16.12.2014 Adrian

Ökokraftwerk: Dieser Baum könnte die Städte erobern

An der Place de la Concorde in Paris soll ab März 2015 ein Windbaum stehen (Bild: NewWind).

In ländlichen Gebieten allgegenwärtig, erhalten Windräder in neuem Gewand  nun auch im urbanen Umfeld Einzug. Die Stadt Paris will ab 2015 mehrere künstliche Bäume aufstellen, deren Blätter im Wind lautlos Strom produzieren.

 

Exoten sind sie schon lange nicht mehr – im Gegenteil: Windräder haben bei uns einen festen Platz im Landschaftsbild eingenommen. Anders verhält es sich in der Stadt. Eine Umgebung, die aufgrund ihrer dichten Bebauung für Windkraftanlagen denkbar ungeeignet ist.

Turbinen arbeiten geräuschlos

Doch auch in Städten entfaltet Wind reichlich Kraft. Ein Potential, dass Jérôme Michaud-Larivière, Gründer des Start-ups New Wind, nicht ungenutzt lassen wollte. Als er auf einem Spaziergang sah, wie sich die Blätter auch bei einer leichten Brise am Baum bewegten, kam ihm die Idee für seinen Windbaum. Dessen Design ist einem Baum nachempfunden und fügt sich dezent ins Stadtbild ein. 72 kleine Micro-Turbinen, die auf „Ästen“ sitzen, rotieren selbst bei geringer Windgeschwindigkeit (mindestens sieben Stundenkilometer) und erzeugen über Generatoren bis zu 4.600 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Ein beachtlicher Wert! Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt kommt im gleichen Zeitraum auf einen Verbrauch von rund 3.500 Kilowattstunden. Die kleinen Turbinen arbeiten zudem geräuschlos. 

  • In Paris sollen schon bald Windbäume Strom produzieren (Alle Bilder: NewWind).

  • 72 kleine Micro-Turbinen, die auf „Ästen“ sitzen, rotieren selbst bei geringer Windgeschwindigkeit und erzeugen über Generatoren pro Baum jährlich bis zu 4.600 kWh Strom.

  • Ersonnen hat das clevere Gewächs Jérôme Michaud-Larivière. 

  • Der Windbaum findet auch im heimischen Garten Platz. Kostenpunkt: 30.000 Euro.

Einen prominenten Abnehmer hat Jérôme Michaud-Larivière für seine Windbäume bereits gefunden. Laut der Zeitung Le Parisien will die Stadt Paris mehrere Bäume in der Innenstadt installieren lassen. Ab März 2015 soll ein Exemplar auf dem Place de la Concorde stehen, mehrere Prototypen laufen bereits im Testbetrieb. 

 

Es gibt viele Einsatzgebiete für die Windbäume. Der Strom aus den Bäumen könnte Straßenlaternen versorgen oder Elektroautos aufladen. Wer noch nach einem exotischen Gewächs sucht, kann sich den Baum für rund 30.000 Euro auch in den eigenen Garten pflanzen. 

jogi54

leider als Baum noch etwas sehr teuer,
Es wäre allerdings interessant, genaueres über die Bausätze mit 5 / 7 / 10 / 15 Nanoturbinen zu erfahren. Und genaue Daten für eine Nanoturbine.wären sehr hilfreich.

Ganz sicher dürfte das dann, auf dem First montiert, eine tolle Ergänzung zu PV sein. Nicht zum Geld verdienen, dafür aber das PV Winterloch zu decken und damit gerde im Winter die Netze zu entlasten.

Macht natürlich nur dann Sinn, wenn man eine leistungsstarke Batterieanlage hat, die bei mal mehr mal weniger auch über 1 - 3 Tage aushelfen kann.

lg jogi

Adrian

Hallo Jogi,

danke für deinen Kommentar. Ich versuche, die Infos noch zu erhalten.
Die Besonderheit bei der Anlage ist ja, dass sie selbst kleinste Winde in Energie umwandeln kann. Im Idealfall könnte man so, da ja zumeist ein Lüftchen weht, auf einen kostspieligen Akku verzichten? 

Lg

Adrian

Nachtrag (14.01.2015; 17:55 Uhr):

Hallo Jogi,

New Wind hält sich bzgl. der Turbinentechnologie naturgemäß bedeckt. In dieser Präsentation (Seite 16 und 17) gehen sie aber ein bißchen mehr ins Detail >> http://www.arbre-a-vent.fr/article/photo/dossier96/PresentationNewWindENG.pdf

Lg

Adrian 

Petra

Hallole,

an für sich eine tolle Sache, aber entschieden zu teuer für einen normalen Durchschnittsbürger.

Wenn die Preise runter gehen könnten, zum Beispiel auf 10.000 Euro, dann würden solche Bäume in kurzer Zeit in ganz Europa stehen

Lg
Petra

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