Sauber pendeln: Mit dem E-Bus durch Köln

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Als erstes Unternehmen in Deutschland setzen die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf einer Buslinie ausschließlich batteriebetriebene Busse ein. Der dafür benötigte Ökostrom sowie die Ladestationen kommen von uns.

Seit kurzem kann jeder Kölner eine Reise in die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs antreten: Kurz vor Karneval hat die Testphase der acht batteriebetriebenen E-Gelenkbusse begonnen, die die Linie 133 zwischen den Endhaltestellen Breslauer Platz/Goldgasse und dem Südfriedhof in Zollstock bedienen. Rund 9.000 Fahrgäste täglich haben die Möglichkeit, klima- und umweltfreundlich mobil zu sein und surren dann komplett abgasfrei und nahezu geräuschlos durch die Stadt. Gegenüber ihren dieselbetrieben Pendants vermeiden die E-Busse den Ausstoß von etwa 520 Tonnen Kohlendioxid jährlich. So wollen die KVB ihrem Ziel näher kommen, den CO2-Ausstoß im Schnitt auf 50 Gramm pro Personenkilometer zu senken.

Video: Testphase der Kölner E-Busse für Linie 133 beginnt

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Der Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur liegt in unseren Händen. Gemeinsam mit dem Elektrik-Spezialisten Heliox aus den Niederlanden errichten wir drei Lademasten, einen in der Goldgasse und zwei am Südfriedhof. „Die E-Busse können sich in den kurzen Pausen des Linienbetriebs über einen ausfahrbaren Stromabnehmer auf dem Dach mit Ökostrom der RheinEnergie versorgen“, erklärt unser Projektleiter Jörn Hansen. Während der kurzen Pausen im täglichen Betrieb laden sich die Batterien allerdings nicht voll auf. Weitere acht Ladestationen stehen daher auf dem Betriebshof Nord der KVB. Hier kann das tagsüber teilentleerte Akkusystem über Nacht bis zur maximalen Kapazität laden. Die robusten Batterien des Darmstädter Herstellers Akasol halten ein ganzes Bus-Leben. „Die Fahrzeuge kommen ohne unterstützenden Dieselantrieb und feste Oberleitungen aus“, so Jörn Hansen. Deutschlandweit werden wir gemeinsam mit der KVB die Ersten sein, die E-Mobilität im Betrieb über eine gesamte Linie einführen.

Die Zukunft gehört der Elektromobilität

Ortstermin: Jörn Schwarze, Dr. Dieter Steinkamp, Karsten Möring, Henriette Reker, Barbara Hendricks und Jürgen Fenske inspizieren einen neuen E-Bus (v.l.n.r.; Foto: KVB).

Im innerstädtischen Verkehr gehört der Elektromobilität die Zukunft: Sie ist klimaschonend, senkt die Feinstaub- und die Lärmbelastung. Kompromisse in Sachen Komfort müssen die Fahrgäste dabei nicht eingehen. Genau wie dieselbetriebene Busse bieten auch die 18 Meter langen Elektrobusse 48 Sitz- und 110 Stehplätze, drei Türen sowie durchgehende Barrierefreiheit. Die ersten stromlinienförmigen Busse des niederländischen Herstellers VDL Bus & Coach sind bereits auf der Strecke unterwegs. Dabei werden die Belastbarkeit der jeweils 1,2 Tonnen schweren Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis sowie die Ladevorgänge unter realen Fahrbedingungen getestet. Mit 5,6 Millionen Euro kosten die acht batteriebetriebenen Busse mehr als doppelt so viel wie herkömmliche Gelenkbusse mit Dieselantrieb, dafür entfallen aber Treibstoff- und viele Wartungskosten. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Projekt zudem mit 1,92 Millionen Euro.

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