03.03.2015 Adrian

Mini-Windräder installiert: Auf dem Eiffelturm fließt jetzt Ökostrom

Montage in luftiger Höhe. Zwei Kleinwindanlagen versorgen die erste Etage des Eiffelturms mit Elektrizität (Foto: UGE).

Auf die Besucher des Eiffelturms wartet neben einer grandiosen Aussicht seit Kurzem eine weitere Sehenswürdigkeit. Über der zweiten Etage drehen sich zwei Windkraftanlagen und produzieren Ökostrom. Genug, um damit die komplette erste Etage zu versorgen.

Wer über die Avenue Anatole France auf den Eiffelturm zugeht, kann die neuen Sehenswürdigkeiten, die über der zweiten Etage des Pariser Wahrzeichens thronen, kaum ausmachen. Zwei Kleinwindanlagen des amerikanischen Herstellers Urban Green Energy (UGE) drehen sich dort seit Kurzem in 122 Meter Höhe und produzieren sauberen Ökostrom. Jährlicher Ertrag: rund 10.000 Kilowattstunden. Das ist ausreichend, um damit die komplette erste Etage des Turms mitsamt seinen Restaurants und Souvenirläden mit Elektrizität zu versorgen. Damit die Anlagen nicht sofort ins Auge fallen, haben sie denselben grün-matten Anstrich erhalten wie das Monument.

  • Über der zweiten Etage des Eiffelturms drehen sich seit Kurzem zwei Kleinwindanlagen (alle Fotos: UGE).

  • Jährliche Leistung: 10.000 Kilowattstunden. Genug, um die erste Etage des Turms mitsamt seinen Restaurants und Souvenirläden mit Elektrizität zu versorgen. 

  • Einfach war die Montage der beiden Windanlagen nicht.

  • Die einzelnen Komponenten mussten aufwendig per Seilwinde in Position gebracht ...

  • ... und von den Technikern des Herstellers UGE in luftiger Höhe montiert werden. Die hatten dabei offensichtlich Spaß. 

„Der Eiffelturm zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Wir sind stolz darauf, dass unsere Technik auserwählt wurde, um ihm eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen“, beschreibt Nick Blitterswyk, Chef von UGE, das ehrgeizige Projekt. Einfach war die Montage der beiden Windanlagen nicht: Die einzelnen Komponenten mussten aufwendig per Seilwinde in Position gebracht und von den Technikern in luftiger Höhe montiert werden. 

Technische Daten:

Typbezeichnung: VisionAIR5 (UGE-5M)
Maße: 5,2 x 3,2 Meter
Gewicht: 756 kg
Material: Fiberglas
Stromproduktion ab: Windgeschwindigkeit von 3,5 m/s
Stromproduktion bis: Windgeschwindigkeit von 50 m/s
Leistung Generator: 3,2 kW
Betrieb möglich zwischen -25 und +40 °Celsius

Wären ähnliche Anlagen auch auf Kölner Stadtgebiet denkbar? Dr. Matthias Dienhart, bei der RheinEnergie zuständig für Energiewirtschaftliche Grundsatzfragen, sieht das eher kritisch. „Die Technik ist nicht neu. Wir haben vor Jahren auf Anfrage eines Kunden geprüft, ähnliche Anlagen auf einem Hallendach zu montieren und dazu vor Ort die Windstärken gemessen. Das Ergebnis war ernüchternd.“ Umgesetzt hat der Kunde das Projekt daraufhin nicht. Investitionskosten und Ertrag standen in keinem Verhältnis.

In Paris sind die beiden Windanlagen Teil eines ambitionierten Klimaschutzprogramms. Bis zum Jahr 2050 wollen die Verantwortlichen die Treibhausgas-Emissionen dort um 75 Prozent senken. Den Atomstromanteil will die französische Regierung bis zum Jahr 2025 außerdem halbieren. Der hat im Nachbarland immer noch einen Anteil von 75 Prozent am Gesamtstromverbrauch. Darüberhinaus sollen die Turbinen ein positives Signal an die Uno-Klimakonferenz senden, die im Jahr 2015 in Paris tagt.     

Was meint ihr?

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