Dr. Steinkamp im Interview: „Es geht nicht nur um Klimaschutz"

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Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie, über unsere Klimaschutz-Roadmap und die Faktoren einer nachhaltigen Daseinsvorsorge. Ein Interview. 

Herr Dr. Steinkamp, die Klimaschutz-Roadmap gibt den Weg zur klimaneutralen Energieversorgung Kölns bis 2040 vor. 

Warum geht es nicht schneller?

In der öffentlichen Debatte um die richtige Strategie beim Klimaschutz gibt es viele unterschiedliche Auffassungen und auch Forderungen an uns, als Energieversorger mehr zu tun. Die Öffentlichkeit fokussiert sich bei der Energiewende aber zu sehr auf den Stromsektor. Dabei muss man verstehen, dass die Wärmeversorgung beim Klimaschutz insgesamt eine viel größere Rolle spielt als der Strommarkt alleine – vor allem in einem städtischen Ballungsraum wie Köln. Strom und Wärme erzeugen wir hauptsächlich zentral und effizient mit Erdgas per Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Unsere Fernwärme versorgt mehr als 55.000 Kölner Gebäude und hunderttausende Menschen – so klimaschonend, wie es heute möglich ist. Erst in den 2030er-Jahren werden grün erzeugte Gase wie Wasserstoff als Energieträger in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Bis dahin werden wir unser KWK-Heizkraftwerk Niehl 3, eine der weltweit effizientesten und flexibelsten Anlagen dieser Art, dringend benötigen. Damit können wir klimaschonend günstige Wärme für Köln erzeugen sowie die immer noch sehr volatile Stromerzeugung der Erneuerbaren Energien absichern – und das weit über Köln hinaus

Also kein „Klimaschutz um jeden Preis“?

Unser Auftrag umfasst nicht nur Klimaschutz: Wir garantieren Versorgungssicherheit und sorgen auch dafür, dass Strom für alle bezahlbar bleibt. Diese Elemente kommunaler Daseinsvorsorge sind ebenso wichtig wie der Klimaschutz. Folgen wir unserer Roadmap, werden wir aber auch auf dem Weg zur CO2-Neutralität die CO2-Last weiter senken – in einem Prozess, der allen genannten Zielen der Energieversorgung gerecht wird. Diese komplexe Aufgabe in nur wenigen Jahren zu lösen, etwa schon bis 2030, geht einfach nicht. Das bestätigen auch unabhängige Studien, etwa von Agora Energiewende.

Wie wird die Roadmap konkret umgesetzt?

Eins vorab: Wir haben immer schon viel für Luftreinhaltung, Energieeffizienz und Klimaschutz getan. Alleine im vergangenen Jahrzehnt haben wir insgesamt rund eine Milliarde Euro in modernste Energie-Infrastruktur investiert und den Fokus dabei immer mehr auf Erneuerbare Energien gelenkt. Mit dem Ökostrom aus unserer eigenen Erzeugung könnten wir bereits heute alle Haushalte in den Stadtbezirken Nippes und Ehrenfeld versorgen. Und über die Klimaschutz-Roadmap ist Klimaneutralität fester Bestandteil unserer langfristigen Unternehmensstrategie und damit transparent überprüfbar. Wir haben eine Offensive für mehr Solarenergie von Kölner Dächern vorbereitet, da schlummert großes Potenzial. Wir wollen noch mehr Photovoltaik- und Windanlagen bauen und Projekte mit der Stadt Köln, Hauseigentümern und Unternehmen umsetzen. Bis 2025 planen wir mit Ausgaben in Höhe von 100 Millionen Euro für weitere Wind- und Solaranlagen. Und ganz konkret wird 2025 unsere Wasserversorgung vollständig klimaneutral und die Braunkohlefeuerung unseres Heizkraftwerks Merkenich stillgelegt sein. Zusammen verhindert das CO2 -Emissionen von mehr als 225.000 Tonnen jährlich. Und das ist nur ein Teil unserer Maßnahmen. Wir fördern Energieeffizienz und E-Mobilität, entwickeln smarte Wohnquartiere. Außerdem investieren wir in das Thema Wasserstoff, um langfristig Erdgas ersetzen zu können. Unser Klimaschutzziel ist ambitioniert. Aber wenn die Stadtgemeinschaft mit uns das gleiche Ziel verfolgt, dann werden wir Schritt für Schritt auch in Köln sichtbare Fortschritte zum Wohle des Klimas machen.

Mehr zu unseren Klimaschutzaktivitäten und unserer Klimaroadmap findet ihr unter: www.rheinenergie.com/klimaschutz

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