Pilotprojekt: Nachtspeicherheizung wird zum Depot für Ökostrom

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Im Pilotprojekt „Wärmestrom 2.0“ finden alte und neue Energiewelt zusammen: Unsere Experten binden Nachspeicherheizungen in das Virtuelle Kraftwerk der RheinEnergie ein und versorgen die Heizungen mit Strom aus erneuerbaren Quellen. Noch suchen wir Kölnerinnen und Kölner, die an der Studie teilnehmen möchten.

Nachtspeicherheizungen haben nicht den besten Ruf. Sie gelten als teuer im Gebrauch, unflexibel und ineffizient. In dem von der Europäischen Union geförderten Pilotprojekt „Virtueller WärmeStromPool“ versuchen Experten die Ökobilanz von Nachtspeicherheizungen (NSH) deutlich zu verbessern. Zu diesem Zweck sollen NSH in einem ersten Schritt in das Virtuelle Kraftwerk der RheinEnergie integriert und dann vornehmlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden.

Strom aus erneuerbaren Quellen soll künftig in Nachtspeicherheizungen gespeichert werden (Bild: AdobeStock).

Das Virtuelle Kraftwerk der RheinEnergie bündelt den Strom zahlreicher Erzeuger und Verbraucher und steuert deren Lastflüsse optimal aus. Etwa dann, wenn im Markt kurzfristig eine erhöhte Nachfrage oder ein Überschuss besteht. Überschüsse im Bereich der Erneuerbaren Energien könnten in Zukunft dann in den NSH gespeichert und als Wärme in den Wohnraum ihrer Besitzerinnen und Besitzer wieder abgeben werden. Derzeit regelt man Erneuerbare Energien-Anlagen bei einem Überangebot im Markt oft ab, da nicht ausreichend flexible Speicher zur Verfügung stehen.

Win-win-Situation

Gelingt das Vorhaben, ließen sich große Mengen CO2 in der konventionellen Stromproduktion vermeiden. Eine solche Optimierung kann auch betriebswirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig sein – sowohl für die Kunden, denen man eine bessere Wärmeverteilung durch die flexible Steuerung anbieten könnte, als auch für die Erzeuger, die ihren Strom trotz Überschüssen im Markt noch sinnvoll einsetzen könnten.

„Mit dem Projekt greifen wir die alte, gute Idee der Nachtspeicherheizungen wieder auf und passen sie den aktuellen Rahmenbedingungen des Energiemarktes an“, sagt Hans-Martin Struck, Projektleiter und Portfoliomanager bei RheinEnergie. „Dazu nutzen wir modernste, zukunftsfähige Technik, welche auch die individuelle Steuerung einer Kundenanlage zulässt und erschließen damit das Feld einer massenkundentauglichen Laststeuerung“.

Das Virtuelle Kraftwerk bündelt und regelt dezentrale Erzeugungsanlagen bzw. Verbraucher (Grafik: RheinEnergie).

Einige Kunden mit NSH im Kölner Stadtgebiet sollen im Zuge des Projekts nun moderne Steuer- und Zählertechnik erhalten, mit deren Hilfe sich die Anlagen in das Virtuelle Kraftwerk integrieren und steuern lassen. Mithilfe der Studie lassen sich zudem wertvolle Erkenntnisse für andere Segmente – etwa die Elektromobilität – gewinnen, in denen ein Feldtest unter den derzeitigen Rahmenbedingungen noch nicht möglich ist.

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