Mini-Kraftwerke im Rasen

Oliver
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Menschen auf der Domplatte vor dem Haupteingang des Kölner Doms.

Der Kölner Dom zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Im Durchschnitt besichtigen ihn jeden Tag rund 16.000 Menschen. Auf ihrem Weg in die Kathedrale überqueren sie auch die Domplatte und erzeugen dabei jede Menge Energie. Energie, die mit einer cleveren Erfindung aus England in Strom verwandelt werden könnte.

Das Londoner Unternehmen Pavegen Systems hat nämlich Bodenplatten entwickelt, die die kinetische Energie von Schritten in Elektrizität umwandeln. Der so gewonnene Strom wird in einem Akku gespeichert und lässt sich bei Bedarf abrufen, um benachbarte Lampen, Wegweiser oder Werbetafeln zu erleuchten. Darüber hinaus sind die zu großen Teilen aus recyceltem Material gebauten Kraftwerke mit einem WIFI-Modul ausgestattet, das verlässliche Informationen über die erzeugte Menge Strom liefert.

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Bei einem Feldtest während des Paris-Marathons haben die auf rund 460 Quadratmetern Laufstrecke verlegten Pavegen-Platten aus den Schritten der Sportler 4,7 Kilowattstunden (kWh) Strom gewinnen können. Genug, für die Beleuchtung des Kölner Doms?

Wohl eher nicht. Auch wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Köln-Marathons bei ihrem Endspurt am Dom über dort verlegte Platten gelaufen wären und dabei eine ähnliche Menge Strom erzeugt hätten wie die Sportlerinnen und Sportler in Paris, die Außenbeleuchtung des Doms wäre bereits nach elf Minuten wieder erloschen. Dennoch steckt darin Potential. In stark frequentierten Bereichen wie dem Kölner Hauptbahnhof oder eben auf der Domplatte ließe sich reichlich Strom erzeugen.

Erfunden hat die smarten Platten der Ingenieur Laurence Kemball-Cook. Mit seiner Erfindung will er auch an Orten, die sich nicht zur Produktion von Wind- und Solarenergie eignen, nachhaltig Strom erzeugen. 

Wer weiß, vielleicht wird die Technik eines Tages ja so leistungsfähig sein, dass sie mithilfe der Pilger auch den Kölner Dom zum Nulltarif erleuchten kann? Schließlich wird die Fassade inzwischen komplett mit LED beleuchtet – u. a. mit HIlfe der RheinEnergie. 

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