhergestellt ist.
- Schaltet eine Lampe ein. So merkt ihr sofort, wenn der Strom wieder da ist.
- Vergesst nicht, ans Stromnetz angeschlossene Uhren und Wecker nach der Unterbrechung neu zu stellen.
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Wie könnt ihr euch auf den Fall einer Stromstörung vorbereiten?
Es ist sinnvoll, für den unwahrscheinlichen Fall einer längeren Störung vorbereitet zu sein und ein paar Gegenstände im Haus zu haben – am besten griffbereit:
- eine Taschenlampe mit vollen Batterien
- Kerzen und Streichhölzer oder ein Feuerzeug (Achtung, Brandgefahr beachten!)
- einige Flaschen Wasser, da vom Stromausfall auch die Wasserversorgung betroffen sein kann
- eine aufgeladene Powerbank
- Decken, da vom Stromausfall meist auch die Heizung betroffen ist
- eine Kühltasche mit Kühlakkus, um Lebensmittel vorm Verderben zu schützen
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Wo erhaltet ihr bei einem langwierigen Stromausfall Hilfe?
„Köln verfügt über ein engmaschiges Stromnetz mit vielen Einspeisepunkten und Querverbindungen; das schafft Widerstandsfähigkeit gegen Ausfälle und Störungen, kann sie aber nicht völlig verhindern“, erklärt Susanne Fabry, Vorstand Netze und Personal bei der RheinEnergie. Trotzdem könnten Ausfälle, Störungen oder Anschläge nie vollständig ausgeschlossen werden. Theoretisch sind auch großflächige Blackouts möglich. In einem solchen unwahrscheinlichen Fall werden im gesamten Bundesgebiet so genannte lokale Katastrophenschutz-Leuchttürme aktiviert. Sie dienen rund um die Uhr als Anlaufstelle für Hilfesuchende. Hier erhaltet ihr wichtige Informationen zur Lage, aber auch medizinische Hilfe und werdet mit Trinkwasser, Lebensmitteln sowie Strom versorgt. Wenn Notrufe nicht mehr über die bekannten Telefonnummern 110 und 112 abgesetzt werden können, ist das in einem Katastrophenschutz-Leuchtturm noch möglich.
Ihr könnt euch online informieren, wo sich der nächste Katastrophenschutz-Leuchtturm befindet. Die Stadt Köln etwa zeigt auf einer interaktiven Karte eine Übersicht aller Katastrophenschutz-Leuchttürme im Stadtgebiet.
Immer wichtig: Ruhe bewahren!
Solche Maßnahmen gelten der Vorsorge in einem absoluten Notfall, der nur in extrem seltenen Situationen eintritt. In der Regel ist der Strom in Europa innerhalb weniger Minuten wieder da.
Trotz des Stromausfalls in Berlin im Januar 2026 gilt: Es gibt kaum ein Land, in dem die Stromversorgung so sicher ist wie in Deutschland – was auch die Statistik der Bundesnetzagentur zeigt.
Notstromversorgung durch Balkonkraftwerk oder Photovoltaikanlage – ist das möglich?
Viele fragen sich, ob Balkonkraftwerke oder Photovoltaikanlagen als Notstromversorgung bei einem Stromausfall dienen können. Die Antwort ist leider: Nein – nicht ohne zusätzliche technische Einrichtungen.
Standard-Balkonkraftwerke und Photovoltaikanlagen schalten sich bei einem Stromausfall automatisch ab. Das ist eine wichtige Sicherheitsfunktion, um Elektrikerinnen und Elektriker zu schützen, die am Netz arbeiten, und um Schäden durch unkontrollierte Stromeinspeisung zu vermeiden. Sobald das öffentliche Stromnetz ausfällt, trennt sich die Anlage automatisch vom Netz – auch wenn die Sonne scheint und die Anlage prinzipiell Strom erzeugen könnte.
Um eine Photovoltaikanlage als Notstromversorgung zu nutzen, benötigt ihr spezielle Technik:
- Einen Stromspeicher (Batterie) – er speichert den erzeugten Solarstrom und kann ihn bei einem Ausfall zur Verfügung stellen.
- Einen Notstrom- oder Ersatzstromfähigen Wechselrichter – er erkennt den Stromausfall und schaltet automatisch auf Batteriebetrieb um.
- Optional ein Energiemanagementsystem – es steuert, welche Geräte im Notfall mit Strom versorgt werden.
Mit einer solchen Notstromfunktion könnt ihr bei einem Stromausfall wichtige Geräte wie Kühlschrank, Heizung oder Router weiterbetreiben – zumindest so lange, wie die Batterie reicht oder Solarstrom nachproduziert wird. Die Installation muss jedoch von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden und entspricht nicht dem Standard von einfachen Balkonkraftwerken.
Fazit: Ohne zusätzliche Technik bieten weder Balkonkraftwerke noch Standard-Photovoltaikanlagen Notstrom bei einem Stromausfall. Wer eine zuverlässige Notstromversorgung wünscht, sollte über eine PV-Anlage mit Batteriespeicher und notstromfähigem Wechselrichter nachdenken.