An der Haltestelle Porz Markt entsteht modernste Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Die neue Anlage ist ein entscheidender Baustein für den elektrischen Busverkehr der KVB: Mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt können hier Elektrobusse während ihrer Pausenzeiten schnell nachladen – und so auch lange Linien wie die Strecke zum Chempark Leverkusen zuverlässig bedienen.
Scheinbar schwerelos schwebt ein 56 Tonnen schweres Gebäudeteil über die Philipp Reis Straße im Kölner Stadtteil Porz. Es ist etwa so groß wie eine Garage und hängt an einem Mobilkran der 650 Tonnen Klasse mit einer Ausladung von rund 25 Metern. Zentimeter für Zentimeter senkt der Kran die Station an ihren vorgesehenen Standort ab.
Jonas Kohlstädt beobachtet die Arbeiten aus sicherer Entfernung. Der Projektleiter der RheinNetz hat den Aufbau über Monate hinweg geplant und vorbereitet. Nun ist er erleichtert, dass alles reibungslos verläuft. „Die Platzverhältnisse vor Ort sind sehr eng, zudem stehen Bäume im Weg. Da ist höchste Präzision gefragt“, sagt Kohlstädt. Spezialkräfte einer beauftragten Fachfirma sorgen dafür, dass die Station millimetergenau positioniert wird. Kurz darauf folgt der zweite Gebäudeteil, der weitere 36 Tonnen wiegt. Zusammen bilden sie eine neue Transformatoren und Gleichrichterstation für die Stromversorgung der Schnellladestationen für Elektrobusse der Kölner Verkehrs Betriebe (KVB).
Jonas Kohlstädt schildert seiner Chefin Susanne Fabry den Einsatzablauf.
Vom Stromnetz zur Schnellladung
In der neuen Station wird elektrische Energie für den Einsatz im E-Bus-Betrieb aufbereitet. Aus dem Mittelspannungs-Netz des öffentlichen Stromnetzes entsteht Gleichstrom mit hoher Leistung. Dieser kann direkt in die Batterien der Elektrobusse fließen.
An der Haltestelle Porz Markt stehen künftig drei Schnellladepunkte zur Verfügung. Dort können E-Busse mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt geladen werden. Während das Fahrpersonal an der Endhaltestelle pausiert, erhalten die Fahrzeuge ausreichend Energie für die nächsten Umläufe. Dieses sogenannte „Opportunity Charging“ ist ein zentraler Baustein für einen zuverlässigen und alltagstauglichen E-Bus-Betrieb.
Der WDR berichtete in der Lokalzeit über die Installation der Trafostation. Der Beitrag inklusive eines Interviews mit Susanne Fabry, Netzvorständin der RheinEnergie, ist in der Mediathek verfügbar: WDR Lokalzeit Köln, ab Minute 7.
Wichtiger Knotenpunkt im Kölner Süden
Die Haltestelle Porz Markt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im rechtsrheinischen Köln. Acht Buslinien beginnen oder enden hier. Besonders die Linien 151 und 152, die mit rund 25 Kilometern pro Fahrtrichtung zwischen Porz Markt und dem Chempark Leverkusen zu den längsten Busverbindungen im Kölner Stadtgebiet zählen, sind auf regelmäßige Nachladungen im Tagesverlauf angewiesen.
Nachts werden die Elektrobusse in den Betriebshöfen der KVB geladen. Tagsüber sorgen Schnellladestationen wie in Porz dafür, dass auch lange und stark frequentierte Linien zuverlässig elektrisch betrieben werden können.
Gemeinsam für einen emissionsfreien ÖPNV
Bis 2030 möchte die KVB ihre gesamte Busflotte auf elektrische Antriebe umstellen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine leistungsfähige und sichere Lade- und Netzinfrastruktur unerlässlich. Dafür ist der Kölner Netzbetreiber RheinNetz verantwortlich. Die Expertinnen und Experten planen und realisieren den Ausbau des Stromnetzes – von neuen Leitungen bis hin zu leistungsstarken Stationen wie der Anlage in Porz.
Beim Thema E-Mobilität im öffentlichen Personennahverkehr ziehen RheinNetz und KVB unter dem Dach des Stadtwerke Köln Konzerns an einem Strang. Die neue Station in Porz ist ein sichtbares Beispiel dieser Zusammenarbeit. „In den vergangenen Jahren haben wir bereits elf solcher Stationen im gesamten Stadtgebiet errichtet. Vier weitere – darunter auch die neue Station in Porz – befinden sich aktuell im Bau oder in der Planung“, sagt Lars Spitzlei, Gesamtverantwortlicher für Elektromobilität bei der RheinNetz.
So entsteht Schritt für Schritt die Infrastruktur für einen emissionsfreien, leisen und zuverlässigen Busverkehr – und damit ein weiterer Baustein für die Verkehrswende und den Ausbau der Elektromobilität in Köln.
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